Dexter: Hop A Freighter (5×11)

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Diese vorletzte Episode der fünften Staffel verläuft wie im Flug – eigentlich ein gutes Zeichen. Sie bereitet zwar alles für das Finale nächste Woche vor, aber trotzdem ist die Episode ziemlich geradlinig und vorhersehbar konstruiert. Ein Überraschungsmoment fehlt.
Dexter (Michael C. Hall) findet heraus, dass jemand – er verdächtigt Quinn – ihn und Lumen überwacht, und beseitigt letztendlich Liddy (Peter Weller). Debra kommt Chase (Jonny Lee Miller) immer näher, und Chase erwischt mit Emilys Hilfe Lumen (Julia Stiles). Mit dieser Vorhersehbarkeit und Entwicklung – nach Dexter-Schema – habe ich eigentlich kein Problem: denn im Grunde spiegelt ja die Entwicklung jeder Staffel der US-Serie als Ganzes Dexters Dark Passenger. Was heißt das?

Genauso wie Dexter seine Opfer zur Strecke bringt – bis hin zu jenem letzten Moment der Katharsis vor der in Plastik gewickelten Leiche -, spinnt die Serie alle Handlungsstränge auf einen solchen letzten Moment hin, in dem das Problem der Staffel gelöst wird, damit die Katharsis auf Zuschauerseite stattfinden kann. So wie die Figur Dexter hat die Serie Dexter ihren Code, ihr Regelwerk.
Hop A Freighter fällt nun deswegen auf, weil die Episode etliche Hindernisse im Handumdrehen beseitigt, damit es zur letzten Konfrontation kommen kann.

Liddys Tod kommt zwar nicht überraschend – aber trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass die Serie so kurz vor dem Finale Manches zu hektisch auflöst, um zum Punkt zu kommen. Dabei hätte ich zum Beispiel gerne mehr über den Gegenspieler erfahren, mehr über die Transformation von Eugene Greer zu Jordan Chase und über seine Beziehung zu Emily. Emily bleibt letztendlich Mittel zum Zweck: Jordan benutzt sie, um Lumen anzulocken, während Dexter sich mit Liddy beschäftigt. Dann tötet Chase Emily auf brutale Art und Weise, nur weil sie ihm widersprochen hat: Schluss mit dem langjährigen Bund!

Definitiv auf der Plus-Seite stehen die kleinen Szenen zwischen Dexter und Debra bzw. Lumen. Als Debra ihm von ihrer Theorie des dreizehnten Opfers berichtet, das mit Hilfe einer männlichen Hand als Racheengel Chases Freunde beseitigt, bezeichnet sie dieses Tun als „fucked up, but also beautiful“! So ein Bund heißt Liebe, meint sie. Wenn Dexter dann den blutigen Spuren folgt, hinaus aus Emilys Haus, muss er sich fragen: Muss Liebe immer blutig enden?

Wenn die Serie nur mehr Zeit hätte, um die beiden „fucked up“-Beziehungen Chase/Emily und Dexter/Lumen einander gegenüber zu stellen! Eine Gegenüberstellung wird es im Finale dennoch geben. Wer wird sie überleben? Kann Dexter davon kommen?

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