The Walking Dead: Better Angels (2×12)

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Die Ereignisse auf der Farm spitzen sich zu. Jede/r steht vor einer unvermeidlichen Wahl, mit vielleicht tödlichem Ausgang. Auch was die Zombies betrifft, gibt es neue, beunruhigende Erkenntnisse.

Dale ist tot. Das bedeutet: Er schweigt. Dafür durchbricht Ricks Voice Over die Stille, als er am Anfang dieser Episode letzte Worte über Dale spricht, während wir T-Dog, Daryl, Shane und Andrea auf einem Rache-Trip beobachten: The Hershels Farm Zombie Massacre…

Aber der Schnitt bringt beide Szenen zusammen. Und das Wort “Schnitt” ist in Better Angels der zentrale Punkt. Dales Tod bringt den Rest der Gruppe dazu, einen Schnitt zu machen. Hershel nimmt alle in seinem Haus auf, während Rick und Shane das zu Ende bringen, was schon seit langer Zeit fällig war. Man könnte sogar sagen – oder eher hoffen -, dass die AMC-Serie einen Schnitt mit sich selbst macht und akzeptiert, dass es nicht genügt, sich auf Zombie-Bösewichter zu stützen und den Rest einer Serie in soapigen Happy-Farm-Gesprächen ertrinken zu lassen. Wie ich schon letzte Woche erwähnte, braucht es eine Kombination aus Zombie- und Menschengefahr, um aus der Lethargie dieser Staffel herauszukommen. Denn die Zombies allein sorgen zwar für schockierende Auftritte, aber sie genießen in dieser Welt mehr oder weniger den Status einer Naturkatastrophe, der weder Gefühle noch Begehren zugrunde liegen.

Das Aufräumen, das letzte Woche mit Dales Tod begann, setzt sich hier fort. Shane entscheidet endgültig, was er will, nämlich Rick tot sehen. Ob er wirklich einen Plan hatte oder sich das Ganze spontan ergab? Ob nicht doch wieder einmal Lori – bewusst oder unbewusst – den Grundstein für die Eskalation legte mit ihrer Entschuldigung gegenüber Shane? Darüber kann man sich streiten. Fest steht aber, dass ich als Zuschauer zum ersten Mal seit langer Zeit das Gefühl bekam, dass die Serie irgendwohin will, dass vielleicht die Autoren einen Plan haben. In den letzten Wochen sah es ja eher nach reinem Zeitschinden aus, bis endlich etwas “Großes” passiert… Ist Shanes Tod von Ricks Hand dieses große Ereignis? Ja und nein. Better Angels ist die Episode der Entscheidungen und beschert uns mehrere große und kleine Ereignisse, zum Beispiel das sehr schön inszenierte Vater-Sohn-Gespräch zwischen Rick und Carl oder auch die beinah flüchtige, aber irgendwie traurig-nostalgische Szene zwischen Glenn und Andrea, als er beim Reparieren des Wohnwagens hilft.

Durch all diese Entscheidungen kommt natürlich Bewegung in das Ganze. Auch wenn diese Bewegung noch dem Gang eines Walkers gleicht: besser als nichts! Entscheidungen und stille Abschiede – bis auf einen. Shane befreit Randall, nur um ihm in den Wäldern das Genick zu brechen. Danach kippt er komplett auf die dunkel-verrückte Seite und verletzt sich sogar selbst, um alle davon zu überzeugen, Randall hätte ihn überfallen. Die Idee: Rick im Dunkel der Nacht in den Wäldern zu erledigen.

Shane trifft diese Wahl, während Rick zu seiner Wahl gezwungen wird: nämlich seinen besten Freund zu töten, was er auch tut. Aber ironischerweise steht er nicht allein. Carl, der plötzlich auftaucht (wenn schon einmal etwas geschieht in The Walking Dead, dann immer plötzlich), verpasst dem auferstandenen Zombie-Shane den Kopfschuss. Nicht nur sehen wir Vater und Sohn zutiefst erschüttert neben Shanes Leiche verweilen, sondern wir spüren eine Erkenntnis Wurzeln schlagen wie die Nebelfäden dieser Nacht: In dieser Welt bedarf es keiner Berührung, keines Bisses mehr, um zum Zombie zu werden. Der Tod bringt keine Rettung mehr. Selbstmord bedeutet Auferstehung! Damit kommen wir zurück zu dem vorherigen Gespräch zwischen Rick und Carl, während dessen man einen kurzen Blick auf den von Zombies wimmelnden Wald werfen konnte. Den Tod möglichst meiden, hinausschieben, trotz seiner Unausweichlichkeit – so lautet Ricks Lektion für Carl. In Game of Thrones sprach der Schwertkampf-Lehrer Syrio mit der kleinen Arya über dasselbe:

Syrio: What do we say to the God of death?

Arya: Not today…

Dafür aber muss man den Tod Anderen bringen in dem Wissen, dass man dadurch die Gefahr für sich selbst erhöht. Ein Teufels- bzw. Zombiekreis. Wie wird The Walking Dead im Finale diesen schließen bzw. aus ihm ausbrechen?

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