Mad Men: The Chrisanthemum and the Sword (4×05)

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Roger Sterling trifft auf Honda und Sally Draper auf das Erwachsenwerden.

In den ersten drei Staffeln von Mad Men gab es einige langatmige Episoden, aber The Chrisanthemum and the Sword hebt sich in der neuen Staffel bis jetzt negativ hervor. Sie ist über die komplette Dauer, mit sehr kleinen Ausnahmen, gleichzeitig langweilig und „over the top“. Was Mad Men auszeichnet, ist die subtile Art der Serie an ihren Figuren zu arbeiten. Diese Episode zeigt jedoch, dass sich die Serie an einem Scheideweg befindet. Welchen Schritt soll man die Figuren als nächsten machen lassen? Man hat das Gefühl, dass Mad Men, wenn die Serie eine Denkpause über die Richtung, in die sie gehen will, braucht, Sally (Kiernan Shipka) und Betty Draper (January Jones) die Bühne betreten lässt.

Diese Episode erinnert uns wieder einmal daran, was für eine Mutter Betty ist und welche Auswirkung die Scheidung auf Sally hat. Nun, das wussten wir schon. Und wir wussten, wie sensibel Roger Sterling bezügliche des Zweiten Weltkriegs ist. Ausgerechnet eine japanische Firma, Honda, könnte der neue große Kunde von Sterling & Co. werden. Die Betty-Sally-Story und die Roger-Honda-Story wirken irgendwie wie Mad Men-Klischees. Don Draper (Jon Hamm) wiederum ist in mehreren Hinsichten der Held der Episode. Nicht nur verurteilt er nicht Sallys Handlungen (Haare abschneiden, Selbstbefriedigung), sondern rettet die Honda-Kampagne, nachdem Roger sie mit seinem fulminanten Auftritt vor den Japanern in den Sand setzt.

Das Beste an der Honda-Story ist die Auseinandersetzung zwischen Pete und Roger, die fast in eine Prügelei mündet. Mad Men arbeitet schon seit einer Weile an dem Roger-Pete-Konflikt und scheint auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, um ihn zum Explodieren zu bringen. Betty explodiert auf den ersten Blick wegen Sally, aber eigentlich deshalb, weil ihre Welt sich im Kreis dreht und sie nicht von der Stelle kommt. Sie kann nicht von sich selbst weg, aber auch nicht zu sich selbst finden.

Die Szene, als sie verträumt die Puppen in dem Büro von Sallys Psychiaterin anstarrt, zeigt uns auf sehr schöne Art und Weise die Frau, die vor langer Zeit sich selbst verlor und nie mehr wieder finden konnte. Die beste Szene? Peggy Olson fährt Motorrad im Kreis im leeren Filmstudio. Nicht nur amüsant, sondern auch in meinen Augen schönes Sinnbild für diese Episode.

 

 

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