The Walking Dead: Chupacabra (2×05)

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Daryl macht sich erneut auf die Suche nach Sophia und gerät in eine gefährliche Situation, während Glenn unabsichtlich herausfindet, welches Geheimnis Hershel hütet.

Viele The Walking Dead-Zuschauer beschweren sich über fehlende Spannung: Schon vier Episoden lang weilt die Gruppe auf Hershels Farm, wo sowohl Sicherheit als auch ärztliche Betreuung, Essen und Trinken gewährleistet sind. Eigentlich ganz gute Voraussetzungen in einer von Zombies zerfressenen Welt! Wir wurden uns in den letzten zwei Reviews dahin gehend einig, dass man The Walking Dead Zeit geben muss – und die nimmt sich die Serie mit Hilfe von Hershels Farm, um an den Figuren und den Beziehungen zwischen ihnen zu arbeiten. Funktioniert das nun? Oder ist dieses Manöver zu dem der Serie eigenen Chupacabra geworden, das dem Ganzen langsam, aber sicher das Blut aussaugt?

Wenn ich ganz ehrlich bin: Wäre nicht die Daryl-Erzählung – obwohl auch die ihre Schwachpunkte hatte -, dann hätte diese Episode von mir gar keine Sternchen bekommen. Ständiges Wiederholen heißt nicht gleich vertiefen! Denn nicht nur bietet jedes Gespräch nur Wiederholungen, sondern jetzt wird auch noch Glenn, der die Wildcard der Serie war und in der ersten Staffel für humorvolle Momente zu sorgen wusste, karikatur-artig in den Vordergrund gestellt. Regelmäßig gerät die Serie in diese Lage, wenn sie die Balance nicht hinbekommt – wenn sie die Grenze zwischen Humor und Albernheit nicht ziehen kann oder eben zwischen dramatischer Spannung und lächerlichen, Zeit schindenden Abschweifungen. Rick fühlt die Schwere der Verantwortung, Lori ist hin und her gerissen und schwanger, Andrea spielt mit Waffen herum, Dale zieht die Augenbrauen hoch, Hershel wird immer abweisender und despotischer… und Maggie zeigt Glenn die kalte Schulter, was ihn auf den Gedanken bringt, dass anscheinend alle Frauen unter hormonellen Problemen leiden.

Diese Episode vermittelt das Gefühl, die Autoren selbst hätten keine Lust auf die ganze Gruppe und würden deswegen Daryl auf einen Waldtrip schicken: auf die Suche nach Sophia, was ihn in große Schwierigkeiten bringt. Sein Überlebenskampf in der Wildnis bringt zwar die Story nicht voran – es sei denn, Merle als Halluzination kündigte seine tatsächliche Rückkehr an -, aber irgendwie doch amüsant. Vielleicht, weil uns Zuschauer von allen Figuren eigentlich nur Daryls Überleben interessiert? Außerdem erfahren wir durch die Unterhaltung zwischen ihm und Merle mehr über die Hintergründe dieser Beziehung.

Hätten die Autoren die Sache bloß auf der Bruder-gegen-Bruder-Ebene gelassen, anstatt Merles Worte als eine Art innere Stimme zu benutzen – eine Stimme, die Daryl einflüstert, dass ihn alle hassen und bei nächster Gelegenheit sterben lassen würden, dass er einfach nicht dazu gehöre. Seine Rückkehr soll das vielleicht metaphorisch verdeutlichen: Als er verletzt zur Farm schleicht, halten ihn alle für einen Zombie, und Andrea versucht ihn zu erschießen… Sophia als Mittel zum Zweck, um Drama zu kreieren, da es mittlerweile egal ist, ob man sie findet oder nicht? Schön und gut. Aber wenn eine Serie unter Drama geführt wird, dann sollte nicht jede Sekunde mit dem Finger darauf gezeigt werden müssen, sondern das Dramatische sollte sich von selbst aus dem Geschehen heraus ergeben!

Am gegenwärtigen Punkt – abgesehen von Glenns Enthüllung, dass in Hershels Scheune Zombies eingesperrt seien –  ist mir schleierhaft, wie die Serie aus dem ziellosen Zombie-Schlurftrott herauskommen will, denn ein Kopfschuss ist angesichts der Zuschauerzahlen nicht möglich.

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