Dexter: Talk to the Hand (6×11)

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Man darf mir nach Herzenslust Subjektivität vorwerfen, aber langsam verliere ich die Geduld mit einer meiner liebsten Serien aller Zeiten. Bisher fielen die Reviews positiver aus, als sie eigentlich sein sollten, denn Hoffnung und Vertrauen in die Serie blieben bestehen. Aber obwohl das Finale noch aussteht, wird für mich diese sechste Staffel als die bisher schlechteste in Dexters Geschichte eingehen. Das soll nicht heißen, dass Dexter eine schlechte Serie sei oder dass man jetzt, ausgehend von dieser einen Staffel, die großartige Leistung der Showtime-Produktion aus vorherigen Staffeln vergessen solle. Tatsache ist – in meinen Augen -, dass  die Serie Dexter ihren Dark Passenger derzeit verloren hat, so wie Dexter als Protagonist der Erzählung es von sich selbst sagt.

Damit meine ich die dunkle Seite, die uns die Serie ernst nehmen ließ, die uns nachdenklich machte und die sich teilweise aus Dexters Konfrontation mit anderen dunklen Seiten ergab. Gegenwärtig wirkt die Showtime-Produktion diesbezüglich wie eine Karikatur ihrer selbst. Zuerst verbrauchte man die ganze Staffel, um den Twist mit Gellar zu liefern und Dexter (Michael C. Hall) mit religiösen Erleuchtungen zu beschäftigen, so dass zu wenige Berührungspunkte zwischen den beiden Seiten entstanden. Verständlicherweise wollten die Autoren die religiöse Thematik mit der Dark-Passenger-Situation zu einem explosiven Ganzen mischen, aber es funktionierte nicht!

Genauso wenig wie Travis’ Bombe, die Beth Dorsey zwar in die Miami Metro bringt, die jedoch dank Dexter nur Beth selbst beseitigt. Nicht jeder Bösewicht muss ein Mastermind sein – aber Travis nimmt man einfach nicht ernst, ob das nun an Colin Hanks’ Performance oder an der Figur selbst liegt. Den Gottesauftrag ebenfalls nicht. Letzte Woche war es „Hello, whore“, diesmal Dexters Gesicht an Teufels Stelle in Travis’ Wandmalerei. Wenn die Szenen humorvoll gemeint waren, dann sind sie gelungen – aber wenn nicht… !

Was die Nebenhandlungen betrifft, sieht es mit Louis immer verwirrender aus: Wir sehen ihn eine Handprothese bemalen und per Post zu Dexter schicken. Was dahinter steckt? Keine Ahnung! Hinter der Matthews-Story steckt natürlich Maria, die Matthews und Debra geschickt gegen einander ausspielt. Batista wird von Quinn übrigens in letzter Sekunde gerettet, aber der Lauf gegen die Zeit an mehreren Fronten wird durch den nächsten Twist lahm gelegt: Debra hegt möglicherweise Gefühle für Dexter, die über die Geschwisterbeziehung hinausgehen!

Das versucht ihr die Psychologin klar zu machen – und obwohl Debra vehement verneint, bekommen wir einen ziemlich eindeutigen Traum von ihr geboten, wo es sogar zu einem Kuss kommt. Für mich sieht das nach einem aus den Fingern gesogenen Handlungsstrang aus, um nur ja eine überraschende Wendung hinzubekommen. Ob die Autoren diese Geschichte tatsächlich weiter verfolgen und ausbauen wollen? Bevor ich euren vernichtenden Kommentaren – mir oder der Serie gegenüber – die Bühne überlasse, sei noch das Ende der Episode erwähnt: Dexter entkommt Travis’ nächster Feuer-Inszenierung… und ist somit bereit für die entscheidende Auseinandersetzung im Finale.

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