Homeland: A Gettysburg Address (2×06)

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Wir haben schon darüber gesprochen, wie die Plots um Mikes Untersuchung und den Unfall mit Finn und Dana im Moment ziemlich im Schatten stehen und keine wirkliche Richtung aufweisen. Aber um eine Serie wie Homeland zu erzählen, müssen gewisse Sachen für eine Weile den Zuschauer sich wundern lassen, wohin sie führen. Umso stärker dann der Effekt, wenn sich die Teile des Ganzen zusammenfügen. Im Grunde ist es so, dass sowohl Jessica, als auch Mike und Dana in Besitz von unterschiedlichen kleinen Teilen der Wahrheit über Brody sind.

Wenn sie alles kombinieren würden, würde es eng für Brody werden. Die Frage ist wann und wo die Autoren die Brücken bauen? A Gettysburg Address scheint nach der intensiven letzten Episode etwas zerfahren, aber sie legt die Grundsteine für die letzten Episoden dieser Staffel. Von den beiden Nebenplots ist Mikes nach wie vor am wenigsten ergiebig und schlüssig. Er befindet sich auf dem richtigen Weg, aber sein Eintreffen dort ist mehr oder weniger zufällig. Letztendlich zieht er Schlussfolgerungen aus wenig Beweisen, die auf so gut wie alles hindeuten könnten.

Aber verhielt sich Carrie in der ersten Staffel anders? Mike bekommt hier die klare Ansage seine Nachforschungen einzustellen und man kann gespannt sein, nicht ob er sich daran halten wird, sondern wie er sich daran nicht halten wird? Danas Plot ist wiederum eine Art Spiegelung der Ereignisse um ihren Vater. Genauso wie Brody selbst wird jetzt auch Dana von einem Mitglied der Vizepräsidenten-Familie in eine unerträgliche Lage gebracht. Sowohl Brody als auch Dana sind mit Ungerechtigkeit konfrontiert und verspüren Handlungsbedarf. Und auch auf visueller Ebene wird das Thema “Spiegelung” unterstrichen. Den ersten Kuss zwischen Dana und Finn konnten wir nur als Spiegelung sehen und jetzt als Brody sie zur Schule fährt, betrachtet er und wir mit ihm die beiden im Rückspiegel.

Und zum Ende hin wurden wir erneut mit einer Überraschung konfrontiert, denn wer hat diesen Ablauf in Gettysburg erwartet? Quinns Team wird niedergemetzelt und den Angriff führt genau der Mann an, den am Anfang der Episode Carrie & Co. aus den Augen verloren. Ob Quinn überlebt, werden wir sehen. Aber die Szene beweist nicht nur, dass Abu Nazir einen großen Anschlag geplant hat, sondern auch dass er die Leute hat, um alles durchzuführen.
Am Ende bricht Carrie in Brodys Armen zusammen. Aus Wut, darüber, was passiert ist oder aus Erleichterung, dass Brody vermutlich nichts damit zu tun hatte? Vielleicht beides. Sowohl Brody als auch Carrie sind in einer Möbiusschleife gefangen und keiner von beiden kann ankommen…

Homeland ist nach wie vor die Inszenierung einer unmöglichen Heimkehr.

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