Fringe: Through The Looking Glass And What Walter Found There (5×06)

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Walter Bishop im Wunderland. Eigentlich wird er immer schon in einem Wunderland gewesen sein. Die sechste Fringe-Episode kann man als eine “pocket episode” bezeichnen, die von einem “pocket universum” handelt. Walter findet auf den alten Videobändern seine eigenen Anweisungen, wie man zu diesem Universum in dem Universum gelangt. Dort soll etwas Wichtiges versteckt sein. Für den “neutralen” Zuschauer ist vermutlich diese Episode eine weitere Verwirrung, aber für den Fringe-Zuschauer ist sie eine Art Offenbarung. Natürlich soll sie die Handlung vorantreiben, aber ist bei Fringe dieses Die-Handlung-voran-Treiben nicht über sich selbst zu reflektieren? Wie soll man voran kommen, wenn man nicht weiß, wer man ist und wo man ist? Im letzten Review haben wir darüber gesprochen, wie sehr Peter in Walters Fußstapfen zu treten droht und diese Episode macht es noch einmal deutlich, was das bedeutet.

Wenn man einen Schritt zurück tritt und aus einem anderen Winkel die Bilder betrachtet, kopfüber – genauso wie in dem Pocket-Universum ein Van Gogh kopfüber hängt-, sieht man Fringe und Walter gleichzeitig die Wahrheit über sich selbst offenbaren. Was die FOX-Serie geschaffen hat, ist ein Pocket-Universum innerhalb des TV-Universums mit seinen Regeln und Gesetzen. Alle Türen in Walters Universum haben Glyph-Symbole. Das sind die Türen zu einzelnen Handlungssträngen in der Serie, zu den unterschiedlichen Themen und Motiven.

Gleichzeitig ist das Pocket-Universum Walter selbst auf der Suche nach einer Lösung für jedes Problem und mit den ständigen Verschiebungen kämpfend. Aber sowohl für Walter als auch für Fringe gilt, was Walter zu Peter und Olivia, als sie eintreffen, sagt: No dead end! Das bezieht sich zwar auf eine Wand, die nur ein Ende simuliert, aber auch eigentlich auf die Probleme, mit welchen die Figuren zu kämpfen haben. Außerdem weiß man – das Universum ist an sich unendlich. Die Autoren lassen hier auch die so genannte “marble theory” aus den 70ern einfließen: “What if there’s a universe inside a universe?” Man sieht, bevor Peter in Walters Universum geht, kurz im Bild zwei Murmeln, die danach plötzlich verschwinden.

Vielleicht befindet sich diese Fringe-Episode innerhalb von Lewis Carrols “Alice” und innerhalb von Fringes “Through The Looking Glass And What Walter Found There” steckt wiederum Losts “Through the Looking Glass” (Season 3, Episoden 22 und 23) oder umgekehrt?
Nicht vergessen: 4+1+3 = 8
Auch der Satz “You’re the friend of the red-head on level 4” aus den Videoaufnahmen wirft Fragen auf hinsichtlich der Tatsache, dass im roten Universum dort die Wohnung von Fauxlivia war bzw. ist…

Mysteriös bleibt außerdem Donalds Identität, der anscheinend damals die Kamera hielt, als Walter sein “Pocket-Universum” betrat, um dort Lil’ O, das Kind aus der Episode “Inner Child” zu verstecken. Aber wie Olivia, Peter und Walter feststellen, ist das Kind nicht mehr da. Eigentlich sind 20 Jahre vergangen, aber die Zeit ist im Pocket-Universum “anders” – dort sind nur paar Tage vergangen. Walter trifft dort auf Cecil, einen Mann, der zufällig hinein geschleudert wurde und dort gefangen blieb. Er behauptet seit vier Tagen dort zu irren.

Als die Observer das Pocket-Universum stürmen, wird Cecil umgebracht, aber der Rest kann dank Peter neuen “Observer”-Fähigkeiten fliehen. Diese Fäihgkeiten bleiben aber unsers und Peters Geheimnis, denn Olivia und Walter sehen nicht, wie er einen Observer tötet. Die Frage ist, was wirklich mit Peter passiert? In was verwandelt er sich?

Lasst mich ein paar Spekulationen los werden (ohne die Episode 7 gesehen zu haben): Lil’ O ist nicht in dem versteck, aber dort finden Walter & Co. ein Radio, das dort nicht funktioniert, aber “draußen” empfangsbereit scheint. Die Frequenz, wenn ich mich nicht täusche, lautet 6khz und wir erinnern uns an die Episode aus der dritten Staffel namens 6995khz. Welche Nachricht wird kommen? Eine vom September vielleicht? Ist Lil’ O September geworden? Ist vielleicht mit ihm Ähnliches passiert, wie mit Peter? Andererseits versteckt sich “Peter” als Wort im “September”…

Am Ende der Episode teilt Walter Peter mit, dass er auf seiner Suche nach einem Ausweg genau das gefunden hat, was er nicht will, nämlich den alten Walter, den Wissenschaftler, der menschliche Opfer in Kauf nimmt:
“I’m losing the man that you helped me become,” sagt er zu Peter, genau als dieser die Umgebung mit den Augen eines Observers sieht – mit kalkulierenden, elektrische Impulse empfangenden Augen… Wie geht es weiter? No dead end:
Aus diesem Wunderland kommt man nur durch ein Wunder des Herzens!

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2 responses »

  1. Heieiei. Zwischendurch in dem Review verlierst du dich aber in wilden, zusammenhanglosen Spekulationen und Assoziationen, von denen ich mir sicher bin, dass du selber nicht weißt, was du damit eigentlich sagen möchtest. Passt aber hervorragend zur durchgeknallten und anspielungsreichen Grundstimmung dieser Episode. 😉

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