The Killing: I’ll Let You Know When I Get There (1×10)

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Welche Rolle spielte Belko an dem Abend, da Rosie verschwand? Und wo wollte das Mädchen eigentlich hin? The Killing liefert mit der neuen Episode die Antworten.

Bin ich zu hart zu The Killing? Vielleicht. Nicht nur weil die Serie von AMC ausgestrahlt wird, fällt sie für mich in eine Kategorie, die wenig zu tun hat mit Procedurals und gängiger, „leichter“ Unterhaltung. Dadurch aber wächst der Anspruch, und gewisse Mankos fallen schwerer ins Gewicht.

I made a mistake, sagt Sarah Linden (Mireille Enos), als sie erfährt, dass Stan Bennet fast zu Tode geprügelt hat. In den vorherigen zwei Episoden, Stonewalled und Undertow, beschäftigte sich The Killing mit der falschen Spur um die muslimische Community. Dem gegenüber bietet I’ll Let You Know When I Get There tatsächlich eine Steigerung – und einen Hauch von Spannung, den man längere Zeit vermisst hat. Zwar löst eine weitere falsche Spur, die innerhalb der ersten Episodenhälfte auch prompt wieder verworfen wird, den Fluss von Ereignissen aus, aber wir dürfen mehr Linden-Holder-Zusammenarbeit genießen, die von Anfang an zu den großen Stärken von The Killing zählte. Vor allem die Verhörszenen mit den beiden sind wirklich stark gespielt.

Nachdem Linden und Holder die Bennet-Muhammad-Story mit hängenden Köpfen aufgeben mussten, treffen sie auf dem Polizeirevier einen Stan, der sich, ebenfalls mit hängendem Kopf, freiwillig stellt. Der Fokus auf seine Tat sorgt dafür, dass Belko mehr ins Rampenlicht rückt und die Ermittler beunruhigende Einzelheiten über sein Leben und seine Beziehung zu der Larson-Familie erfahren. Zwar sind Belkos Obsession und die Erklärung dafür ein Krimi-Klischee, aber die Szenen wirken intensiv – und das Aufnehmen dieser Spur führt zu tatsächlicher Detektivarbeit seitens Holder und Linden, welche sie mit einem unerwarteten Ergebnis konfrontiert.

Natürlich wäre die Entwicklung viel intensiver und dramatischer, wenn The Killing all diese „red herrings“ simultan verfolgt und „auseinandergepflückt“ und damit so manche Figur vor der Vergessenheit bewahrt hätte. Aber die Serie hat eine mehr „realistische“ als dramatische Herangehensweise gewählt, und das muss man respektieren. Ganz anders steht es um Lindens Verlobten Rick: Falls wir ihn zum letzten Mal gesehen haben, erschöpft sich seine Funktion tatsächlich darin, Mittel zum Zweck zu sein und uns daran zu erinnern, dass Linden einen traumatische Vergangenheit mit sich herumträgt. I’m not gonna end up in a hospital again watching you stare at a blank wall.

Nach den letzten Minuten dieser Episode beschäftigt uns die Frage, wie traumatisch die Enthüllungen sein werden, wenn man tief in die Wälder am anderen Ufer vordringt. Denn Linden entdeckt durch Zufall – schöne Erinnerung an die Jogging-Szene aus dem Piloten -, dass die mysteriöse Adela, mit der Rosie an dem fraglichen Abend allem Anschein nach verbredet war, eine Fähre ist, die Rosie zu einem Casino brachte. Dessen Logo gleicht dem Design von Rosies Schlüsselanhänger.

Natürlich ist die Aufnahme des riesigen, aus den Uferwäldern ragenden Casino-Aufstellers aus Lindens Perspektive, untermalt von melancholisch-bedrohlicher Musik, eine Erinnerung an Twin Peaks und One Eye’d Jacks. Mit wem traf sich Rosie dort? Mit Darren Richmond? Wie wir erfahren, hat er gelogen, als er seinem Stab gegenüber beteuerte, sie nie gesehen zu haben. Hat er die Begegnung, die auf einem Foto festgehalten wurde, tatsächlich vergessen? Oder hat das Casino etwas mit Stans leeren Bankkonten zu tun, von denen Mitch mit Entsetzen erfährt? Es könnte spannend werden…

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