NCIS: A Man Walks Into A Bar (8×14)

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NCIS erreicht im Laufe dieser achten Staffel regelmäßig Traumratings – und die neue Episode zeigt auch, warum. A Man Walks Into A Bar wärmt mit Sicherheit die Herzen aller NCIS-Fans, weil sie im Grunde nicht nur eine Zusammenfassung der Entwicklungen innerhalb des Teams über die Jahre bietet, sondern auch den emotionalen Konflikten jedes Einzelnen nachgeht. Auf faszinierende Art und Weise demonstriert die Episode, warum Gibbs’ dysfunktionales Team so gut funktioniert. Und vor allem: A Man Walks Into A Bar bringt Kate zurück!

Die Vergangenheit scheint in dem Gemüt jedes einzelnen Teammitglieds zu geistern. Um an das Unausgesprochene heranzukommen, bedarf es eines Spezialisten. In diesem Fall einer Spezialistin: Dr. Rachel Cranston (Wendy Makkena)  taucht in der NCIS-Zentrale auf mit dem Auftrag, das komplette Team psychologisch zu evaluieren. Selbstverständlich begegnen ihr alle (vor allem Tony) mit Misstrauen und Ungeduld: Keiner will, dass jemand in seinem Unbewussten „herumwühlt“! Aber Leons Vorgaben lauten, Rachel für ihre Arbeit volle Unterstützung zu gewähren.

Geschickt lässt uns die Episode glauben, es handle sich hier um Leons Trauma; aber wie tief hier gegraben wird, zeigt sich erst gegen Ende der Episode nach mehreren Rückblenden. Rachel ist eine Art Pferdeflüsterin – sie findet die richtigen Worte, um an jeden heranzukommen. So wie Tony anscheinend – seiner Behauptung nach – die richtigen Worte gegenüber den echten Pferden fand, die ihm zuflüsterten, wer das jeweilige Pferderennen gewinnen würde… Das ist Rachels erster Eindruck von Tony: mitten im Büro mit Dollarscheinen wedelnd und vor sich hin wiehernd.

Nun, mit der Pferde-Metaphorik hört es an der Stelle nicht auf. Im Fall der Woche muss das Team dem Mord an einem Marine-Commander nachgehen; Tony (Michael Weatherly) beschreibt den Ausdruck eines Verdächtigen wie den eines aufgescheuchten Pferdes. Damit hat er gar nicht so Unrecht, aber noch besser sind damit die Gesichter der Teammitglieder beschrieben – in den stillen Momenten, wenn Rachel sie dazu bringt, in die Vergangenheit zurückzukehren.

Die Zwiegespräche sind immer auf die selbe Art und Weise inszeniert: extreme Close-Ups der Augenpartie und Flashbacks mit Momenten, die man nie vergessen wird. Natürlich kennen wir als langjährige Zuschauer diese Details – aber sehr schön kreiert hier NCIS die Illusion, das Graben in den Erinnerungen einzig und allein für die Figuren selbst zu vollziehen: damit sie eine Art Frieden mit sich selbst und mit ihren Erinnerungen schließen können, damit sie sich sich selbst gegenüber öffnen und Dinge gestehen, aussprechen. So gibt Ziva (Cote de Pablo) zu, sich nach Beständigkeit zu sehnen; Tony hadert mit seiner Absage an Director Sheppard, Ducky (David McCallum) mit der Einsamkeit, McGee (Sean Murray) mit Beziehungen – und Abby (Pauley Perretty) vermisst Kate (Sasha Alexander) schmerzlich.

Immer wieder taucht Kate in den Flashbacks auf, als würde die Erinnerung an sie alle verfolgen. „Alle“ meint nicht nur das NCIS-Team: Rasch findet Gibbs (Mark Harmon) heraus, dass Rachel Kates ältere Schwester ist – und während sie Gibbs’ Teammitgliedern hilft, mehr über sich selbst zu lernen, lernt sie die Menschen kennen, mit welchen ihre Schwester ihre letzten Tage verbracht hat.

In einer sehr rührenden Szene gibt Gibbs seinerseits auch Rachel den Frieden nach dem sie sucht. Er führt sie genau zu der Stelle, an der Ziva ihren Bruder erschoss: den Mörder von Rachels Schwester. Erneut schafft es NCIS, in einer brillanten Episode gefühlvoll zu erzählen, ohne melodramatisch zu werden. „A man walks into a bar…” to be continued!

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