NCIS: One Last Score (8×17)

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Michael Weatherly führte Regie in der neuen Episode One Last Score. Wenn Schauspieler Regie führen, ist es üblich, dass ihre Figur nicht im Zentrum der Ereignisse der jeweiligen Episode steht. Nicht so bei Tony DiNozzo: One Last Score ist durch und durch eine Tony-Episode! Nicht dass sie sich filmisch von anderen Episoden unterscheiden würde, aber „filmisch“ ist schon das richtige Wort. Es betrifft den Kontext, in den man die One Last Score-Ereignisse stellte.

Hinter der Kamera stand zwar Michael Weatherly – aber als Tony DiNozzo. Die Episode kommt, wenn man so will, als eine große Psycho-Metapher daher, die Alfred Hitchcock vielleicht zum leichten Grinsen gebracht hätte. One Last Score beginnt und endet mit Duschen; die Füllung dazwischen ist… Gibbs, den Tony als Steve McQueen imaginiert.

Im Fall der Woche geht es um den Mord an einem kürzlich entlassenen NCIS-Mitarbeiter, der von NCIS als Beweismittel gestellte Gegenstände entwendet hat. Die Sache zieht weitere Kreise, als man zunächst denkt, und involviert Leona Phelps, die wegen Finanzbetruges im Gefängnis sitzt. Der Tony hinter der Kamera erfüllt hier die Träume des Tonys auf dem Bildschirm: Nicht nur ein Raubüberfall wird geboten, sondern auch ein Messerangriff, eine Autoverfolgungsjagd mit extremen Steve McQueen-Close-Ups von Gibbs’ blauen Augen und… eine nackte Frau unter der Dusche.

Diese Frau ist die neue NCIS-Agentin E.J., transferiert aus Spanien. Wir bekommen mit, dass Leon etliche personelle Veränderungen vorgenommen hat und noch vornehmen will, was ihm nicht unbedingt Gibbs’ Segen einbringt. Schlechte Luft im NCIS-Office: und das liegt nicht daran, dass McGees Dusche kaputt ist (Ziva riecht an ihm, um festzustellen, wie er riecht) oder dass Tony (wie Brad Pitt) drei Mal pro Woche duscht.

Ich vermute, dass uns in nächster Zukunft eine gesalzene Konfrontation zwischen Gibbs und Leon ins Haus steht. Tony meint am Ende, dass Gibbs – in einem anderen Kontext freilich – einen guten „director“ abgeben würde. Aber in diesem Moment schneidet man auf Leon, der zu seinem Büro geht und von Gibbs mit aufmerksamem Blick betrachtet wird. Dann bekommt Tony nach langer, langer Zeit wieder einmal den Klaps auf den Hinterkopf – aber im Grunde registriert er ihn nicht. Warum? Weil sein aufmerksamer Blick Special Agent E.J. Barrett (Jane Morris) verfolgt!

Es stellt sich heraus, dass Barrett den Job in Spanien vor zwei Jahren bekommen hat – nach Tonys Absage. Zwar fühlt sich die letzte Szene zwischen der gerade aus der Dusche kommenden Barrett und Tony nach all den Dusch-Referenzen etwas erzwungen an – zu häufiges Duschen ist eben wirklich nicht gesund. Aber die neue Figur könnte definitiv frischen Wind ins Team bringen.
Insgesamt wirkt One Last Score als Episode genauso wie Tony DiNozzo selbst: etwas überdreht, aber letztendlich charmant und ihre / seine Aufgabe meisternd.

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