Dexter: This Is The Way The World Ends (6×12)

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Oh God. So lauten Dexters (Michael C. Hall) letzte Worte in dieser Staffel. Besser könnte man es nicht beenden. Und das ist sowohl im positiven als auch im negativen Sinne gemeint. Wir haben im Laufe der Staffelerzählung so manchen Oh-God-Moment erlebt, meist die belanglosen Nebenhandlungen um Maria, Angel und Quinn und die stümperhaft konstruierte Story um Travis und Professor Gellar betreffend. Aber in den letzten Wochen habe ich genug Kritik daran geübt und werde mich jetzt hauptsächlich den gelungenen Momenten im Finale widmen – will sagen: den letzten Minuten.

Insgesamt kann man den Autoren zugute halten, dass sie sich in dieser Staffel Jennifer Carpenters Figur Debra widmeten, so dass endlich die Ereignisse auch ihres Lebens mehr oder weniger verarbeitet werden konnten. Was sich daraus aber ergeben hat, ist die Erkenntnis, dass sie schon die ganze Zeit über in ihren nicht biologischen Bruder verliebt war. Damit zieht Showtime HBO nach: Schließlich durften wir in diesem Jahr schon in Game of Thrones und Boardwalk Empire Inzest erleben! Mein Problem mit dieser Geschichte bei Dexter ist ihr Hineinplatzen in die Serienhandlung, wie aus heiterem Himmel. Vielleicht gehört es zum Plan der Autoren, uns Zuschauern im Kontext einer Staffel über Religion, Nächstenliebe, Vergebung, Strafe, Sünde etc. auch verbotene Bruder-Schwester-Liebe zu präsentieren, um ihr dadurch mehr Gewicht zu verleihen.

Trotzdem fühlt sich das Ganze erzwungen, überhastet an. Bezüglich der letzten Minuten dieser Staffel, als Dexter Travis tötet und Debra es sieht, frage ich mich außerdem, warum die Autoren die emotional ohnehin schon sehr enge Bindung zwischen Bruder und Schwester um die Liebeskomponente erweitern mussten? Das werden wir hoffentlich nächstes Jahr erfahren. In dieser Episode, die uns weiterhin nichts über Ryan oder Louis verrät, erfahren wir immerhin, dass Masuka und Yoda eine und dieselbe Person sind, dass Angel Quinn versetzen zu lassen versucht, Maria herablassendes Verständnis für Debras Jobschwierigkeiten empfindet… und dass Travis in Dexters Wohnung Zeit verbringen kann, ohne auf Jaime und Harrison zu treffen, die sich zeitgleich mit ihm ebenfalls dort befinden.

Aber seine Entscheidung, das Haus des alten Pärchens mit dem seines letzten Opfers (Travis glaubt Dexter tot) zu tauschen, bringt Travis eine Erleuchtung. Sein nächstes und letztes Opfer zur Feier der Sonnenfinsternis aka des Weltuntergangs ist wieder einmal ein zufälliges: Harrison soll es sein! Der Rest der Travis-Geschichte besteht aus seiner Begegnung mit dem Allmächtigen, aber dieser ist… The Beast, Dexter, Bruder, Vater – und Serienmörder. Travis auf Dexters Tisch liegen zu sehen, ist eigentlich eine Erleichterung: weil dieser Handlungsstrang nun vorbei ist. Trotzdem stimmt das Ende zufrieden.

Die Autoren liefern dem Publikum das Ereignis, das schon längst beschworen wurde: Debra trifft auf den Dark Passenger. Diese Tatsache erlaubt der Serie nicht, die folgende Staffel wieder, wie so oft, bei Null beginnen zu lassen. Die Handlung muss sich nun als eine This-is-the-Way-the-(World)-Story-Ends-Erzählung fortbewegen, die sich auf die Morgans und auf Dexters Geheimnis konzentriert. Eigentlich bin ich gespannt darauf, wie die Autoren Dexter als Serie mit den nächsten zwei Staffeln beenden wollen – trotz faden Beigeschmacks im Laufe dieser sechsten Staffel. Alle Möglichkeiten stehen offen: I’m a father, a son, a serial killer! Amen.

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