NCIS: Secrets (9×15)

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Im Kielwasser der letzten Jubiläumsfolge, in der Gibbs (Mark Harmon) den eigenen Zweifeln und Schuldgefühlen begegnete und unterschiedliche Varianten seines Lebens durchspielen durfte, kommt Secrets mit der Frage herbeigeeilt: Was wäre, wenn Tony DiNozzo (Michael Weatherly) Wendy damals geheiratet hätte? Nein, NCIS spielt diese Möglichkeit nicht durch – konfrontiert aber den Zuschauer mit der Tatsache, dass genau diese Frage Tonys Kopf nie verlassen hat.

Sie bereitet ihm noch immer Schmerz. A man in pain: so beschreibt Ducky sowohl Tony als auch Gibbs. Nach dem Prinzip „wie der Vater, so der Sohn“ wiederhole Tony auf seine Weise Gibbs’ falsche Schritte, meint der Gerichtsmediziner. Gibbs hat immer wieder die falsche Frau geheiratet – Tony konnte sich gar nicht erst auf eine Frau festlegen: Jede konnte nur die falsche sein, weil er über Wendy nie hinwegkam.

Nun, jetzt gibt ihm ausgerechnet Gibbs die Möglichkeit, dieses Kapitel abzuschließen bzw. neu zu eröffnen. Über den Fall der Woche, der sich um Verbrechen bekämpfende Community-Aktivisten in Superhelden-Kostümen dreht, möchte eine Reporterin berichten. Ihr Name: Wendy (Perrey Reeves). Ja, sie ist die Frau, mit der Tony seit neun Jahren kein Wort gewechselt hat und die ihn damals – ohne Angabe von Gründen – direkt vor der Hochzeit sitzen ließ. In einer amüsanten Szene stellt Leon sie Gibbs vor: „Oh please tell me that you weren’t married”.

Schließlich ist es bei NCIS ein Running Gag, dass Frauen in Leons Büro auftauchen, die mit NCIS zusammenarbeiten und mit Gibbs entweder zusammen oder gar verheiratet waren… In diesem Fall jedoch geht es um eine verpasste Hochzeit, über die Tony nie hinweggekommen ist. Weil Gibbs das weiß, gibt er Tony die Möglichkeit, reinen Tisch mit sich selbst zu machen, indem er ihn während der Ermittlungen als Wendys Betreuer einsetzt. Diese Ermittlungen verlaufen voller Charme und Witz: Abbys Katzenverkleidung, Ray Wises Gastauftritt als mörderischer Immobilienmogul… und schließlich Tonys geflügelter Satz zu Gibbs, als die Real-Life-Superhelden eintreffen: Before you judge, just remember, if things had gone differently, this could have been McGee.

Man darf gespannt sein, ob es weitergeht mit Tony und Wendy, die mittlerweile geschiedene Mutter eines Sohnes ist. Sie sei bereit für Tony, sagt Wendy – aber ist Tony noch einmal bereit für sie? Oder wird er das Kapitel für sich abschließen, weil es ganz einfach zu spät ist? Eine NCIS-Episode, in der Michael Weatherly wirklich glänzen darf, indem er die ständig miteinander konfligierenden Emotionen wiedergibt. So bekommt die Episode selbst entsprechende Nuancen und wechselt zwischen Humor, Sehnsucht und Nüchternheit. Der mittlerweile schmerzlich vermisste Gibbs-Klapps besiegelt, so kann man sagen, diese gelungene Folge.

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