White Collar: Where There’s a Will (3×02)

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Honey, do you wanna go grab some mirrors and go play with Neal? fragt Elizabeth (Tiffani Thiesen) Peter (Tim DeKay). Die Antwort ist „Yes“ – und sie bezieht sich zwar auf den Fall der Woche, betrifft jedoch noch mehr die Gesamtsituation in White Collar. Neal (Matthew Bomer) und Peter sind, wie wir schon letzte Woche besprachen, zurückgekehrt zu ihrem Katz-und-Maus-Spiel aus der ersten Staffel. Denn Neal muss sich entscheiden, ob er das Leben, das er derzeit führt, wirklich hinter sich lassen will.

White Collar wiederum hat zurückgefunden zu seiner Bestform. On Guard funktionierte als gelungene Eröffnung der neuen Staffel, aber Where There’s a Will ist in meinen Augen noch besser. In jedem Fall hat sich das Unterhaltungsniveau um eine Stufe nach oben verlagert! Und der Vorspann gefällt mir besser. Die Schauspielergesichter als lebende eingerahmte Bilder und dadurch den Vorspann als eine Art Kunstgalerie zu gestalten, ist ein simpler und höchst effektvoller Einfall. Letztendlich dreht sich ja White Collar um Kunst – bzw. um das kunstvolle Entwenden derselben.

Was aber macht man mit dem schon Entwendeten? Mozzie zeigt Neal, dass er vom Laptop aus 24 Stunden pro Tag den Nazi-Schatz überwachen kann, denn er hat eine Kamera installiert. Außerdem bereitet er den Verkauf einiger Gemälde vor. Aber will Neal wirklich in diese Richtung gehen? Mehrere Aufnahmen von seinem Gesicht oder dessen Spiegelungen deuten auf ein Zögern hin. In welche Richtung? Um Richtungen und Spiegelungen dreht sich auch die neue Episode – und um eine Schatzsuche. Wer könnte schließlich zu einer solchen Suche Nein sagen? Weder Neal noch Peter. Peter versucht zwar, sich zu beherrschen, aber das abenteuerlustige Kind in ihm nimmt Überhand. Sein amüsantes, beinahe kindliches Benehmen in dieser Episode korrespondiert sehr gut nicht nur mit dem Traum eines jeden Kindes, einen Schatz zu finden, sondern auch mit dem ernsthafteren Fall der Woche.

Eigentlich müssen Peter und vor allem Neal herausfinden, ob der letzte Wille des verstorbenen Multimillionärs Nathaniel Rowland echt und rechtskräftig ist – um damit den Erbstreit zweier Brüder zu schlichten (Josh und James Rowland, gespielt von den Zwillingen Chris und Danny Masterson). Der letzte Wille erweist sich als Fälschung, aber Peter und Neal lassen sich nicht vom Schein blenden und finden heraus, dass die Fälschung eigentlich als solche vorgetäuscht wurde: Das falsche Testament ist nur die erste Spur, die zu weiteren Spuren führt… und die wiederum versprechen, wenn man ihnen richtig folgt, zu einem Schatz zu führen, zu Rowlands wahrem, millionenschweren Nachlass.

Everything points to something, sagt Neal; Mozzie beschuldigt ihn, die Worte aus seinem Kopf entwendet zu haben. Der exzentrische Millionär kreiert ein letztes Spiel, in dem es darauf ankommt, das, was vor einem liegt, aus dem richtigen Blickwinkel zu betrachten. Um in diese Position des Beobachters bzw. Lesers zu gelangen, müssen sich Neal und Mozzie ins Planetarium begeben, um dort in einem alten Buch die Antwort zu finden, nach der sie suchen.

Eine faszinierende Erzählung um Rowlands Nachlass ensteht dadurch, dass die Arbeiten des berühmten dänischen Astronomen Tycho Brahe, das Sternbild der Zwillinge sowie ein Manuskript, das zu Staub zerfiel, in den Plot hineingewoben werden. Nicht weniger faszinierend freilich erscheint Mozzies (Willie Garson) Auftritt im Planetarium: als Blinder, mit Burkes Satchmo als Blindenhund. I like the idea of stars! Obwohl Peter sich zunächst weigert, das Ganze weiterzuverfolgen, kann er die Füße nicht still halten – und Elizabeth erteilt ihm die Erlaubnis: „go and play with Neal“. Dann machen sich alle, bewaffnet mit Spiegel und Sextant, zu einer Sonnenuhr auf, um die nächste von Rowland hinterlassene Spur zu finden. Das Ganze entwickelt sich zu einer Kindesentführung, denn der ehemalige Sicherheitsexperte der Familie (William Sadler) entführt Savannah, Tochter des einen Rowland-Bruders. Ausgerechnet sie aber entpuppt sich als Schlüssel zur Auflösung – genau gesagt: ihr Fußkettchen.

Geschickt verbinden die Autoren auch hier das Thema der Woche mit dem übergreifenden Handlungsstrang. Nicht nur amüsiert uns schon am Anfang der Episode der Austausch zwischen Peter und der kleinen Savannah, sondern sie sprechen auch über ebendiese Kette an ihrem Fuß – und diejenige an Neals, für die Peter den Schlüssel besitzt. Nun: Wie man erfährt, hat Peter nicht vor, sie aufzuschließen! Er zieht zu seiner Nazi-Schatz-Suche eine neue Agentin hinzu, Melissa Matthews (Anna Chlumsky), die am Ende der Episode einen angetrunkenen Neal aushorcht – nur um mit Entsetzen festzustellen, dass eine Gemälde-Liste existiert, die sich in Peters Händen befindet. So kann der von Mozzie geplante Verkauf eines Kunstobjekts die beiden auffliegen lassen.

Es sieht danach aus, als würden sich Mozzie und vor allem Neal in eine Sackgasse manövrieren. Die Frage ist, welcher Sextant ihnen die Richtung zeigen wird – und wie sie sie erkennen sollen, wenn der gespiegelte Sonnenschein ihres Schatzes sie die ganze Zeit über blendet?

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