The Walking Dead: Beside The Dying Fire (2×13)

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Wird Rick dem Rest der Gruppe erzählen, was in den Wäldern passiert ist? Vielleicht bleibt keine Zeit dafür, denn die Zombies wollen die Füße nicht still halten.

Nach diesem Finale blieb ich mit dem komischen Eindruck sitzen, dass ich gerade die dritte Episode dieser Staffel gesehen hätte. Denn alles, was dazwischen liegt, erscheint so wenig und so ereignisarm, dass man es vergisst. Nicht unbedingt Actionsequenzen oder Bewegung innerhalb der Handlung haben mir gefehlt, sondern das, was die Autoren angeblich  erreichen wollten: uns die Figuren näher zu bringen und an den Beziehungen und den Konflikten zu arbeiten. Kurz gesagt: Charakterentwicklung! Nun, manche Figuren führte die Entwicklung direkt in den Tod; Dale, Shane und einige andere kamen nicht weit von dem Punkt, an dem sie schon vorher waren. Abgesehen davon, dass man die Namen von Hershels Familienmitgliedern immer noch nicht richtig weiss (bis auf Maggie, dank postapokalyptischer Liebe mit Glenn).

Obwohl Hershel immerhin seine Lektion gelernt zu haben scheint, dass man Gottes Worte wörtlich nehmen muss, wenn Wiederauferstehung versprochen wird: I just thought he had a little something different in mind. Zudem wird die AMC-Serie ihrem Titel gerecht, indem sie auch ihn wörtlich nimmt – alle sind herumlaufende Zombies, ob noch am Leben oder nicht. Man erinnere sich: Im Finale der ersten Staffel flüsterte der Wissenschaftler Rick ins Ohr, dass alle infiziert seien. Man braucht also nur zu sterben, um automatisch Zombie zu werden. Das heißt, die Figuren laufen so lange herum, bis sie… nun, sterben und dann wieder… herumlaufen. Wie wir am Anfang der Episode sehen, hat ein Hubschrauber vor einiger Zeit den Zombie-Marathon ausgelöst. Dem nämlich folgten die Zombies von Atlanta aus, bis sie schließlich ihr Finish durch Hershels Zaun hinlegen.

Ganz hinlegen dürfen sich die ersten zur Belohnung für immer. So besteht der Anfang dieser Episode aus Action pur. Es brennt, schreit, schießt (jeder Schuss ein Treffer!), stirbt und fährt. Jimmy, dessen Handlungen (Tür öffnen) nur für Eingeweihte Sinn ergeben dürften, und Patricia sind weg und haben damit den Bildschirm ein Stück leerer gemacht; weitere Funktionen als Familienmitglieder hatten sie ja eigentlich nicht. Andrea wird von den anderen getrennt, nur um in den Wäldern von einer mysteriösen, verhüllten Figur gerettet zu werden. Comic-Kenner wissen, wer das ist, aber bitte: keine Spoiler! Zurück zu The Fellowship of the Farm: So lange das Chaos währt, also die ersten zwanzig Minuten, läuft alles gut; sobald die Gespräche anfangen, wird’s weniger genießbar. Es scheint als wäre Dale in Carol wieder auferstanden: Böser Rick, böser Rick. Wir sollen weg von ihm, flüstert sie mehr oder weniger in Daryls Ohr. Glenn gesteht Maggie seine Liebe, und Lori… ist einfach hysterisch, wie immer. T-Dog? Eine sehr gute Frage.

Er will einfach in den Sonnenuntergang fahren, und ich verstehe ihn vollkommen. Seine Abwesenheit würde ohnehin erst dann auffallen, wenn es etwas zum Tragen gäbe, Gräber geschaufelt werden müssten oder das Auto zu fahren wäre. Bis auf Andreas Abwesenheit, mit Hilfe derer eine neue und wichtige Figur eingeführt wird, bleibt alles beim Alten. Obwohl – nicht ganz: Rick erklärt, dass die Zeit der Demokratie vorbei sei. Als ob es sie je gegeben hätte… und damit meine ich nicht nur The Fellowship of the Farm! Rick erzählt nun, dass er Shane getötet habe, um sich selbst und die Gruppe zu retten. Lori behandelt ihn plötzlich wie ein Monster, und Carl heult herum. Nicht nur wirken Loris Reaktionen sinnfrei wie immer (wer flüsterte noch mal vor nicht allzu langer Zeit in Ricks Ohr: Töte ihn!?), sondern die Serie braucht sie nicht.

Auch so – und das ist einer der Pluspunkte der Staffel – funktioniert Ricks Eskalation. Shane hat seinen besten Freund an den Punkt gebracht, von dem aus es kein Zurück mehr gibt, und das scheint Rick innerlich zu zerfressen. Rick sorgt mit seinem Ausbruch gegenüber der Gruppe für einen guten Schlusspunkt – zusammen mit der Kamerafahrt, die uns die nächste Haltestelle für die Überlebenden zeigt: ein Gefängnis. Sicherheit oder Falle? Auf diese Frage kommt die Antwort im Herbst.

Obwohl Beside The Dying Fire als Finale gut funktioniert hat, ist für mich das Feuer in The Walking Dead längst erloschen. Zur dritten Staffel werde ich daher bis auf Weiteres keine Episodenreviews schreiben – es sei denn, The Walking Dead kann mich eines Besseren belehren…

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