White Collar: Checkmate (3×11)

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Nach dem Cliffhanger mit Elizabeths Entführung im letzten Sommer kann man getrost behaupten, dass keiner der Zuschauer daran geglaubt hat, dass sie das Zeitliche segnen oder eine andere Hauptfigur ernsthaft zu Schaden kommen würde. Nein, der Cliffhanger funktionierte aus anderen Gründen: nämlich hinsichtlich der spannenden Frage, wie diese gefährliche Situation die Beziehung zwischen den Figuren beeinflussen würde. Checkmate liefert die Antwort: White Collar bringt diese Beziehungen im Grunde genommen auf die nächste Stufe.

Dabei setzt die USA-Produktion die Entführungssituation sehr geschickt ein. Nicht etwa im Sinne eines spannenden Laufs gegen die Zeit; wir wissen ja, dass Keller nicht gewinnen kann, dass Elizabeth gerettet wird und dass Neal (Matt Bomer) und Peter (Tim DeKay) die Luft irgendwie reinigen werden. Die Entführung dient vielmehr als Vorlage für emotionale Konflikte. Es ist das Wie, das Checkmate zu einer guten Episode macht. Erstens gefällt es mir, Elizabeth sich allein befreien zu lassen, da sie das in eine aktive Position versetzt. Zweitens erscheint mir der Griff zur Brieftaube gelungen, um Mozzie (Willie Grason) zu kontaktieren – denn er scheint samt Schatz wie vom Erdboden verschluckt zu sein!

Übrigens: Tim DeKays  Darstellung eines von Angst, Frust, Enttäuschung und Ärger zerrissenen Peter kann überzeugen. Könnte er Neal und Mozzie überhaupt vergeben, selbst wenn Elizabeth nichts geschieht? Das hängt von ihrer Ehrlichkeit ab – und für Neal von seiner Entscheidung, die jetzt gefordert wird: nicht nur zu wählen, was für ein Mann er sein und was für ein Leben er führen will, sondern auch zu diesem Leben zu stehen. Und das tut Neal, indem er Peter die Gründe für sein Bleiben in New York mitteilt. Sehr geschickt untermauert die Serie Neals Worte, indem man die Beteiligten zur Zusammenarbeit zwingt, um den Schatz und Elizabeth unversehrt zurückzubekommen – Keller den Schatz und Peter seine Frau.

In den Zweier-Szenen zwischen Neal und Keller spürt, sieht und hört man, dass Neal dieses Kapitel für sich endgültig abgeschlossen hat. Die beiden haben sich in entgegengesetzte Richtungen entwickelt, und es gibt keinen Punkt, an dem sie sich wieder treffen könnten. Auch ein Nazi-Schatz im Wert von mehreren Milliarden Dollar kann kein solcher Punkt sein! Im Gegensatz dazu stehen die Szenen zwischen Neal und Peter: Neal ist bereit, alles auf sich zu nehmen, um Keller für immer eingesperrt zu sehen. Er ist bereit, sich für seine Wahl-Familie zu opfern. If you want a happy ending, meinte Neal am Ende von Countdown, … that depends, of course, on where you stop your story, ergänzt Mozzie das Orson-Welles-Zitat. Dieselbe Unterhaltung führen sie auch hier, nur fügt Mozzie nun hinzu: „Until the next chapter!“

Das Problem mit Keller ist nur halbwegs gelöst, denn er befindet sich in russischer Hand, wo er die Schuld – in Kellers Augen: das Verdienst – am Fund des Schatzes auf sich nimmt.  Neal braucht sich also nicht zu stellen. Aber seine Bereitschaft bedeutet in Peters Augen viel. Der Cliffhanger: Neal kann in drei Monaten ein freier Mann sein. Aber könnte er freier sein als jetzt? Was bedeutet das für Neal und für seine Beziehung zu Peter, zu Sara, zu Mozzie? Was denkt ihr, wie ein neues Kapitel dieser Geschichte aussehen wird?

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