Fringe: In Absentia (5×02)

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Oberflächlich betrachtet, kann man sofort behaupten, dass es in Fringes letzter Staffel darum geht, die Welt zu retten, die Observer zu besiegen. Aber In Absentia demonstriert sehr geschickt und subtil die Nuancen, die in dieser Prämisse mitschwingen. Welche Welt rettet man? Und auf welche Art und Weise? Fringes Geschichte war immer schon die Geschichte des Anderen. Ohne sie zu kennen, kann man den Anderen und sich selbst nicht retten. Und manchmal ist die Geschichte die Abwesenheit von … Geschichte. In dieser neuen Welt ist Etta ohne ihre Eltern aufgewachsen.

Sie ist Teil der Geschichte dieser Welt, während Peter und Olivia abwesend waren. Und sie erleben ihr kleines Mädchen, das nicht mehr mit Löwenzahn spielt, sondern bereit ist, einem Feind, dem gefangenen Loyalisten, seiner zukünftigen Geschichte zu berauben. Mit einer Foltermaschine stiehlt sie Jahre seines Lebens, damit er redet. Etta ist in den Augen ihrer Eltern aber immer noch das kleine Mädchen auf der Wiese. Die Diskrepanz ergibt sich aus dem Fehlen. Olivia kritisiert Ettas Handlungen nicht offen, sondern erinnert sie nur daran, dass sich hinter jeder Bezeichnung (in dem Fall “Loyalist scum”) eine Geschichte verbirgt.

Vielleicht kam der Loyalist tatsächlich nur um die Vögel zu füttern? An dieser Stelle spielt Fringe ein doppeltes Spiel. Auf der einen Seite gibt man Olivia Recht, aber auf der anderen auch ihrer Tochter. Die Erzählung des Gefangenen ist eine rührende, aber eine vom Inhalt her falsche. Er würde alles erzählen, um am Leben zu bleiben. Aber – und hier behält Olivia Recht – er ist ein Niemand, keine Gefahr. Die Tragik ergibt sich genau aus dieser falschen Erzählung. Am Ende lässt ihn Etta laufen und verkündet Oliva: “I’m on my way back!” Dieser Satz bedeute auch mehr, als er ist. Etta kehrt zurück zu dem kleinen Mädchen, zurück zu ihren Eltern.

Sie sagt, dass der Mann in Olivias Augen Schwäche sah, aber es war Gewissheit. Was Etta in den Augen ihrer Mutter sah, war Mitleid. Damit bekommt die Frage nach der Rettung eine weitere Nuance. Der Schlüssel zu der eigenen Freiheit befindet sich manchmal im Blick des Anderen. Dieses Thema wird fortgeführt innerhalb des Plots, als Walter und Peter das Auge eines Schweins benutzen, um das von dem Loyalisten nachzumachen. Denn sein Auge ist der Schlüssel, um sich Zugang zu verschaffen. Dazu verschafft sich Walter auch Zugang zu einer Videokassette in dem Amber, um seine eigenen Hinweise auf den Plan zu rekonstruieren.

Es sieht danach aus, als wird die Handlung dieser Staffel aus dem Suchen und Finden des nächsten Puzzelstücks finden, womit man auch wieder eine Fall-der-Woche-Struktur bekommt. So wie Walters Gedanken zerstreut sind, sind es auch die Hinweise auf den Plan gegen die Observer. “Disorder” gegen “The Future In Order”…

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One response »

  1. Vielleicht war die “Resistance” auch bislang nur deshalb nicht erfolgreich, weil sie durch die Ereignisse verhärtet sind. Und vielleicht ist auch nur deshalb unser Fringe-Team in der Lage, sie zu besiegen, weil ihre Herzen es noch nicht sind.

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