Alcatraz: Paxton Petty (1×06)

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Während Hauser vor einer schweren Entscheidung steht, erinnert ihn der nächste Rückkehrer an sein erstes Treffen mit Lucy.

“These Foolish Things” heißt die Melodie, die in Alcatraz Gegenwart und Vergangenheit miteinander verbindet und sich wie ein Nebel über die Ereignisse legt, so dass wir nur einen kleinen Vorgeschmack dessen  bekommen, was damals wirklich geschah. Damit meine ich nicht nur die Geschichte um das Verschwinden der Alcatraz-Insassen und ihrer Wärter, sondern auch die persönliche Geschichte von Lucy, Hauser und Madsen. In dieser Episode gelingt es der FOX-Serie, mit Hilfe von Musik – nicht der des dröhnenden Soundtracks, versteht sich – den Fall der Woche mit der handlungsübergreifenden Erzählung zu verbinden… und mit etwas, das wir eine Liebesgeschichte nennen können.

Wir haben schon festgestellt, dass Tommy Madsen der Schlüssel zu dem Geheimnis ist, aber in Paxton Petty erfahren wir überraschenderweise, dass Madsen gar keine Ahnung hatte, was in Alcatraz mit ihm angestellt wurde. Genauso wenig wie Lucy! Paxton Petty kann man als den ersten Patienten bezeichnen, der mit Lucys Arbeit in Alcatraz in direkter Verbindung steht. Jetzt kehrt er zurück. Die Rückblenden zeigen uns, dass der Alcatraz-Gefängnisdirektor den berühmten Bombenleger aus den 60er Jahren als Beweis dafür betrachtete, dass Lucys moderne Verhörmethoden bessere Ergebnisse lieferten als Dr. Beauregards. Lucy fand damals heraus, wie Petty die Positionen seiner Landminen verschlüsselte: nämlich in den Versen von Kinderliedern.

Das hilft nun Hauser, der den Fall damals als Polizist bearbeitete, Petty in der Gegenwart auf die Spur zu kommen. Nach dem ersten Anschlag hat Rebecca Petty fast erwischt, wird dann aber beinahe in die Luft gejagt, als er eine Mine in ihre Richtung rollt. Ich muss sagen, dass Alcatraz für eine Network-Serie ziemlich schonungslos bleibt, wenn man sich die visualisierten Verletzungen nach dem Anschlag ansieht… Die Fälle der Woche scheinen sich in dem Sinne zu steigern, dass die Insassen / Rückkehrer immer „böser“ dargestellt werden. Ich frage mich allerdings, warum Jack Sylvane einen genauen Plan für sein Vorgehen besaß, während Petty jetzt berichtet, keine Ahnung zu haben: Er sei einfach in den Sechzigern eingeschlafen, nur um im Jahre 2012 aufzuwachen.

Dafür kommt er mit iPhones und anderen Veränderungen ziemlich gut zurecht… Diese sechste Episode leistet gute Arbeit darin, mehr Licht auf Hauser und Lucy zu werfen, denn Paxton erscheint genau zu einem Zeitpunkt, an dem Hauser eine Entscheidung treffen muss. Die Ärztin teilt ihm mit, Lucys Chancen seien nicht groß. In Rückblenden sehen wir, wie die Beziehung der beiden begann und wie Lucy herauszufinden versuchte, worin Dr. Beauregards Arbeit wirklich bestand. Ironischerweise ist er derjenige, zu dem Hauser Lucy schließlich bringt – mit einem klaren Befehl: fix her! Der Alcatraz-Nebel lichtet sich noch nicht, und das muss nicht negativ sein. Die Frage ist nur: Kann man die Fahrt ins Ungewisse so verheißungsvoll gestalten, dass nicht nach und nach alle von Bord gehen?

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