The Walking Dead: Save the Last One (2×03)

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Werden Shane und Otis rechtzeitig zurückkommen mit den rettenden Medikamenten für Carl? Lori scheint jede Hoffnung  verloren zu haben, während Andrea und Daryl einen Ausflug in die Wälder unternehmen.

Got bit / Fever hit / World gone to shit / Might as well quit. Diese Worte – geschrieben von einem Unbekannten, bevor er sich erhängte, um dann dummerweise als hängender Zombie weiter zu existieren – enthalten die Verbindung zwischen zwei wichtigen Szenen und geben der Episode ihren Hintergrund. Soll man nur um des Überlebens willen zu überleben versuchen? Save the Last One bietet eine leichte Steigerung im Vergleich zu letzter Woche: Man widmet sich nicht nur internen Konflikten, sondern verkompliziert sie auch; von der Struktur her ist die Episode abgerundet. Man muss außerdem bedenken, dass sich The Walking Dead gerade in einem Überbrückungszeitraum befindet: Es ist schwer, Gruppendynamiken zu thematisieren, bevor die „neue“ Gruppe etabliert ist und wir einen Einblick in die Köpfe der neuen Figuren bekommen. Geduld bleibt angesagt.

Zugegeben: The Walking Dead läuft langsam. Aber wie ihre Zombies hat die Serie schon unter Beweis gestellt, dass sie auch schneller kann. Auch Save the Last One baut sich um Carls Situation herum auf, was natürlich Hershel und den anderen „Neuen“ nicht viel Möglichkeit gibt, sich zu „zeigen“. Trotzdem machen die Autoren zwei Schritte in Richtung Zusammenführung beider Gruppen: einen kleinen und einen großen. Der erste: der kurze Austausch zwischen Glenn (er kann endlich wieder mehr als nur einen Satz sagen!) und Maggie, als Glenn und T-Dog auf Hershels Farm eintreffen. Der zweite betrifft Shane. Mit Shane eröffnet die Episode und mit Shane endet sie, als er an einen noch problematischeren Ort geschickt wird. In den ersten Minuten sehen wir, wie Shane seinen Kopf kahl rasiert; im Laufe der Episode verstehen wir auch, warum: weil ihn die kleine kahle Stelle, zu der die Kamera erst in den letzten Minuten der Episode kommt, daran erinnert, was er getan hat, nämlich Otis sterben zu lassen.

Man kann Shanes Entscheidung zwar rationalisieren, aber trotzdem benutzte er im Grunde einen anderen Menschen als Ablenkung für die Zombies, um selbst überleben zu können. Er schoss auf Otis, der Shanes (Jon Bernthal) Leben kurz davor rettete. Im Grunde wurde Otis gezwungen, Shanes Leben noch einmal zu retten: von Shane selbst. Das musste sein, um Carl zu retten. Aber dieses Ereignis drängt Shane noch näher heran an das Loch, in das er seit Anfang der Serie zu stürzen droht. Somit ist das Zusammentreffen der beiden Überlebenden-Gruppen vollkommen: ein Leben für ein anderes. Aber lohnt sich das überhaupt? In dieser Episode müssen plötzlich zwei Figuren davon überzeugt werden, dass es Sinn ergibt zu leben: Lori und Andrea (Laurie Holden). In beiden Handlungen gab es Aspekte, die nicht funktionierten, und solche, die gut waren. Beginnen wir mit Lori und ihrer plötzlichen Entscheidung, dass Carl vielleicht besser sterben sollte, um die zu Grunde gegangene Welt nicht länger ertragen zu müssen. An sich ist die Frage nach dem Sinn des Überlebens für die Serie zentral, sie muss thematisiert werden – und genau so wirkt es bei Loris Rede leider auch: als würde die Figur schlichtweg benutzt, um uns etwas mitzuteilen. Nach wie vor gelingt es in meinen Augen nicht, Lori zum Leben zu erwecken.

Trotzdem sind die Szenen wichtig, denn sie machen eine Sache klar: Es gibt eigentlich keinen großen Unterschied zwischen Zombies und Überlebenden. Alle existieren wie aus einem Reflex heraus, ohne Zweck und ohne Ziel. Andrea und Daryl (der immer sympathischer wirkt) machen einen Ausflug in die Wälder, um Sophia zu suchen. Eigentlich ist es Daryl (Norman Reedus), der in den Wäldern Ruhe sucht, da er nicht schlafen kann – Sophias Mutter weint die ganze Zeit, und Andrea spielt mit einer Waffe. Der Ausflug in die Wälder wirkt zwar konstruiert – man schickt zwei Figuren irgendwohin, um ihnen die Möglichkeit zum Reden zu geben -, aber bringt die beiden als Menschen einander näher; und neben der amüsanten Szene mit dem hängenden Zombie wird vielleicht auch Andrea ein wenig von ihren Selbstmordgedanken abgerückt. Sicher: Man setzt sie großer Gefahr aus für nur wenig Zugewinn. Aber genau das demonstriert The Walking Dead mit der gesamten Episode: Es sind kleine Dinge, kleine Schritte, die den Unterschied machen – wie das Bild mit dem Reh in den Wäldern, zu dem Carl nach seinem Aufwachen als erstes zurückkommt. Es verleiht eine – wenn auch fast surreale – Hoffnung aufs Leben und steht dem entgegen, was Lori für Carls Zukunft fürchtet.

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