Monthly Archives: October 2012

Homeland: New Car Smell (2×04)

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Homeland ist wie eine Jazz-Komposition, worauf auch die Serie selbst immer angespielt hat – der Vorspann, Carries Jazz-Vorliebe. Mit diesem Vergleich meine ich die Drehungen und Wendungen, die die Erzählung nimmt. Nach diesen vier Episoden ist man sich gar nicht mehr sicher, wohin es als Nächstes geht. Man erkennt schon die Grundmelodie, aber wie um sie herum improvisiert wird, wie man sich davon entfernt und dann doch auf überraschende Art zurückkehrt, ist faszinierend. Die einzelnen Teile der Komposition sind uns bekannt, aber wir wissen nicht in welcher Reihenfolge sie gespielt werden. Ich kann es nur wiederholen – die Erzählung/die Melodie steckt schon in dem Vorspann. Carrie und Brody werden von Labyrinthwänden getrennt.

Aber diese Wände verschieben sich, lassen doch die Möglichkeit zu, einen Blick auf den anderen zu werfen auch wenn es nur ein Spalt ist, der die Verbindung ermöglicht. Aus diesem Grund will ich mit der in meinen Augen schönsten Szene dieser Episode anfangen, mit Carries und Brodys Begegnung in dem CIA-Gebäude. Nur in dieser kleinen Inszenierung ist im Grunde die Essenz der Erzählung enthalten. Beide schauen aufeinander durch die Lücken, die es zwischen den Wänden (verziert mit Buchstaben und Ziffern) gibt.

Ich habe am Ende des letzten Reviews gesagt, dass Homeland wieder von vorn beginnt (zwar im veränderten Kontext aber trotzdem) – und hier haben wir eine Szene, in der die beiden “heimliche”, unsichere Blicke aufeinander werfen. Um aus dem Labyrinth zu kommen, müssen sie den Weg zusammen gehen. Die Schönheit liegt darin, dass zwischen ihnen immer neue Wände auftauchen oder aber die beiden selbst diese errichten. Das Spiel geht hier weiter. Nachdem Saul auch Estes mit Brodys Aufnahmen konfrontiert, entscheiden sich die beiden inoffiziell eine Einheit zu gründe, die Brody beschattet und seine Kontakte herauszufinden versucht, bevor man ihn verhaftet.

Aber Carrie ist nicht diejenige, die die Führung übernimmt, sondern ein mysteriöser CIA-Analytiker namens Quinn. Ich bin mir nicht sicher, ob er eine neuer “love interest” für Carrie werden soll oder sich was Anderes hinter der Einführung dieser neuen Figur verbirgt. Er und Carrie haben den einen oder anderen verbalen Austausch, aber es ist noch zu früh zu urteilen, welche Funktion er erfüllen wird – Hindernis oder Helfer. Zurück zu Carrie und dem Mann, mit dem sie eine Obsession entwickelte und in den sie verliebt war oder … noch ist? Als Brody von Jessica aus dem Haus geworfen wird, geht er in ein Hotel und … ruft Carrie an. Eigentlich will er wissen, was sie weiß und sie umgekehrt dasselbe, aber beide wollen außerdem einander einfach sehen.

Die Szenen an der Bar erinnern uns daran, warum beide Schauspieler den Emmy für ihre Performance bekamen. Gleichzeitig mit dem Tanz der beiden werden wir Zeugen eines anderen Tanzes zwischen Dana und Finn. Großartig sind die Aufnahmen, als es zu dem ersten Kuss kommt und wir nur die Spiegelungen der beiden sehen und als Hintergrund die komplette nächtliche Stadt.
Während die beiden zusammen im Bild zu sehen sind, zeigt die Kamera Carrie und Brody ab einen gewissen Zeitpunkt ihres Gesprächs nur allein. Beide sind mit ihren Gedanken darüber beschäftigt, isoliert darin.

Carrie denkt, dass Brody falsches Spiel gespürt hat und entscheidet sich trotz der Einwände von Saul und Quinn für einen heftigen Schritt. Sie geht in Brodys Zimmer und ruft Verstärkung, die Brody dann festnimmt. Brody sagt, dass er sie wirklich gemocht hat und sie entgegnet: “I loved you!”
Als er mit einem schwarzen Beutel über dem Kopf abgeführt wird, bleiben wir mit Carrie im Zimmer und mit einem Gesichtsausdruck, der genauso wie in “The Smile” die Achterbahn der Gefühle in sich enthält. Was kommt als Nächstes?

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Homeland: State Of Independence (2×03)

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Im Review zur zweiten Episode sprachen wir darüber, wie Homeland mit den Sehgewohnheiten und den Erwartungen der Zuschauer spielt. Damit sorgt man nicht nur für Überraschungen, sondern man macht auch ein Statement, dass Homeland sich als eine besondere Serie sieht. Es wird uns vor Augen geführt, wie die Behörden am Flughafen in Beirut Saul die Aufnahmen mit Brody weggenommen werden. Wieder der alte Verzögerungs-Trick? Man nimmt das einzige solide Beweisstück weg und ab sofort glaubt auch Saul keiner? Nein, Saul hat den echten Chip versteckt und fliegt nach Hause, um die Bombe explodieren zu lassen. Die Frage ist nur, wen er einweihen kann und einweihen wird?

Die einzige Kritik, die man vielleicht an der Episode üben kann, betrifft den etwas bemühten Plot um Brody und den Schneider, der buchstäblich das tapfere Schneiderlein spielen möchte und sein Leben verliert. Vielleicht ergeben sich die gemischten Gefühle aus dem Vergleich mit Carries Plot. Eigentlich sind die Erzählungen um Brody und Carrie die gleichen – sie führen zu einer Bruchlandung. Aber während es bei Brody das Problem vorwiegend extern ist, handelt sich in Carries Fall um einen internen Konflikt.

Carrie hadert mit sich wegen der neuen-alten Situation, in der sie sich befindet. Sie kehrt zu ihren ehemaligen Kollegen zurück und diese Rückkehr geht schief, während Brody den Schneider wieder einzufangen versucht. Aber die Autoren schaffen es Brodys Situation geschickt mit der Jessica-Problematik zu verknüpfen. Die Episode beginnt mit einer intimen Szene zwischen Brody und Jessica, nur um mit ihrem Ultimatum zu enden – entweder die Wahrheit oder Brody kann die Koffer packen. Der Anfang der Episode ist für Carrie auch voller Hoffnung, aber alles endet damit, dass sie sich fast das Leben nimmt.

Zunächst wird sie durch Estes mit der Wahrheit konfrontiert, dass sie nach wie vor nicht an den Ermittlungen gegen Abu Nazir teilnehmen darf und schon gar nicht wieder eingestellt werden kann.  Sie versucht trotzdem ihr Leben in die Hand zu nehmen und teilt ihrem Vater mit, dass sie in ihre Wohnung zurückkehrt. An diesem Punkt hat man das Gefühl, dass Homeland zu dem eigenen Anfang zurückkehrt. Die Szene in Carries Wohnung, als sie allein ist und sich fertig macht, um auszugehen, erinnert stark an diejenige aus einer der allersten Episoden der Serie. Wenn ich mich nicht täusche, trägt Carrie auch dieselben Sachen.

Dieses Mal geht aber Carrie nicht aus. Etwas ist in ihrem Leben anders geworden bzw. man weigert sich ihr das Leben zu geben, das sie will und sie kann kein anderes führen. Dann sehen wir Carrie zu, wie sie einen Selbstmordversuch unternimmt, nur um sich dann doch anders zu entscheiden. Kurz darauf trifft Saul ein mit der ultimativen Rettung. Er zeigt Carrie Brodys Aufnahmen, der Kreis schließt sich und Homeland … fängt von vorn an.

Homeland: Beirut is Back (2×02)

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Wenn Autoren ihre Figuren in eine Ecke manövrieren, haben sie meistens einen Plan, wie sie sie wieder herausholen. Dieser Plan ist dann sehr effektiv, wenn wir als Zuschauer denken, ihn erkannt zu haben, aber er sich als etwas Anderes entpuppt. Das Finale der ersten Staffel legte den Grundstein für einen der größten Wendepunkte der bisherigen Homeland-Geschichte, als wir Carrie in Behandlung sahen und mitbekamen, welche Nebenwirkungen diese haben wird. Ihr Kurzzeitgedächtnis würde darunter leiden. In unseren Augen hieß das, Carrie würde den Namen Issa vergessen. Unsere Seherfahrung lehrt uns, dass an einem Höhepunkt, sprich Staffelmitte oder eine Episode vor dem nächsten Finale, diese Erinnerungen auf irgendeine Art und Weise zurückkommen werden und damit die große Enthüllung.

Aber erfreulicherweise haben die Homeland-Autoren einen viel besseren Plan. Wie wäre es, wenn schon in der zweiten Episode die Wahrheit über Brody ans Tageslicht kommt? Wer sich gefragt hat, wie Carrie wieder für die CIA arbeiten könnte, bekommt hier die ultimative Antwort: Wenn ihre Vorgesetzten erfahren, dass sie die ganze Zeit Recht hatte und das Misstrauen sie in diese schwere Krise beförderte. Wir können das schöne Bild aus dem Vorspann der Serie nehmen, um Carries Reise zu illustrieren. Dort sieht man sie und Brody im Labyrinth stehen. Dieses Bild ist nicht nur eine schöne Beschreibung von Homelands Erzählstruktur, sondern auch von der Reise der beiden – zu ihrem Ziel, zu sich selbst, zueinander…

Ja, sie finden einander im Labyrinth, aber nur für einen Augenblick, da sich Brody entschied den Weg hinaus allein zu suchen. Das warf Carrie in die tiefste Ecke des Labyrinths zurück. Aber nur um sie in der ersten Episode dieser zweiten Staffel mit einem Lächeln auf den Lippen wieder auf den Weg hinaus zu zeigen. Ich habe über dieses Lächeln als eine Mischung aus Freude und schmerzvoller Grimasse gesprochen. Wo kommt der Schmerz her? Von dem Wissen über sich selbst und derjenigen Erkenntnis, dass sie ohne Brody den Weg nicht gehen kann. Diese Episode bringt sie wieder zusammen, aber ohne direkten Kontakt.

Die Verbindung stellen wir her, in dem uns die Autoren geschickt mit beiden fühlen lassen, obwohl sie entgegengesetzte Ziele verfolgen. Wir  fiebern mit Carrie mit, dass alle endlich verstehen, wie gut sie in ihrem Job ist und dass sie Recht hatte Fatima zu vertrauen. Auf der anderen Seite stecken wir in Brodys Schuhen, der Abu Nazir vom Pentagon aus zu warnen versucht. In diesen Momenten demonstriert Homeland, dass sie nicht nur eine Charakterstudie ist, sondern auch ein spannender Thriller. Im Grunde haben sowohl Brody als auch Carrie Erfolg und gleichzeitig nicht. Abu Nazir entwischt, aber Carrie behielt Recht. Brody rettet Nazir, aber gerät damit immer tiefer in das Labyrinth der Lügen. Er ist derjenige, der jetzt verloren ist.

Die Unausweichlichkeit steht Brody im Gesicht geschrieben. Sein Geheimnis wird nicht lange eines sein. In einer rasanten Action-Sequenz findet Carrie unbeschadet den Weg aus dem Labyrinth der Beirut-Häuser mit einer Tasche in der Hand. Sie riskiert alles, um Informationen aus der Wohnung von Fatimas Mann zu sichern. Was sie noch nicht weiß ist, wie nah sie dadurch Brody wieder gekommen ist. Saul findet am Ende in der Tasche Brodys Aufnahme und der Knoten zieht sich zu…

Homeland: The Smile (2×01)

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Mit einem Lächeln auf ihren Lippen konnten die Homeland-Macher der zweiten Season ihrer gefeierten und mit mehreren Emmy ausgezeichneten Serie entgegensehen. Denn die Anerkennung und die Preise sind mehr als verdient. Warum? Genau wegen dieses Lächelns, wegen Homelands Kunst gleichzeitig von dem Lächeln als Lebensfreude und dem Lächeln als Grimasse zu erzählen.

Dabei wird alles von einer solchen Intensität und Spannung begleitet, dass man sich als Zuschauer beinahe wünscht, Carrie auf Beiruts Straßen zu folgen, auf den Straßen, die ich schon vor 25 Jahren als Kind im Fernsehen zerbombt sah und die auch heute mehr oder weniger dasselbe Bild liefern, das einer Grimasse des Lebens. Damit meine ich nicht das Anderssein, das Fremde, sondern das Leben voller Leid. Dieses Bild kann man auf Carries Situation übertragen, auf den Zustand in dem sich ihr Leben befindet.

Sie glaubt einen Fehler gemacht zu haben. Die einzige Stütze für ihr Anderssein (vor allem im Denken), nämlich am Ende Recht zu behalten, wurde ihr genommen. Ausgerechnet von einem Mann, der auch “anders” geworden ist, aber keiner es sieht. Außer Carrie, der keiner vertraut. Mit einem vom Schmerz bzw. Unbehagen verzerrten Gesicht verließen wir Carrie im Finale der ersten Staffel und mit der Frage, ob auf diesem Gesicht je wieder ein Lächeln möglich wäre? The Smile beantwortet sie! Und Claire Danes schafft es zum wiederholten Mal Carries Zerrissenheit in diesem kleinen Moment am Ende, in diesem kleinen Lächeln, das zwischen Freude und Verzweiflung schwankt, zu demonstrieren.

Warum Verzweiflung? Weil Carrie weiß, dass dieses Leben als Agentin das Richtige für sie ist und gleichzeitig dasjenige, das sie zerstört. Als Carrie aus ihrem “neuen, gesunden” Leben geholt wird, um der CIA mit einer Informantin zu helfen, realisieren wir, dass Carrie tief in sich drin nie weg war. Und Brody? er ist auf dem besten Weg, um Vize-Präsident zu werden. Aber die Erinnerung an ein anderes Leben, an eine Mission holt ihn schnell ein, als eine Journalistin auftaucht, die auch für Abu Nazir arbeitet. Brody erhält seinen ersten Auftrag und der wird mit tödlichen Folgen sein.

Im Moment sieht es bei Brody so aus, als würde er alles hinausschieben, hinauszögern wollen, vergessen und für einen Augenblick einfach Brody sein. Für ihn ist auch das Leben, in dem er steckt eine Grimasse, eine Maskerade, ein Spiel, um andere fern von den Geheimnissen zu halten, die man mit sich trägt. Wir haben auf der einen Seite Jessica, die die lächelnde Seite des Lebens endlich erfährt und auf der anderen Dana, die unter der Last des Geheimnisses ihres Vaters zu zerbrechen droht.

Dana spricht die Wahrheit, dass ihr Vater ein Muslim ist, öffentlich aus und ist selbst entsetzt, aber sie hat versucht seinen Glauben, ihn zu verteidigen. Die Frage bleibt aber: Ist er das? Wer ist Brody? Weiß er es selbst? Das Erschreckende, was Homeland uns zeigt, ist, dass eine Wahrheit so schockierend sein kann, dass keiner daran glaubt. Somit kann Danas Aussage – mit Hilfe der schnellen Reaktion eines Mitschülers – als ein Spaß durchgehen. Die Wahrheit kann immer maskiert werden.

Brody bestätigt sich aber gegenüber Jessica und dieser große Augenblick funktioniert gut, denn Jessica ist zwar geschockt, aber vor allem, weil er ein Geheimnis behielt, weil er sie nicht “reingelassen” hat, in den eigenen Kopf. Und hier verbirgt sich Homelands anspruchsvolles und bisher bravourös gemeistertes Unterfangen die Erzählung zu bewegen – von einer über die Grenze zwischen dem Öffentlichen und Privaten zu einer über das Eindringen in den Kopf des Einzelnen. Man kann sich nie sicher sein, ganz egal wie nah man einem Menschen steht, was in seinem Kopf wirklich vorgeht. daher weiß man nie, ob das Lächeln als Zeichen der Freude erscheint oder als eine Grimasse…

 

Sons of Anarchy: Authority Vested (5×02)

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Nach der brutalen Eröffnung der neuen Sons of Anrachy-Staffel kann man über die zweite Episode nur sagen: That was fun! Es sind die Worte vom Zuhälter Nero, den wir in der Premiere kennenlernten. Eigentlich war es Gemma, die mit ihm wirklich “aus der Nähe” Bekanntschaft machte. Diese Bekanntschaft führte dazu, dass Jax & Co. in Neros Etablissement sich vor der Polizei verstecken konnten.

Wie wir wissen, hat Pope dafür gesorgt, dass Jax, Tig und Chibbs im Gefängnis landen. Mit dieser Episode demonstrieren Kurt Sutter & Co., dass sie auch sehr schön “leise” erzählen können. Bis auf eine Verfolgungsjagd ist die Atmosphäre durchgehend entspannt und man lässt den Charakteren Luft, um sich entfalten. Und das tun sie! Vor allem bei Jax hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass er tatsächlich seine Führungsposition wahrgenommen hat und damit umgehen kann.

Das bedeutet natürlich nicht, dass alles für die Sons glatt abläuft. Weit davon entfernt! Sutter hat immer schon den Schreibprozess an seiner Serie als das Hineinmanövrieren der Figuren in unmögliche Situationen bezeichnet. Wie man des Öfteren in SOA sehen kann, gibt es sogar einen Plan A und einen Plan B, um die Lage jederzeit verschlimmern zu können. Zu den alten Konflikten kommen immer neue. Nach Popes Racheplan müssen Jax & Co. ins Gefängnis wandern, um dort erledigt zu werden.

Jax’ Problem ist immer noch das Fehlen eines Plans B, während alle anderen einen solchen haben, wie zum Beispiel Romeo. Jax verlangt Schutz im Gefängnis, den ihm Romeo zwar verspricht, aber wie wir hören auf alles vorbereitet ist. Währenddessen wirkt das Bündnis zwischen Nero und Jax im Moment viel ehrlicher. Beide teilen ähnliche Vergangenheit – ihre erstgeborenen Söhne haben gesundheitliche Schäden durch die drogensüchtigen Mütter erlitten. Nero hat sich aber von dem Gangsterleben verabschiedet, während Jax mittendrin steckt. Er will Neros Weg gehen, aber die interessante Frage im Moment ist: Wird Nero Jax herausziehen oder Jax Nero hineinziehen?

Ein anderes Bündnis bietet aber den Höhepunkt der Episode – Jax heiratet Tara auf die Schnelle bevor er ins Gefängnis wandert. Nach dem letzten Bild im Finale der vierten Staffel (Jax und Tara) nimmt es nicht  Wunder, welche Eheringe die beiden bekommen – diejenigen von Gemma und John: There is no one else who understands what you are going through right now better than I do!

Bei Tara hat man nach wie vor das Gefühl, dass sie einerseits weiß worauf sie sich einlässt und gleichzeitig – andererseits –  sie hin und wieder eine Art Panik überfällt: Sie fühlt sich wie Kaninchen in der Schlinge. Ihre Situation ähnelt ein bißchen der von Opie. Damit meine ich nicht, dass Opie die Entscheidungen in seinem Leben nicht freiwillig traf, aber er traf sie meistens für seinen besten Freund, für Jax.

Sowohl Tara als auch Opie – auch am Ende dieser Episode – entscheiden sich für Jax und für die damit verbundenen Konsequenzen. Sehr interessant wird, welche Konsequenzen Clays Aufbau eines Märtyrer-Selbstbildes haben wird und welchen Plan  er verfolgt. Schwarz und Weiß sind komplizierte Kategorien in Sons of Anarchy, es sei denn man nimmt sie buchstäblich…

White Collar: Judgment Day (3×16)

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Judgment Day ist als Finale tatsächlich ein Höhepunkt: nicht nur der dritten Staffel, sondern der USA-Serie insgesamt. Warum? Nicht wegen der Kombination aus allen Elementen, die eine Fall-der-Woche-Episode genießbar machen, sondern vor allem wegen der Situation, in die alle Figuren manövriert werden. Sie müssen sich entscheiden: aufgrund der kompletten Vorgeschichte ihrer Beziehungen. Also heißt es, alles Revue passieren zu lassen, um Konsequenzen ziehen, bevor es zu spät ist. Ich fand den Ablauf der Episode sehr gelungen, der hin- und herwechselt zwischen den Aussagen aller Personen aus Neals (Matt Bomer) Umfeld und der tatsächlichen Lage, in der sich Neal gerade befindet. Somit bilden die Gespräche bei der Anhörung eine Art Rahmen, innerhalb dessen das Gemälde im Minutentakt seine Farben ändert. Eigentlich hat die Bildmetapher für White Collar als Ganzes immer gut gepasst, und Judgment Day stellt das erneut unter Beweis.

Neal versucht eher, sich mit dem Rahmen seiner Vergangenheit zu arrangieren, als unbedingt aus ihm auszubrechen: Was er will, ist ein Stillleben. Und wie es Peter am Ende in seiner Aussage so schön fasst, muss man Neal die Möglichkeit geben, seine Farben zu zeigen. So lange er wie das Raphael-Gemälde in einem Karton “verpackt” bleibt, wird man sich nie das buchstäbliche Bild von ihm machen können. Agent Kramer allerdings hat sich dieses Bild schon ausgemalt. Wie er zu Peters Entsetzen im Gespräch gesteht, will er Neal weiterhin offiziell ans FBI “gebunden” halten, wie einen Hund an der Leine. Und der Hund soll ihm dienen und nicht Peter.

Im Grunde macht Kramer (Beau Bridges) einen ganz persönlichen Zug: Weil Peter die Beziehung zu seinem Informanten, Helfer und Mitarbeiter Neal anders erfährt, als es in Kramers Leben geschehen ist, versucht er Peter diese Freundschaft wegzunehmen. Jeder teilt hier mit jedem eine Geschichte, die die momentane Verfassung der Beteiligten und die daraus resultierenden Entscheidungen beeinflusst. Welche Geschichte teilt nun aber Neal mit einer gewissen Ellen Parker, die, wie wir erfahren, im Rahmen des Zeugenschutz-Programms auf der Roosevelt-Insel wohnt? Dort nämlich hat Neal das Raphael-Gemälde versteckt – und dorthin geht er jetzt, um es zu holen.

Denn um Neal Zeit zu verschaffen, versichert Sara Kramer, dass ihre Firma im Besitz des Gemäldes sei und Neal deswegen nicht belangt werden könne. Das schöne visuelle Bildmotiv zieht sich durch sämtliche Szenen zwischen Neal und Ellen. Als er sie umarmt, sehen wir die beiden im eingerahmten Spiegel, als ob sie selbst ein Gemälde darstellen würden. Auch später auf der Terrasse nähert sich die Kamera den beiden von innen nach außen durch ein Fenster, das sie zwischen allen Blumen einrahmt. Ein Stilleben der Vergangenheit? Viel über dieses Innen-Stilleben erfahren wir nicht, nur die Bestätigung, dass Neals Vater tatsächlich ein korrupter Polizist wurde, dass Neal unbedingt auf die Polizeiakademie wollte und dass Ellen seit Jahren nichts von Neals Eltern gehört hat.

Lustigerweise zeigt das Raphael-Gemälde St. George, und wie wir hören, ist George Neals zweiter Vorname… Der Inhalt rahmt den Rahmen ein! Nachdem Diana, Peter und Sara Neal aus der Klemme geholfen haben, findet Kramer einen anderen Umweg, um an ihn heranzukommen. Nur ist Neal dank Peters Warnung nicht mehr da! Er sitzt mit Mozzie im Flugzeug, und die Sonne streicht über seine unentschlossenen Gesichtszüge – ein Lächeln, Trauer, Ungewissheit, Erleichterung… Freiheit? Die Zukunft scheint definitiv kein Stillleben zu werden. Und mit diesem Ende macht White Collar für die kommende vierte Staffel alles möglich.

White Collar: Stealing Home (3×15)

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Oft sieht es danach aus, als gehörten Sport und Kunst unterschiedlichen Welten an und trennten die Menschen voneinander, die sich leidenschaftlich für das eine oder das andere interessieren. Aber muss es tatsächlich so sein? Gibt es keine Möglichkeit der Verbindung? Ist Sport nicht auch Kunst? Besitzt ein strategisch geplantes und erfolgreich ausgeführtes Spiel, das Leidenschaft erfordert und die Zuschauer in Euphorie versetzt, nicht ebenfalls Schönheit? Dieselbe, die man etwa beim Betrachten eines Gemäldes empfinden kann?

Zu dahin gehenden Konversationen kommt es in dieser Epsiode zwischen Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay), als die beiden Gordon Taylor zu überführen versuchen, einen der berühmtesten Con-Männer. Taylor plant einen Überfall auf das Yankee-Stadium, aus dessen Museum er im Auftrag des reichen Baseball-Liebhabers Robert Withrow Jr. ein ganz bestimmtes Exponat entwenden soll. Taylor ist berühmt für sein Motto “nobody gets caught, everyone gets paid” – und dafür, dass sogar die Ausgeraubten Sympathie für ihn empfinden. Jemanden zu finden, der ihn verraten würde, ist folglich keine leichte Aufgabe! Es sei denn, man wird Teil seines Teams. Mozzie lässt sich eine solche Möglichkeit der Zusammenarbeit nicht entgehen und ist schon an Bord, bevor er Neal überhaupt gefragt hat. Dabei deutet diese Episode allerdings eine unausgesprochene Frage an: Falls Neal frei kommt und einem “normalen” Job nachgehen will – wird Mozzie dann bleiben?

Die Antwort überlassen wir dem Finale nächste Woche und geben uns für den Augenblick mit Gloria-Steinem- und Quentin-Tarantino-Zitaten zufrieden. Und Neal muss eine Runde Billard mit Taylor spielen, um seine Bereitschaft für den Job unter Beweis zu stellen. Denn nach Ansicht der Con-Männer erfährt man bei einer Runde auf dem grünen Filz am meisten über sein Gegenüber! Für Peter wiederum bedeutet das Ganze mehr als einen normalen Fall, denn wie wir und Neal erfahren, war Peter einmal Basketball-Profi, bevor er sich aus gesundheitlichen Gründen für einen anderen Beruf entschied. Peters kindliche Leidenschaft für den Sport ähnelt Neals Leidenschaft für Kunstobjekte. Auch als Ganze ist Stealing Home eine besondere Episode für Tim DeKay (Peter), denn sie markiert sein Regiedebüt und reiht ihn damit in die Kette von Schauspielern ein, die in White Collar bereits hinter der Kamera standen.

Nachdem Mozzie sich nicht überwinden kann und Taylor doch noch zum Entkommen verhilft, bekommt am Ende der Episode DeKays Figur vor der Kamera, Agent Peter Burke, ein ganz besonderes Geschenk von Neal, so dass er für kurze Zeit seine Sorgen vergisst. Diese Sorgen betreffen Neals kommende Anhörung. Zwar will Sarah zu Neals Gunsten aussagen, aber Agent Kramer hat anscheinend einen Weg gefunden, einen positiven Ausgang zu verhindern. Was verbirgt sich hinter den codierten Botschaften, die Neal damals in seinen Briefen an Kate verbarg? Hat er noch mehr Geheimnisse – oder will Kramer welche für ihn schaffen, damit Neal nicht frei kommen kann? Bleiben wir gespannt auf das Finale nächste Woche.

White Collar: Pulling Strings (3×14)

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Neben dem strahlend blauen Himmel und der unverbindlichen Leichtigkeit der Erzählung war White Collar immer eine Geschichte über das Suchen und Finden von Vertrauen, über dessen Verlust und den Versuch, es wiederherzustellen. Dabei steht natürlich die Beziehung zwischen Peter und Neal im Vordergrund, aber durch die Ereignisse um den Nazi-Schatz zieht sich die Thematik im Laufe dieser Staffel durch die Beziehungen zwischen allen Beteiligten.

Neal scheint das Vertrauen in sich selbst gefunden zu haben, aber haben es andere? Lasst uns, mit Derrida gesprochen, den Spuren der Spuren dieser Gefühlsverwicklungen folgen. Wie schon in den Previews angekündigt, kehrt die Versicherungsermittlerin Sara (Hillary Burton) zurück, Neals – gegenwärtige – Ex. Die Figur scheint die Fan-Lager zu spalten: Manche sehnten sich nach ihrer Rückkehr, andere hätten sie gern für immer verabschiedet. Ohne Partei ergreifen zu wollen, kann ich nur sagen, dass Sara – beliebt oder nicht – für die angesprochene Vertrauensthematik eine wichtige Rolle spielt, hat doch Neal (Matt Bomer) nicht nur Peters (Tim DeKay) Vertrauen missbraucht, sondern auch Saras. Obwohl die Beziehungsgeschichte zwischen den beiden immer kompliziert war…

Aber da sich die Handlung in den derzeitigen Episoden auf Neals Anhörung und mögliche endgültige Freilassung zubewegt, gilt es für ihn, Vertrauen wiederherzustellen. Wie wir nun mitbekommen, kämpft nicht nur Neal darum, in den Augen Anderer anerkannt zu werden, sondern auch Peter selbst: Wegen Elizabeths Geburtstag steht der Besuch ihrer Eltern bevor. Währenddessen muss Diana, die einen Heiratsantrag von ihrer Freundin bekommen hat, sich mit der doch neuen Situation anfreunden, und Jones möchte Peter nicht enttäuschen, der ihm die Führung der Ermittlungen übergibt.

Der Fall betrifft eine verschwundene Stradivari. Saras direkter Vorgesetzter und Ex-Liebhaber McKenzie ist involviert; Neal und Sara müssen also zusammenarbeiten, was zu etlichen verbalen Auseinandersetzungen führt – aber auch zu der (unausgesprochenen) Erkenntnis auf beiden Seiten, dass ihre Beziehung noch lange nicht vorbei ist. Dank Mozzie, der wieder für die Highlights der Episode sorgt, kann sich Peter bei seinen Schwiegereltern in durchaus gutem Licht darstellen, auch wenn es viel Wein, Derrida und die Dekonstruktion von Elizabeths angeblicher Lieblingspuppe aus Kinderzeiten erfordert…

Als einziger Schatten am blauen Himmel erweist sich Agent Kramer (Beau Bridges), der nicht nur Neal, sondern auch den Rest des Teams vor der anstehenden Anhörung unter die Lupe nimmt und Bedenken hegt. Werden alle zusammenhalten – auch wenn es darum geht, nicht die ganze Wahrheit zu sagen?

White Collar: Neighborhood Watch (3×13)

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Schon nach der Entführungsepisode sprachen wir über die gelungene Entscheidung der Autoren, Elizabeth aus ihrer passiven Position herauszuholen. Und es scheint so, als bliebe sie weiterhin Teil des Teams und nicht nur die Frau für ein paar Szenen pro Staffel. Vermutlich haben die White Collar-Autoren registriert, wie sehr den Zuschauern die Kombination Mozzie (Willie Grason) – Elizabeth (Tiffani Thiessen) ans Herz wächst. Und Neighborhood Watch ist im Grunde eine Elizabeth-Mozzie-Episode. Natürlich sind Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) mit von der Partie, aber sie agieren eher im Hintergrund.

Als Peter einen Polizeiscanner aus seinem FBI-Überwachungsequipment in eingeschaltetem Zustand zu Hause vergisst, hört Elizabeth eine verdächtige Konversation ab. Da Neal und Peter zunächst dazu neigen, Elizabeths Hinweise auf ein mögliches Verbrechen als posttraumatische Stressreaktionen einzustufen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als den Mann zu kontaktieren, der für Verschwörung und Paranoia immer zu haben ist. Vielleicht fragt sich jemand, wie Elizabeth Mozzies Beteiligung an der Nazischatz-Story so leicht vergessen konnte?

Das passende Wort wäre hier zwar „verzeihen“ – aber: so leicht? Nun – wir Zuschauer dürfen nicht vergessen, dass zwischen den beiden eine besondere Verbindung besteht, die sehr geschickt schon in der zweiten Staffel etabliert wurde. In Neighborhood Watch kommt diese Verbindung definitiv zum Tragen, als sie herausfinden, dass die Stimme am Telefon Elizabeths und Peters Nachbar gehört. Also schreitet man zur Tat, um in Erfahrung zu bringen, was mit den Leuten auf der anderen Straßenseite nicht stimmt. Und tatsächlich: Dort haust ein… Werwolf mit seiner Gattin! Spaß beiseite: White Collar setzt hier auf die Kombination aus True Bloods Joe Manganiello in der Gastrolle und Matt Bomer als Schlüssel zu den (vermutlich vorwiegend) weiblichen Zuschauerherzen.

Hormone hin oder her, seinem Gastrollen-Status entsprechend bekommt Manganiello als Ex-Con Ben Ryan, ebenso wie seine Gattin (gespielt von Lola Glaudini, The Sopranos), wenig zu tun. Sie sind Mittel zum – guten – Zweck: Die Bankraub-Verschwörung, die das Pärchen vorbereitet und dann auch durchzieht, gibt Elizabeth die Möglichkeit, einen White-Collar-Insiderwitz zu platzieren, für den Mozzie verantwortlich zeichnet, indem sie undercover als FBI-Agentin auftritt. They don’t call me Mrs. Suit for nothing.

Ironischerweise muss auch Neal undercover, und zwar als er selbst bzw. als sein früheres Selbst, Nick Holden. (Der Trick mit dem Augen-Make-Up und der Serviette war ein genauso guter Treffer wie Mozzies geheimes Signal!) Als Ben am Ende verhaftet wird, sagt er Richtung Neal: Thought you were one of us. Das hat auch Neal selbst lange Zeit geglaubt. Vielleicht wird er es immer bleiben, – vor allem, wenn er die Cons auf der „richtigen“ Seite des Gesetzes ausführen darf, zusammen mit dem Team von Inspector Gadget? Mit dieser Episode scheinen alle auf dem besten Wege zu sein, das Keller-Trauma zu verarbeiten. Ob das so weitergeht?

White Collar: Upper West Side Story (3×12)

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She walks in beauty, like the night
Of cloudless climes and starry skies;
And all that’s best of dark and bright
Meet in her aspect and her eyes:
Thus mellowed to that tender light
Which heaven to gaudy day denies.

Nach den hektischen letzten Episoden und den Gefahren, die die Protagonisten überstehen mussten, bringt White Collar mich persönlich wieder zurück zu dem ersten Grund, aus dem ich damals die USA-Serie zu mögen begann. Es geht um die romantische Leichtigkeit des Seins, mit der geflirtet wird, um den gepflegten Reim eines gelungenen Cons. Zwar sind die jüngsten Ereignisse nicht vergessen, aber es sind wieder alle Protagonisten gemeinsam an Bord, als es um Unterschlagung an einer privaten Eliteschule geht… und um Lord Byron oder die Liebe zu der Liebe. She is in love with love, sagt Neal über eine junge Schülerin, nachdem er aus der Not heraus als Literaturlehrer undercover gehen musste. Die fragliche Schülerin heißt Chloe, ihres Zeichens Tochter des Vorstandsmitglieds von Manhattan Prep, auf dessen Fährte Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) von Chloes Mitschüler Evan gesetzt worden waren.

Nicht nur ist Chloes Vater Andy Woods (Dylan Baker Hall) ein alter Bekannter des FBI – er arbeitet mit einem Drogenkartell zusammen -, sondern er lässt nach Evans Untersuchungen neuerdings Stiftungsgelder in die eigene Tasche fließen. Upper West Side Story ist eine Episode, in der jeder jedem eine Lektion erteilt – und zwar nicht im Sinne einer Strafe, sondern im Sinne einer Chance. Das betrifft auch und vor allem die Beziehung zwischen Peter und Neal, die wieder heilen muss, wofür Neal alles tun will. Nimmt aber Peter die Wiedergutmachungsversuche an? Peter will keine praktische Wiedergutmachung durch Geschenke, sondern er will Neals endgültiges Bekenntnis zu ihrer Beziehung. Elizabeth taucht nur kurz auf, aber dafür in einer wichtigen Szene, die Peter klar macht, dass nicht nur Neal zu Peter stehen bzw. sich ändern muss, sondern dass auch Peter selbst seine allzu große Erwartungshaltung in Frage stellen sollte.

Ironischerweise ist es Peter, der sein „someone has great expectations“ auf Neal münzt. Dabei ist das im Kontext von Neals Literaturlehrer-Blitzkarriere nicht nur eine Referenz auf Dickens‘ berühmten Roman, sondern eine Aussage über Peter, Neal und ihre bisherige Haltung zum Leben. Evans Liebe Chloe wird als eine Romeo-und-Julia-Story (zunächst ohne Julias Wissen) präsentiert, aber passt dieses Modell nicht eher auf die Freundschaft zwischen Peter und Neal, die aus zwei unterschiedlichen, gar gegensätzlichen Welten zueinander fanden?

Eine Menge schön inszenierter Momente dieser Freundschaft hat die Episode zu bieten, wie die abendlichen Besprechung des Falls in Peters Büro – orchestriert als Kombination aus den ovalen Lichtflecken der Stehlampen und den Spiegelungen in den Glasoberflächen – oder den Augenblick, als Peter im Vorbeigehen durch das Fenster des Schulzimmers sieht, wie Neal den Literaturlehrer abgibt, und anschließend am Unterricht teilnimmt. An all den Renaissance-Verwicklungen nehmen auch Mozzie und Diana teil, indem sie in unterschiedlichen Liebesgeschäften mit Peter und Neal interagieren. Diana posiert als Peters Geliebte, als man Woods und seiner Freundin Amber einen Besuch abstattet.

Amber: I love Aspen, except for the snow. Nun, diese Bemerkung hat wohl etwas Postmodernes an sich… Währenddessen schlüpfen Neal und Mozzie in die Rollen zweier Liebes-Barden, die Chloe und Evan zu verkuppeln versuchen, so dass am Ende alle gewinnen – bis auf Chloes Vater. Auch Neal kann sich zu den Gewinnern zählen, denn Peter verschweigt seine Beteiligung an der Nazi-Schatz-Story. Somit steht dem neuen Leben in Freiheit nichts im Wege:

He walks in freedom, like the night
Of cloudless climes and starry skies…