The Killing: Super 8 (1×05)

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Holder und Linden erfahren noch mehr über Rosie, während Darren Richmond endlich herausfindet, wer der Maulwurf ist.

Super 8 bringt zwar neue Erkenntnisse, ist aber nichtsdestotrotz die schwächste The Killing-Episode bisher. Der Dauerregen in Seattle, der für die schöne und zugleich melancholisch-bedrückende Atmosphäre sorgt, scheint immer neue Details heranzuspülen, lässt aber das ganze Erzählkonstrukt irgendwie „wässrig“ erscheinen. Ich weiß, dass The Killing in diesem Sinne nichts falsch gemacht hat. Aber: Von Anfang an hat die AMC-Serie betont, eine Mischung aus dem rohen Fleisch intimer menschlicher Zustände und Emotionen und dem verwickelten Plot um Rosies Tod sein zu wollen. In Super 8 nun wirkt Manches zu repetitiv, um die Balance der Mischung intakt zu halten.

Vor allem im Fall Linden. Nach wie vor mag ich Mireille Enos’ Performance, aber sie bekommt inzwischen viel zu wenig zu tun. Klar wurde mittlerweile, dass sie eine Obsession für den Fall entwickelt hat. Die Erzählung braucht die Frage, ob sie abreist, nicht mehr in der Schwebe zu halten: sie ist beantwortet. So könnte man die sich wiederholenden kleinen Szenen mit ihrem Verlobten vermeiden, die bisher lediglich in Andeutungen über ihre Vergangenheit münden, über die wir nichts weiter erfahren: „Are you going to put this girl’s drawings on your wall?” Linden: “This isn’t the same thing, I’m a different person now.”

Einfach zu wenig – genauso wie bei Holder, der nach wie vor eine sehr interessante Figur ist, aber zu wenig Screentime bekommt. Noch immer gefallen mir die kleinen Szenen zwischen den beiden – und der Verzicht seitens der Autoren, ihre Partnerschaft in den Vordergrund zu stellen.

Stattdessen stürzt sich die Serie auf die Nebenfiguren. Immer noch prasselt die durch Verlust Rosies akkumulierte Stimmung der bodenlosen Verzweiflung synchron zum Dauerregen auf uns nieder. Die Larsons tauschen in dieser Episode in gewissem Sinne die Rollen. Diesmal sehen wir Stan (Brent Sexton) in einem intimen Moment zusammenbrechen, während sich Mitch (Michelle Forbes) traut, erste Schritte in die Außenwelt zu unternehmen. Man hat das Gefühl, dass die Off-Screen-Szene, in der die beiden die tote Rosie in ihrem hübschesten Kleid sehen, unterschiedliche Wirkung auf beide ausübt: Mitch kommt zu einer Art Frieden, während Stan sich entscheidet, auf eigene Faust den Mörder seiner Tochter zu suchen.

Sehr schön schildert die Serie den Zustand im Hause Larson, indem sie den Fokus auf die beiden kleinen Jungen verschiebt. Der eine nässt ständig ein, der andere geht einkaufen und bereitet sich selbst das Frühstück. Es scheint, als hätten die beiden plötzlich realisiert, dass sie nicht nur ihre Schwester, sondern in gewissem Sinne auch ihre Eltern verloren haben.

Was die Serie nicht verloren hat, sind die kleinen, feinen Details in der visuellen Gestaltung, etwa die aus extremer Übersicht gemachten Aufnahmen vom leeren Parkplatz, als Bennet eintrifft, oder den Schnitt von der runden roten Filmrolle, die Bennet Sarah im Teaser gibt, auf den runden roten Punkt aus dem ersten Bild des Vorspanns. In der roten Schachtel befindet sich ein 8-mm-Film, den Rosie aufgenommen hat. Linden versucht, in den Bildern voller Schmetterlinge, Wasser und Rosie auf ihrem Fahrrad eine Verbindung, einen Hinweis zu finden. Das Bild des verträumten Mädchens als Opfer dunkler Begierden ist zwar sehr klischeebehaftet, aber es bringt uns zum ersten Mal näher an Rosie heran.

Bennet wiederum bringen die Erkenntnisse über sein alles Andere als wasserdichtes Alibi nicht wirklich aus der Schusslinie. Rosie ist nicht die erste Schülerin, mit der er engere Beziehungen pflegte. Zudem stellt Bennet die einzige Verbindung zwischen Richmonds Kampagne und Rosie dar. Am Ende sehen wir denn auch ein sehr bezeichnendes Bild: Darren und Bennet lassen sich für den Werbespot gemeinsam ablichten. Was aber haben sie wirklich gemeinsam?

Über Darren erfahren wir – trotz Campbells überzeugender Darstellung – nicht viel Neues. Er wiederum erfährt dank Jamie, dass Nathan der Maulwurf war und für Yitanes gearbeitet hat. Was er nicht weiß, ist, dass Gwen nicht nur mit ihm schläft. Hat auch Rosie irgendetwas entdeckt bzw. gefilmt, was sie nicht hätte sehen sollen und was mit den politischen Intrigen zu tun hat? Linden erhält jedoch Hinweise, dass Rosies Tod vermutlich die Arbeit eines Wiederholungstäters ist… und dass ihr neuer Partner Holder hohe Nebeneinkünfte zu verzeichnen hat. Was er auch nicht leugnet – aber wo gibt er das Geld wieder ab?

The Killing bleibt trotz kleiner Kritikpunkte spannend, braucht aber demnächst das gewisse Etwas, eine Art Wendung im Plot oder auf Figurenseite, damit der Dauerregen den Funken nicht löscht.

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