White Collar: By the Book (2×04)

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White Collar liefert mit By the Book die nächste exzellente Episode und wir erfahren mehr über Mozzies (Willie Garson) Leben. Na ja, nicht ganz genau. Aber es wäre auch überflüssig und der Rolle von Mozzie nicht entsprechend, wenn man etliche Details aus seiner Vergangenheit preisgeben würde. Das er, wie Neal, sehr gute Kenntnisse im Bereich der Kunst – ganz egal wie weit aufgefasst – besitzt, ist vollkommen klar. Im Unterschied zu Neal glaube ich aber, dass Mozzie diese Kenntnisse nicht nur für spezifische Zwecke benutzt, sondern tatsächlich ein Kunstliebhaber ist und vor allem liebt er Literatur.

Und TV-Serien lieben es in letzter Zeit auch mit literarischen Zitaten zu jonglieren: By the Book. Kann man solche Episoden wie White Collars By the Book als Paradebeispiel für die literarischen Pulp-Fiction-Qualitäten heutiger fiktionaler TV-Serien nennen? Whatever, Travolta! Wenn vom Titel über den Fall der Woche und die Interaktion zwischen den Figuren bis zur Auflösung alles einem roten Faden folgt, dann liest man gerne … zwischen den Zeilen. In dieser Mozzies Episode ist der rote Faden ein Lesefaden. Wie sagt man es so schön in Internet-Foren oder per Kommentarfunktion (auch wenn es des Öfteren negativ gemeint ist): Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Das gilt mit aller Kraft für den Plot von By the Book.

Auf der einen Seite sind Peter (Tim DeKay) und die FBI-Kollegen gezwungen nicht wirklich by the book zu handeln, sondern zu improvisieren, um Mozzie helfen zu können und dem Lesefluss zu folgen. Nein, Mozzie ist nicht in Schwierigkeiten geraten, aber dafür die sympathische Kellnerin Gina, seine Kellnerin, die er anhimmelt (auf seine Art). Mozzie flirtet mit ihr regelmäßig über einen schwarzen Kaffee und Bücher. Bis sie eines Tages wegen ihres Freundes, der in seinem Leben definitiv zu wenig Bücher gelesen hat, entführt wird.

So geschieht es, wenn man Sachen off the book macht. Der Freund entwendet von einem Mafiaboss einen Koffer voller Geld und dieser will das Geld wieder haben oder Gina stirbt. Für Mozzie heißt das – Panikattacken. Es kommt zu einer erschütternden Szene, die von der Wucht des Soundtracks zusätzlich mit pathetischer Verspieltheit dargestellt wird: Mozzie betritt das FBI-Office. Wer hätte das gedacht! Dabei wollte Mozzie eigentlich nur Neals (Matthew Bomer) Hilfe. Mozzie als Ritter der Leidenschaft? Wer hätte das gedacht: You ever wonder why you’ve never been introduced? You meet her and suddenly I become the quirky friend.

Die lange Szene in dem FBI-Fahrstuhl, als Mozzie, mit Mantel und Sonnenbrille (Neal: Like Truman Capote), jedes Mal, bei jedem Stockwerk, auf unterschiedliche Art und Weise die Leute davon abhielt, einzusteigen – Zum Totlachen! Mozzies Best: Als er Neal für klaustrophobisch erklärt und ihn wie einen Hund zu beruhigen versucht. Peter riecht es aber, dass Truman Capote aka The Little Guy und Neal etwas im Schilde führen und findet heraus, dass er mit einer Klappe zwei Fliegen schlagen kann – Mozzie helfen und dabei einen Schwerverbrecher überführen. Also übernimmt er die Sache und besteht darauf, alles by the book zu erledigen. Aber Mozzie braucht keine Lesehilfe.

Er folgt den Lesehinweisen von Gina (beide kennen ja die gleichen Bücher) und hinterlässt selbst Lesespuren für seine neuen FBI-Kollegen. Als Ginas Freund sich weigert mitzumachen, riskiert Mozzie Kopf, Kragen und Lesebrille und springt als Middle Man ins kalte Wasser. Middle Man? Was ist, wenn es im Buch keinen gibt? Schöne Inszenierung haben wir, als Neal Peter erklärt, wie Mozzies Plan aussieht, während uns Mozzie bei der Durchführung gezeigt wird, so dass am Ende er den Tag rettet und auch seine Prinzessin.

Übrigens, wie er den einen Mafioso entwaffnet: Nice move, Mozz! Lass uns jetzt ins Büro gehen! Dieser letzte Satz von Mozzie treibt Peter wiederum Schweißperlen auf die Stirn und damit ist das Einzige, was in dieser Episode fehlt, ein Gastauftritt von Richard Castle (Nathan Fillion).
Whatever, Travolta!

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