Alcatraz: Webb Porter (1×11)

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Der nächste Rückkehrer steht in persönlicher Verbindung mit Lucy. Hausers Team muss schnell handeln, denn mehrere Leben hängen am seidenen Faden.

Nachdem die letzten Episoden keinen allzu guten Eindruck hinterließen, folgt nun mit Webb Porter die in meinen Augen beste Alcatraz-Episode seit den allerersten zwei. Die Mischung ist wieder da, an der die FOX-Serie bisher viel zu oft vorbeischrammte: Vergangenheit und Gegenwart gleiten ineinander über; das bringt nicht nur Spannung, sondern führt uns auch tiefer in die Schicksale mancher Figuren hinein. Sowohl die Geschichten als auch die Figuren scheinen enger miteinander verwoben, die Alcatraz-Welt erscheint “ganz”. Trotzdem bleiben die Flashbacks Dreh- und Angelpunkt auch dieser Episode.

Wir sehen, wie Lucy und Hauser sich näher kamen und wie Lucy ihren “Patienten” tatsächlich half. Einer davon ist Webb Porter, der Mann, der als Kind von der eigenen Mutter fast ertränkt wurde und dieses Trauma an seinen Opfern auslebt. Porter leidet nach jenem Vorfall in der Kindheit an einem Tinnitus. Das durchgehende Ohrenklingen treibt ihn in den Wahnsinn. Was aber geschieht, wenn eine Melodie dieses Klingen ersetzt und Porter etwas gibt, woran er sich festhalten kann? Den Strohhalm bekommt er von Lucy – in Gestalt einer Geige. Mir gefiel gut, wie Porters Talent fürs Geigespielen mit seinen Taten in der Gegenwart verknüpft wurde und alles schließlich zurückführte zu der Beziehung zwischen Hauser und Lucy.

Denn Dr. Beauregard benötigt dringend Porters Blut, um Lucy zu retten. Wird ihn Hauser rechtzeitig fassen? Hausers Wege sind unergründlich, könnte man sagen. Soto will das ändern und versucht es mit Beschatten, was ihn in die Sackgasse führt – unser Blick jedoch darf ein Stück weiter vordringen, und wir sehen, wie sich Hauser von einer asiatisch aussehenden Frau Medikamente verabreichen und massieren lässt. Ob diese Melodie ein Teil des Liedes ist, das uns Alcatraz singt? Bleibt abzuwarten. Zunächst kehren wir zurück zu den Bühnen aus Vergangenheit und Zukunft, auf welchen Porter mit dem Klang seiner Geige die Zuhörer verzaubert… und gleichzeitig zu Tode erschreckt, wie die Frauen, die er gefesselt hält, bevor er sie ertränkt.

Trotz Porters grausamen Taten gelingt es der Serie, seine Geschichte mit einer gewissen Trauer zu umgeben: einer Unausweichlichkeit, die hin- und herschwingt zwischen einem Auditorium aus den schlimmsten Verbrechern seiner Zeit (die Kamera schwenkt an Jack Sylvane und Ernest Cobb vorbei)  und dem leeren Saal, in dem Porter nach seiner Darbietung von Rebecca und Hauser verhaftet wird. Am Ende kann er den Worten Folge leisten, die er damals Lucy gegenüber aussprach: dass er ihr eines Tages helfen würde. Die Episode endet im buchstäblichen und im metaphorischen Sinne mit dem Öffnen der Augen – erst einmal Lucy, dann aber auch Soto und Rebecca betreffend, als sie Lucy auf den alten Alcatraz-Aufnahmen entdecken. Wird Alcatraz im Finale auch uns die Augen öffnen?

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