Sons of Anarchy: Sovereign (5×01)

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Willkommen zur fünften Sons of Anarchy-Staffel. Ich bin auf die Ereignisse in Charming gut vorbereitet und trage, während ich diese Zeilen schreibe, den Samcro-Hoodie (von Jax in Staffel 4 getragen)!  Viele Kritiker nahmen Sutter & Co. unter Beschuss, weil Clay das Finale überlebte. Natürlich wurde, rein dramaturgisch gesehen, Clays Weg, als einer “gepflastert”, der definitiv in die Hölle führt. Daher sind die Fragen danach berechtigt, warum man Clay noch am Leben hält.

Ich würde behaupten, dass es an den Bemühungen – meistens erfolgreich – der Autoren ein komplexes Beziehungsgeflecht aufrechtzuerhalten liegt. Aber trotzdem ist es ein Balanceakt zwischen den Gründen, die man hat, um eine Figur am Leben zu erhalten und denjenigen, sie zu entfernen. In dieser Episode beweist vor allem Ron Perlman mit seiner Performance in Clays Rolle, warum er der Serie erhalten bleiben soll. Wir haben großartige Szenen mit dem “gebrochenen” Clay, der sich mit seiner Sauerstoffflasche von einem Gespräch zum nächsten schleppt und versucht die Fäden irgendwie in die Hand zu bekommen. Aber ob er sie dann halten kann?

Clay ist der “neue” Piney geworden, der dem neuen Club-Präsidenten Jax (Charlie Hunnam) das Leben schwer machen wird. Man muss als SoA-Fan dieser ersten Episode Punkte abziehen, für etliche Szenen, wie die zwischen Opie und Jax am Friedhof oder dem Sheriff und Juice. Sie sind im Grunde da, um Informationen zu liefern, die man schon kennt. Die Figuren teilen in manchen Situationen einander Sachen mit, die beide Gesprächsteilnehmer schon kennen. Wenn es geschieht, um emotional Begegnungen aufzuladen, dann macht es nichts aus, aber in den anderen Fällen ist es nur pure Wiederholung. Trotzdem ist es Meckern auf einem hohen Niveau.

Denn letztendlich muss eine Eröffnungsepisode dem Zuschauer aufs Neue die Situation beschreiben, in der sich die Beteiligten befinden. Und die wird kurzerhand kompliziert. Denn Sutter & Co. warten nicht lange bevor sie Jax & Co. in die nächste Sackgasse manövrieren. Nicht nur muss Jax weiterhin zwischen seinen CIA-Partnern und dem Club pendeln, sondern ein anderer großer Gegner kommt aus dem Schatten der Ereignisse um Tig und Laroys Freundin.

Sie war die Tochter des Oakland-Mafia-Bosses Damon Pope (Harold Perrineau), der unbedingt Rache an dem Club nehmen will. Ihm gehören die brutalsten Szenen in dieser Episode: In der einen lässt er Tig zuschauen, während er seine Tochter Dawn beim lebendigen Leibe verbrennt. Natürlich ist Perrineau als Schauspieler immer willkommen, aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Sache entwicklen wird. Läuft alles auf einen Krieg zwischen Pope und dem Club aus? What’s the play? (Um Jax’ Worte zu benutzen.) Wird Jax endlich anfangen Entscheidungen zu treffen?

Ganz egal welche dramaturgische Wendungen die Autoren parat haben, lebt Sons of Anarchy vor allem von dem Cast, der Action und den kleinen Dramen zwischen den Figuren. Natürlich ist die Anspannung zwischen Gemma und Tara, die hier mehrfach demonstriert wird, eine bekannte, aber die Positionen der beiden wechseln ständig und dadurch bleibt auch die Spannung erhalten. Sons of Anarchy liebt es die Figuren einander näher zu bringen, sie zu Freunden zu machen, um im nächsten Moment sie gewaltsam auseinander zu ziehen, sie in die Ecke zu treiben. Als Jax am Ende der Episode sich auf die Flucht machen muss, nachdem ihm Unser mitteilt, dass er gesucht wird, übernimmt Tara das Fragen für uns Zuschauer: Oh, God. Now what?

Auch Gemma (Katey Sagal) muss sich schon am Anfange der Episode fragen, was als Nächstes kommt, als sie sich im Bett eines wildfremden Mannes wiederfindet. Sagt “Hallo” dem “Edelzuhälter” (companionator) namens Nero Padilla (Jimmy Smits),  der nicht nur als love interest für Gemma eingeführt wird, sondern auch als möglicher Verbündeter für die Sons. Wir sehen am Ende, wie Jax beim ihm Unterschlupf sucht. Viele neue Gesichter und viele alte Dramen – welche Mischung sich wohl daraus ergibt?

Was diese Season tun muss, ist ein schweres Unterfangen, nämlich eine Richtung aufzuzeigen: Quo vadis, SoA?

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3 responses »

  1. Schönes Review, mir hat die Folge auch recht gut gefallen. Vorallem finde ich Tara’s Entwicklung interessant. Während ich sie in der letzten Staffel weitestgehend langweilig fand, so wird sie immer mehr wie Gemma. Guter Auftakt sage ich nur.

  2. Auch wenn es hier nicht hingehört. Zurzeit läuft bei Sky die sechste Staffel von Dexter. Es würde mich freuen und bestimmt auch einige andere wenn Du mal bei Gelegenheit die Reviews zur sechsten Staffel hochladen könntest.

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