Mad Men: The Summer Man (4×08)

Standard

Der Sommer trifft bei den Mad Men ein – aber wird die Sonne auch für Don Draper scheinen?

Diese Episode ist nicht dazu da, fröhliche Sommerlaune zu verbreiten. Sie feiert den Sommer als einen Neuanfang – und The Summer Man fühlt sich auch wie ein Neuanfang an: für Don Draper und für uns Zuschauer. Die Episode trägt unsere Beziehung zu Don auf die nächste Ebene – eine noch intimere: denn wir Zuschauer kennen die Figur besser als jede/r in ihrer fiktionalen Welt. Trotzdem durften wir Don meistens auch von außen kennen lernen.

The Summer Man vertauscht die Positionen und versetzt uns durch Dons Voice Over und die Einträge in seinem Tagebuch in sein Inneres: Wir sitzen in Dons Kopf und blicken mit seinen Augen auf die Welt.  Gleichzeitig sind wir das Papier, die Seiten, auf die er schreibt: Wir gewährleisten die Lesbarkeit seiner Erzählung. Damit wird die historisch vergangene Mad Men-Welt zur Gegenwart. Matt Weiners Erzählung handelt vom Verlust der Orientierung und den Identitätskrisen von heute: Don is one thing on the inside and another thing on the outside. I think that’s the American story. Und uns wird ermöglicht, beide Seiten kennen zu lernen.

The Summer Man fühlt sich an wie ein neues Sich-Öffnen: ein warmes Gefühl, wie wenn Wasser den entspannten Körper umfließt. Das erste Bild steht exemplarisch für die Ereignisse der Episode: Die Kamera – und wir mit ihr – schwebt auf der Wasseroberfläche eines Pools. Die Markierungen der Schwimmbahnen verleihen dem Bild unheimliche Tiefe. Am Rande des Pools und zugleich im Fluchtpunkt des Bildes, weit entfernt, steht eine Figur: Don Draper. Alle schwimmen zu ihm hin, weg von uns.

Don springt ins Wasser und schwimmt direkt auf uns zu. Seine Stimme unterbricht die Stille: They say as soon as you have to cut down on your drinking, you have a drinking problem. Don hat sich vorgenommen, in seinem Leben etwas zu ändern – sich reinzuwaschen von den „schmutzigen“ Episoden davor. Er lässt seinen Körper im Wasser versinken, und alle Geräusche verschwinden: Gain a modicum of control over the way I feel. Kurze Zeit später umgibt ihn und uns dieselbe Unterwasser-Stille, als er mit Peggy & Co. eine Besprechung führt. Er geht in sich – und es scheint der richtige Weg zu sein.

Auch Peggy wählt einen richtigen Weg: sie feuert Joey, weil er Joan (Christina Hendricks) öffentlich erniedrigt hat. Dieser Weg aber erweist sich dennoch als der falsche – meint Joan, die einsamer ist als je zuvor; nicht nur weil Roger in dieser Episode nicht auftaucht. Dafür ist Betty wieder da – und stößt prompt auf ihren Ex-Mann und sein Date, als sie und Henry essen gehen. Don schafft es, souverän mit der Situation umzugehen, während Betty das nicht gelingt: eine Szene folgt der nächsten.

Am Ende bekommt Don nicht nur endlich ein Date mit Dr. Miller, sondern geht doch noch zum Geburtstag seines kleinen Sohnes. Betty tut so, als wäre ihre Welt in Ordnung – mit den Worten (zu Henry): We have everything. Aber diese Worte klingen wie eine Verdammnis, und wir Zuschauer erinnern uns an die Zeilen aus Dons Tagebuch: We’re ruined because we get these things and wish for what we had. Manche Dinge landen, trotz unserer Anstrengungen, ihnen Sinn zu verleihen, letztendlich in Kartons und im Müll – weil sie vielleicht doch unwichtig waren..

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s