Dexter: Get Gellar (6×09)

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The writing on the wall, sagt Travis zu Dexter bezüglich einer neuen Nachricht von Gellar. Aber von welchem Gellar? Dem Professor, den Travis vor einiger Zeit tötete? Denn wie erwartet kommt uns Dexter in dieser neunten Episode mit der großen Enthüllung: Gellar existiert nur noch in Travis’ Kopf. Also: The writing on the wall könnte ironischerweise als selbstreflexive Aussage gelesen werden… Für diejenigen Zuschauer freilich, die diese Enthüllung nicht kommen sahen, müssen die letzten Minuten der Episode absolut spannend gewesen sein. Und das ist gut so. Worin besteht aber der Zugewinn für all die anderen, die bereits die ganze Zeit über an die Einheit Travis / Gellar glaubten?

Darin, dass sie sich in ihren Vermutungen bestätigt fühlen dürfen? Sie fragen sich bestimmt, wie Travis all die Aktionen allein bewältigen konnte, nicht zuletzt die Entführung in dieser Episode. Auch wenn wir nicht von Logik sprechen, sondern einzig und allein von dem Effekt, den solche Enthüllungen bewirken: Welchen Effekt hatte die Enthüllung auf euch? Für mich persönlich kann ein Zugewinn nur in Dexters eigener Reise liegen, wie es schon in früheren Staffeln stets der Fall war. Die Autoren versuchen Dexter in dieser Staffel mit Gedanken an eine zweite Chance, an Vergebung zu konfrontieren. Wohin alles führen wird, kann man derzeit schwer beurteilen.

Die Episode beginnt mit einer hinweisenden Geste. Dexter durchtrennt mit einer Axt die Kette, an der Travis festhängt. Help separate them, sagt sein Voice Over. Nur lässt sich Travis  nicht so leicht von Gellar trennen – zwar versucht er Dexter zu helfen, aber in dem Bewusstsein, dass Gellar ihn von außen bedroht. Ironischerweise sagt Dexters Voice Over zu Harry, er wisse genau, dass er sich nie von dem eigenen Dark Passenger trennen könne. Was aber, wenn man gar nicht vermutet, einen zu haben? Und wie wollen die Autoren Travis ab jetzt darstellen?

Travis / Gellar bekommt auch die nächste geplante Installation hin. Dieses Mal regnet es am Tatort Blut auf alle Miami-Metro-Anwesenden. Für Debra ist das zu viel des Guten, und sie sucht die Psychologin auf. In den letzten Episoden gefällt es mir, wie die Serie den Fokus auf Debra hin verschiebt und sich damit auseinandersetzt, wie alles Bisherige aus ihrem Blickwinkel aussieht, was in ihrem Leben geschah, wie es irgendwie immer mit leichter Hand zur Seite geschoben wurde. Den Running Gag mit Dexter, dem Tisch und dem Stuhl fand ich durchaus gelungen, genauso wie Masukas Ratschlag an Louis: When it comes to matters of the heart, always follow your dick! Übrigens scheint Louis – da wir gerade von „leichter Hand“ sprachen – sein eigenes Geheimnis zu haben… und ITKs Hand zu Hause! Interessant. Ob er irgendwie mit Ryan in Verbindung steht und irgendein Ziel verfolgt? Der Rest der Nebenhandlungen, vor allem die Story um Maria, die tote Prostituierte, Matthews (war doch klar – andere Personen, die in Frage kämen, kennen wir ja nicht!) und diejenige um Angel und Quinn sind in meinen Augen, wie stets, nichts als Zeitvertreib.

Wird Debra durch den Fall über ihren Bruder stolpern? Wie wird die Serie den Travis-Gellar-Wechsel im Kontrast zu Dexter mit Colin Hanks umsetzen? Diese Fragen richten wir an die letzten drei Episoden, die der Showtime-Serie in einer sehr durchwachsenen Staffel noch bleiben, um zu alter Qualität zurückzukehren.

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