The Walking Dead: Bloodletting (2×02)

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Wer hat geschossen? Welche Konsequenzen wird dieser Schuss in den Wäldern auf das Schicksal der Gruppe haben?

Im Review zur Staffelpremiere von letzter Woche sprach ich davon, dass The Walking Dead Langsamkeit gut zu nutzen wisse und manche Szenen sehr intensiv geraten seien. Nun, mit der zweiten Episode stellt die Serie unter Beweis, welch schmaler Grat zwischen atemberaubender und langweiliger Langsamkeit liegt. Wie ich schon an der ersten Staffel kritisierte, gelingt es der Serie noch nicht recht, die Lebenden interessanter zu machen als die Toten. Es scheint, als wollten die Autoren Vorfall für Vorfall aneinander reihen und komplette Episoden darum herum aufbauen. Das ist zumindest dann nicht weiter schlimm, wenn ein Schauspieler wie Andrew Lincoln die wenigen guten Szenen der Episode bestreitet.

Bloodletting eröffnet mit einer Rückblende, die offenbar mehr Licht auf Lori als Figur werfen soll – und auf ihre Beziehung zu Rick.  Denn wir sehen sie in den Momenten, bevor sie von Ricks Verletzung erfährt. Sie spricht mit einer Freundin über Beziehungsprobleme, als Shane mit der Nachricht eintrifft. Die größte Hürde für Lori besteht darin, es Carl zu erzählen. Im Jetzt der Episode ist alles spiegelverkehrt: Carl befindet sich in Lebensgefahr, ohne dass Lori Bescheid weiß. Und diese Tatsache zerreißt Rick, genauso wie das Gefühl, das eigene Kind für ein anderes geopfert zu haben. Sein emotionaler Austausch mit Shane trifft die richtigen Akkorde und lässt uns Zuschauer den Schmerz wirklich spüren. Denn für Rick folgt auf den Albtraum, im Zombieland aufzuwachen, der Albtraum, seinen Sohn zu verlieren – genau dann, als er gerade denkt, wieder zu seiner Familie gefunden zu haben. Alles war so „plain and simple“, sagt Rick. Aber eigentlich so kompliziert!

Dass wir durch Carls Verletzung in ein neues Setting eingeführt werden und auch eine neue Gruppe von Menschen kennen lernen, gefällt mir gut. Aber die Serie arbeitet hier auf Sparflamme, und die Figuren bekommen kaum Umriss. Gut, dafür bleibt ja noch Zeit… Zu den Neuen gehören außerdem Otis (der das Reh und Carl traf), seine Frau und Hershels Tochter Maggie (Lauren Cohen). Was aber nicht funktioniert, ist das Familiendrama um Lori und Rick; und auch die restlichen Gespräche zwischen unterschiedlichen Figuren wirken wie klischeehafte Lückenfüller und drehen sich im Kreis.

Natürlich kann man die Dinge so oder so betrachten: Jede Betrachtung ist höchst subjektiv. Das Im-Kreis-Drehen etwa könnte auch als Metapher für Ausweglosigkeit gesehen und als ‚Spannungs-Akkumulator‘ empfunden werden, während man nicht weiß, ob Carl überleben wird oder ob man Sophia je wieder findet. In meinen Augen jedoch kommt diese Spannung nicht auf: Die Action ist nur geringfügig präsent, als Shane und Ortis Medikamente holen fahren – und vor allem die potentiell interessanten inneren Dramen der Figuren kommen bis auf Ricks nicht zum Tragen. Sowohl die schon bekannten als auch die gerade eingeführten Figuren wirken irgendwie irrelevant.

Von Hershel (Scott Wilson) allerdings wird, hoffe ich, mehr kommen – die Weichen für eine Rick-Hershel-Dynamik sind gestellt. Maybe it’s better now, sagt Hershel zu Rick über die Zombie-Apokalypse. Hoffen wir, dass diese Worte auch auf die kommenden Episoden zutreffen werden!

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