White Collar: On the Fence (3×09)

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On the Fence könnte als Halbstaffelfinale durchgehen, denn das emotionale Chaos und die Spannung, die die Episode kreiert, bilden einen vorläufigen Höhepunkt des bisherigen Staffelverlaufs. An dieser Stelle der White Collar-Erzählung sind alle Figuren „von der Rolle“ – in dem Sinne, dass sie auf den ersten Blick „untypisch“ handeln. Und es braucht einen wiederkehrenden Bösewicht, um dieses emotionale Pulverfass zu zünden.

Ausgerechnet Neals Nemesis Matthew Keller taucht wieder auf und ist hinter dem Schatz her. Wie immer ist er bereit, jede Grenze zu überschreiten, um sein Ziel zu erreichen. Er tötet sogar Hale, Mozzies Freund und Con-Man der alten Schule. Man kann sagen, dass Kellers Auftauchen alle Beteiligten zu extremen Taten bewegt, aber letztendlich ist er nur Auslöser für die Befreiung angestauter Emotionen – Emotionen, die sowieso früher oder später zu einer Eskalation geführt hätten. Wenn jeder jeden belügt, kommt es irgendwann zu extremen Handlungen. Aber White Collar zeigt sich in genau solchen Situationen von seiner stärksten Seite.

Mozzie setzt kurzerhand sechs Millionen Dollar Kopfgeld auf Keller und verkauft dafür das Dega-Gemälde, ohne Neal ein Wort zu sagen. Sara verliert ihre Coolness, als Keller sie als angeblicher Interpol-Agent um Informationen angeht. Peter verschweigt Elizabeth, dass der Mann, der ihn entführte, wieder in der Stadt ist. Und für Neal gerät mehr oder weniger alles außer Kontrolle. Im Grunde hat seine Selbstfindungsreise zu alledem geführt: der Trennung von Sara, den Lügen gegenüber seinen Freunden Mozzie und Peter und dazu, dass er beinah von Keller erschossen wird. Keller (Ross McCall) kommt als angeblicher Interpol-Agent nur deswegen so leicht an Sara heran, weil ihr Neal nie etwas darüber erzählt hat.

In dieser Episode bekommt Neal jedoch mehr Interaktion mit einem Gaststar als mit Sara: Eliza Dushku übernimmt die Rolle der Fälscherin Raquel LaRoque, die in dieser Episode irgendwie extrem fehl am Platze wirkt. In jeder anderen Episode wäre ihre Noir-Klischee-Figur für den Fall der Woche und einen kleinen Flirt mit Neal sicher willkommen; nicht aber in dieser, da es für die Hauptfiguren um Leben und Tod, um Lügen und Vertrauen geht.

Aber das schmälert nur wenig den allgemeinen Eindruck von On the Fence – und ich bin gespannt auf das eigentliche Halbstaffelfinale nächste Woche.

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