White Collar: As You Were (3×08)

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Diese Episode war längst fällig: Jones (Sharif Atkins) außerhalb des Vans – und des Schattens von Neal (Matthew Bomer) und Peter (Tim DeKay). As You Wish: Oft haben White Collar-Zuschauer den Wunsch nach einer Jones-Episode geäußert, und As You Were kann durchaus als eine solche bezeichnet werden, auch wenn Neals Wechselbad der Emotionen und sein Hadern gegen Ende Überhand nehmen. Allemal ist es gut, mehr über Jones zu erfahren und einen Fall zu erleben, in den er persönlich involviert ist. Es handelt sich um eine alte Freundschaft… und um die Liebe zu einer Frau.

Als Jones nach Hause kommt, erwischt er einen Einbrecher, der für einen einfachen Dieb ziemlich gut im Nahkampf ist. Der Dieb wollte einen Brief entwenden, den Jones von Jimmy bekam, seinem alten Kumpel aus Militärzeiten. In dem Brief sind Geheiminfos versteckt, die zu Verschwörungen und Manipulationen in höchsten Militärkreisen führen. Es handelt sich um eine private Sicherheitsfirma, die unter dem Schirm der Regierung operiert.

Als Jimmys Frau Isabel die Bühne betritt, kann sich Jones nicht mehr abschirmen gegen den Fluss der Erinnerungen. Genauso wie in der letzten Episode, als alle mit anhören konnten, wie Mozzie von Sallys Bett aus mit ihnen redet, tragen auch jetzt sowohl Diana als auch Neal und Peter jenes gewisse Schmunzeln im Gesicht. Denn die Gefühle zwischen Jones und Isabel, die Jones damals fast geheiratet hätte, stammen zwar aus längst vergangenen Zeiten, haben diese aber offenkundig überdauert! Die Frage ist: War Jimmy tatsächlich unwissend in kriminelle Machenschaften involviert – oder handelte er, um Isabel immer wieder zu beeindrucken und schließlich zu gewinnen? Denn wie wir hören, war Jones als Mann und Mensch immer eine Nummer zu groß für Jimmy – Domizil im Kellergeschoss hin oder her.

Generell beschäftigt sich As You Were mit der Frage nach Verrat und Vertrauen innerhalb der ‚Familie’ – leiblicher oder freundschaftlicher. Verrät Neal Peter oder Mozzie? Ganz egal, wie er sich entscheidet: Einen der beiden wird er verraten. Den ersten Verlust muss er allerdings schon kurz nach Anfang der Episode verkraften: Sara verlässt ihn. Die beiden sprechen nicht explizit über den Grund, aber die Kamera, gekoppelt an Neals und Saras Blicke, erzählt den Rest. Jeder der beiden weiß, wovon er nicht spricht.
White Collar verbindet geschickt beide Handlungsstränge in der besten Szene der Episode, als Neal Jones einen Besuch abstattet und beide einen trinken.

Sie sprechen über das Treffen einer Wahl, über Entscheidungen, die gleichzeitig auch Verzicht bedeuten; darüber, die eigene Situation abwägen und den Wert dessen, was man schon hat, gut einschätzen zu können. Es ist so, als wolle sich Neal in den letzten Episoden immer wieder die Bestätigung holen, dass die Menschen, die ihn umgeben, seine Freunde sind und ihn so nehmen, wie er ist. Er sieht auch Jones’ Bereitschaft, für ihm nahe stehende Menschen Grenzen zu übertreten. Nun, Jones geht nicht nur auf den Mann los, der Jimmy gefangen hält, sondern übertritt auch andere Grenzen… und erlebt mit seiner Ex einen innigen Augenblick, der in einen Kuss mündet.

Dafür riskiert später Neal sein Leben, um Jimmy bzw. Jones zu helfen. Zum ersten Mal sehen wir Neal ganz in Weiß, in der Uniform eines Marine-Admirals. Dieser Auftritt korrespondiert wiederum auf metaphorischer Ebene mit seinem Hadern: Wie kommt er mit einer weißen Weste aus der Situation heraus? Und mit ‚Situation’ ist diejenige gemeint, in die er sich nach und nach hineinmanövriert hat, weil er alles haben und auf nichts verzichten will. Lange hat Neal die Entscheidung hinausgezögert, ob er flieht oder bleibt. Er arbeitete zwar mit Mozzie an dem Fluchtplan, aber entschieden hat er sich nicht wirklich. So sehen wir ihn am Ende in Peters Wohnung einbrechen, während Mozzie (Willie Garson) Elizabeth als Ablenkungsmanöver ausführt und Peter im Van sitzen muss.

Neals Ziel ist das Manifest aus Peters Safe. Als er es in Händen hält, ruft ihn Peter an und beteuert ihm wieder einmal seine Besorgnis und seinen Wunsch, Neal zu einem wohl verdienten, guten Leben zu verhelfen. Die Szene hört sich zwar pathetisch an, aber Tim DeKay holt das Beste heraus und lässt sie überzeugend und warmherzig wirken, ohne over the top zu sein.
Daraufhin begeht Neal den nächsten Vertrauensbruch und erzählt Mozzie am Telefon, dass das Manifest nicht im Safe war. Jetzt scheint er im Niemandsland zu schweben. Welche Entscheidung wird er treffen? Oder hat er es schon getan?

Neal, you live in the clouds and I work on West 69th, sagt Sara am Anfang zu ihm. Andere sitzen sogar im Van. Vielleicht ist es für Neal an der Zeit, auf den Boden zu kommen? Denn von dort, umgeben von Freunden, fällt man nicht annähernd so tief wie aus den Wolken – ganz egal, worum es geht.

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