White Collar: Scott Free (3×06)

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Scott Free ist eine weitere Episode, die den Fall der Woche dazu benutzt, um das Spiel zwischen Neal (Matthew Bomer) und Peter (Tim DeKay) in die nächste Runde zu befördern. Und diese heisst: Vergangenheit. Der Auftritt vom angehenden Trickbetrüger-Superstar Scott Rivers (Hutch Dano) sollte dafür sorgen, dass Neal mit einem Spiegelbild konfrontiert wird und an die Freiheiten und gleichzeitig Fehler seiner Jugend erinnert wird.

Aber irgendwie beleibt der Auftritt unpersönlich. Alles wirkt zu sehr bemüht und durchsichtig, so wie Neals Trick mit dem Entwenden der Armbanduhr, als er und Peter eine Partyeinladung zu erzwingen versuchen. Es ist immer interessant und amüsant zuzusehen, wenn Neals Position des klugsten Menschen im Raum erschüttert wird. Das ist was man mit Scotts bzw. Robin Hoodys (wie Neal unfreiwillig ihn betitelt) Erscheinen bezweckt. Aber diesmal funktioniert es nicht. Dafür bekommt Sara, abgesehen von den romantischen Szenen mit Neal, mehr zu tun. Sie scheut nicht davor die Grenzen zu übertreten. Immerhin betrügen Neal, Scott, Mozzie und Sara einen Betrüger, der Scott nach dem Leben trachtet. Ich habe mich gefreut Twin Peaks’ Dana Ashbrook in der Rolle des Bösewichtes namens Carlisle zu sehen.

Eigentlich ist man von White Collar daran gewöhnt, nicht zu bemerken, wann und wie es passiert, um später umso mehr die Auflösung zu genießen. Den „Cons“ in Scott Free ist viel zu leicht zu folgen. Auch das alte-neue-Betrügerschule-Spielchen fällt zu kurz und überzeugt nicht, genauso wenig wie Scotts Machenschaften. Andererseits – und so kommen wir zu den positiven Aspekten der Episode – referiert die Erinnerung an Neals Jugend und den Start seiner „Karriere“ auf die Identitätskrise, in der er sich im Moment befindet. Der Nebenplot, der eigentlich zum staffelübergreifenden Hauptplot gehört, um Mozzies und Neals Fluchtvorbereitungen passt perfekt zu der Frage danach, wer Neal wirklich ist und wer er sein will.

Victor Moreau vielleicht? Das ist die neue Identität, die er für die bevorstehende Flucht bekommt. Er schlüpft sozusagen in ein leeres Leben, denn diese Identität ist keine Fälschung. Sie wurde – wenn ich die Erklärung richtig verstanden habe – gezüchtet, von Geburt an. Aber Victor war bis zu diesem Moment ein Geist. Will Neal als Victor den Geistern der Vergangenheit entkommen oder einfach den halsbrecherischen Schritt machen, vor dem er Scott warnt? Will er den freien Fall seiner Jugend fortsetzen, bis zum harten Aufprall?

Wie hart wird aber dieser sein? Am Ende sehen wir, wie Sara den Pass mit Victors Identität findet. Was wird sie tun? Und ist es tatsächlich Neals Nachlässigkeit gewesen oder ermöglicht er mit Absicht Sara den Pass zu finden. Will Neal vielleicht vor seinem freien Fall gerettet werden?

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