The Walking Dead: Triggerfinger (2×09)

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Für Rick, Hershel und Glenn ist es noch nicht vorbei mit den Problemen, während der Rest der Gruppe realisiert, dass auch Lori verschwunden ist.

Nachdem man in Nebraska für den Höhepunkt in einer einzigen Episode einen Darsteller wie Michael Raymond-James „verpulvern“ musste, bekommt die Farm-Familie ein neues No-Name-Mitglied. Der Zuzug ergibt sich aus einer der zwei Szenen, die als einzige in Triggerfinger mein Zuschauer-Interesse wecken konnten. Obwohl: Interesse ist nicht das passende Wort. Es handelt sich eher um Sensationshunger. Angesichts von The Walking Deads Zuschauerzahlen frage ich mich: Werden da Zombies gezählt – oder hat die AMC-Serie das richtige Rezept gefunden, das nur wir nicht zu schätzen wissen?

Dabei bemühe ich mich redlich, The Walking Dead alles anzurechnen, was nur irgend geht – so wie den meisten Serien. Und wenn schon nicht dem Ergebnis, dann wenigstens den Bemühungen der Beteiligten. Aber nach neun Episoden in dieser zweiten Staffel liegt der Finger meiner Schreibhand am Abzug. Eine bis zwei Actionszenen mit Zombies pro Episode – und der Rest besteht aus Gänseblümchen-Unterhaltungen: Liebt mich, liebt mich nicht… wobei es bei manchen, wie Dale, ausschließlich „liebt mich nicht“ heißt… Dale, please: STFU! Bei anderen wiederum – aber halt: welchen anderen eigentlich? Die meisten Lebenden bleiben zweidimensionale Oberflächen für Drehbuchphrasen und unterscheiden sich von den Toten nur durch ihre Artikulationsfähigkeit. Im Vergleich zu T-Dog etwa hinterlässt der Zombie einen bleibenden Eindruck, dessen Wangenhaut „abgepellt“ wird, als er durch das Fensterloch zu Lori einzudringen versucht. Wieso spricht eigentlich keiner mit T-Dog? Nicht einmal Dale tut das!

Dafür sprechen alle mit Lori, und trotzdem bemerken sie erst nach einiger Zeit, dass sie nicht da ist. Ihre Kamikaze-Mission umfasst ein paar coole Zombie-Nahkämpfe unter geschicktem Einsatz von Autoteilen. Immerhin hat sie dem Zombie nicht den Schwangerschaftstest ins Auge gerammt… Obwohl: Ironie würde The Walking Dead vielleicht gut tun. Die Serie will ernst sein, aber in meinen Augen wird sie nur von wenigen intensiven Szenen am Leben erhalten. Dazu zählt Ricks, Hershels und Glenns Versuch zu entkommen, als Daves und Tonys Freunde eintreffen. Wenn sonst nichts geht – dann Action! Und es sieht danach aus, als würde alles dank der Zombieflüsterin Lori auf eine tödliche Konfrontation zwischen Rick und Shane hinauslaufen. Die Frage ist: Wenn man Shane als Kern der Unruhe entfernt – was bleibt dann noch? Die Glenn-Maggie-Romanze? Und was ist mit Daryl?

Mit der Figur hat man in dieser Staffel schon Gutes geleistet. Bitte, macht mehr aus Daryl als nur einen Gesprächspartner für Carol! Was ist mit T-Dog? Er ist schwarz. Und? Andrea? Sie ist trigger-happy? Dann gebt ihr zu tun! Und Carl? Nächste Woche steht Bio-Unterricht von Mama auf dem Stundenplan – über Schwangerschaft in apokalyptischen Zeiten. Es sei denn, Mama ist damit beschäftigt, auch das letzte Stück Sinn zu terminieren… Wenn die Zombies sprechen könnten, würden sie ein Lied davon singen.

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