The Chicago Code: O’Leary’s Cow (1×05)

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Jarek und Evers untersuchen einen Fall in Chinatown, der bei Jarek alte Erinnerungen aufwühlt. Teresa steht vor einer schweren Entscheidung, die ihre Familie betrifft.

Die Ratings von The Chicago Code halten sich auf einem stabilen Niveau, und mit O’Leary’s Cow liefert die US-Serie eine weitere solide Episode ab. Obwohl The Chicago Code den Hauptplot an der Seitenlinie warten lässt, hat die Serie alle Hände voll zu tun. Im Vergleich zu den vorherigen vier Episoden wird Action in O’Leary’s Cow eher klein geschrieben, aber dennoch schafft es die Episode, alles wieder einmal geschickt auf den Punkt zu bringen.

Was ist damit gemeint? Nicht nur spielt man TCCs Hauptthema durch – die Klärung von Sachverhalten im Chicago-Style -, sondern bricht es auf die Ebene einzelner Schicksale herunter und involviert dabei mehrere Hauptfiguren. Wenn der Punkt erreicht ist, an dem man zwischen Moral, Arbeitsethik und der eigenen Familie entscheiden muss: wie entscheidet man sich dann? Entlang dieser Grenze wird Teresa Colvin (Jennifer Beals) in dieser Episode geführt, als sie feststellt, dass ihr Schwager Robert (Rockmond Dunbar, Terriers) im Grunde ihre Dienste verkauft hat, um der eigenen Familie zu helfen.

Nicht nur bekommen wir durch diesen Plot einen tieferen Blick in Teresas Privatleben, sondern Teresas Situation demonstriert, wie sehr das Regeln von Alltäglichem auf Chicago-Art tief in jedem verwurzelt ist. Die eigene Familie steht zu einem, so lange man selbst in erster Linie im Dienste der Familie steht. Sobald man aber Teil des Systems ist, wird man automatisch Mitglied einer größeren Familie. Die Parallelerzählung über Teresa und Gibbons veranschaulicht, dass man unmöglich beiden Familien gerecht werden kann, ohne selbst als wandelnder Kompromiss moralisch-ethische Grenzen zu übertreten. Teresa zwingt ihren Schwager, sich dem FBI zu stellen, um der Gefängnisstrafe zu entgehen – andernfalls hätte sie ihn angezeigt. Aber diese gerechte Entscheidung Teresas wird von der Familie nicht als solche verstanden: Teresas Schwester wünscht keinen Kontakt mehr zu ihr.

Auch im zentralen Plot der Woche geht es um unterschiedliche Verständnis-Modelle von Gerechtigkeit. Wysocki (Jason Clarke) und Evers (Matt Lauria) untersuchen den brutalen Mord an einem farbigen Jungen in Chinatown. Jarek wird von der Vergangenheit, einem alten ungelösten Fall, eingeholt: Damals fand er den Mörder einer asiatischen Familie; der jedoch konnte vor der Verhaftung das Land verlassen, anscheinend durch die Hilfe des Chinatown-Bosses “Chairman” Lao (François Chau, Lost). Durch Gibbons’ (Delroy Lindo) Intervention kooperiert Lao diesmal, aber Jarek und Caleb finden heraus, dass er selbst Gerechtigkeit walten lassen wollte – und die Mörder des Jungen hinrichten ließ.

Lao bietet einen Deal an und verrät Jarek, wo sich der Mörder von damals aufhält: Seinen Körperteile liegen in einem See. Diese Art von Gerechtigkeit scheint den Hinterbliebenen mehr Genugtuung zu bringen, als den Schuldigen ‚nur’ verhaftet zu sehen… Es wird hier zwischen gerecht und richtig unterschieden: zwischen dem offiziellen Weg, Sachen zu klären, und dem familiären Weg.

Für Liam (Billy Lush), dessen Auftritte bisher zu den Schwachstellen in TCC gehörten, ist die Zeit gekommen, diese Lektion zu lernen. Mit voller Wucht trifft ihn nun die Erkenntnis, für einen doppelten Dienst unterschrieben zu haben: er muss zugleich seiner kriminellen und seiner Polizeifamilie dienen. Um tiefer in die Geschäfte der irischen Mafia einzusteigen, muss er ein Haus in Brand setzen, wobei ungewollt ein Mensch ums Leben kommt. Krankenschwester Natalie wiederum, die Jarek und Evers im Fall behilflich ist, will niemanden daten, der ein paar Stunden später tot bei ihr eingeliefert werden könnte: keinen Polizisten also. Konsequent blockt sie Evers’ Avancen ab.

Ich muss gestehen, dass ich für ihre Absage eine andere, überraschende Antwort erwartet hätte; zum Beispiel, dass sie Jareks junge Verlobte sei, die wir bisher noch nie zu Gesicht bekamen. Evers jedenfalls scheint nicht gewillt aufzugeben – eine Haltung, die er mit allen übrigen Figuren teilt: In einer letzten Szene sehen wir, wie Gibbons in seinem Büro dem neuen Chinatown-Chairman, Laos rechter Hand, ein Glas Scotch reicht – genauso wie früher in der Episode Teresa. Wer mit Gibbons ein Glas Scotch nimmt, gehört zur Familie…

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