NCIS: False Witness (8×10)

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False Witness arbeitet auf allen Ebenen, um die Zuschauer in Weihnachtsstimmung zu bringen: es wird zwischen Ernst und Humor balanciert, was das Zeug hält. Mit gleitenden Übergängen.

NCIS wäre nicht NCIS, wenn sich hinter dem Fall der Woche nicht ein persönliches Drama verstecken würde. Es geht um Officer Jerry Neisler, der sich im Zeugenschutz befindet. Da jemand ihm gefährlich nahe zu kommen scheint, flieht er – und D.A. Gail Walsh (Annie Wersching) braucht Gibbs’ (Mark Harmon) Hilfe, um ihn wiederzufinden. Dieser Fall bildet einen Hintergrund, vor dem sich der persönliche Nebenplot abspielen kann. Und der kreist um Tony DiNozzo (Michael Weatherly), den seine Kollegen nicht wiedererkennen: Er ist pünktlich, schiebt Überstunden, ist distanziert, und weder Witze noch Filmreferenzen kommen aus seinem Mund. Sogar Gails Avancen prallen an ihm ab. Tony ist also nicht Tony! Aber wer ist Tony wirklich?

Fragen dieser Art gehören einfach in die Weihnachtszeit mit ihrer besinnlichen Jahresend-Stimmung. Der schließlich aufgefundene Zeuge Jerry Neisler (Ben Toplin), deren Eltern Psychoanalytiker waren, analysiert selbst in nahezu jeder Szene die jeweilige Figur in seiner Nähe. Das sorgt nicht nur für humorvolle Einlagen, sondern gewährleistet den schon erwähnten gleitenden Übergang zu ernsteren Tönen. Denn eigentlich treffen seine Stand-up-Analysen ziemlich viele Nägel auf den Kopf. Sogar Mr. Palmer (Brian Dietzen) kommt ins Schluchzen!

Apropos Palmer: Er und Ducky bekommen es nicht nur hin, eine Truthahn-Autopsie durchzuführen, sondern auch Facebook zu sezieren. Ducky bekommt von Palmer Hilfe bei der Erstellung seines Profils – nur um von provokativen Nachrichten einiger Ladies durcheinander gebracht zu werden. Social Networking ist nicht immer leicht, obwohl leicht gemacht! Aus diesem Grund würde ich mich eher auf Social Networking im Gibbs-Style verlassen. Nichts kann mehr über eine Person verraten als der direkte Kontakt.

Oder dessen Fehlen! Ziva (Cote de Pablo) stellt Tony zur Rede – und wir erfahren, was sich hinter seiner Distanziertheit versteckt: Schuld. Der direkte Anlass – das Schicksal eines ehemaligen One-Night-Stands – hat Tony aus der Balance gebracht und mit der Frage konfrontiert, wie er Menschen behandelt und welche Konsequenzen sein Benehmen haben könnte. Ziva teilt ihm mit, er müsse diese Balance finden, er selbst sein. Tony: Who am I? Ziva: Tony DiNozzo, the class clown. That’s why we love you.

NCIS erteilt uns hiermit eine kleine Weihnachtslektion darüber, sich die Zeit zu nehmen und solche Fragen zu beantworten: die eigene Balance zu finden, genauso wie die CBS-Serie sie Episode für Episode findet und perfekte Unterhaltung bietet. Wie ihre Hauptfigur Tony DiNozzo – im ausbalancierten Zustand.

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