Chuck: Chuck vs. the Nacho Sampler (3×06)

Standard

“Chuck vs. the Nacho Sampler” fängt genau mit der Szene an, von der aus vor drei Chuck-Jahren die Ereignisse ihren Lauf nahmen: der Vicki Vale-Szene aus dem Piloten. Der Plot dieser Woche spiegelt denjenigen aus Chuck vs. the Sandworm wider, aber unter umgekehrten Vorzeichen: Nun soll Chuck als frisch gebackener Spy Manoosh als „asset“ ausnutzen, genauso wie Sarah es mit Chuck machte. Wer nun denkt, es ginge um eine Auseinandersetzung zwischen Chuck und Manoosh, der irgendwie den Intersect rekonstruiert und in seine Sonnenbrille integriert hat, täuscht sich – denn diese Episode zeigt in erste Linie zwei andere wichtige Dinge auf: a) wie ausgereift und selbstsicher die Serie im Ganzen geworden ist und b) wie sich Chuck und Sarah seit diesen frühen Tagen verändert haben.

Chuck scheint mehr und mehr seine Unschuld und Gutherzigkeit zu verlieren, während Sarah immer „weicher“ wird und den Vicki Vale-Zeiten nachtrauert. Keine Sorge: es ist klar, dass Chuck nie zu einem Hardcore-Spy wird. Aber die gegenläufige Entwicklung, die beide durchmachen, bietet eine plausible Erklärung für ihr ständiges Aneinander-vorbei-Gehen, der dramaturgische Kern der „Sich-nicht-kriegen“-Problematik. Chuck vs. the Nacho Sampler inszenierte dies wie einen Hund, der sich in den Schwanz zu beißen versucht; darüber hinaus demonstriert sie den Einfluss von Chucks „Erwachsenwerden“ auf seine Nächsten.

Denn Chuck „verletzt“ nicht nur Manoosh in dieser Episode, sondern auch Freunde und Familie, die Menschen aus seinem realen Leben, das unter Sarahs besorgtem Blick langsam, aber sicher zu einem unechten, zu einem Fake wird. Diesbezüglich schien es mir sehr passend, dass alle bis auf Shaw anwesend waren. Dessen Abwesenheit übrigens sorgt ihrerseits für Caseys Rückeroberung der Operation Bartowski und für ein amüsantes Zusammenspiel von Adam Baldwin und Zachary Levi – Höhepunkt: die Szene mit dem Lasekugelschreiber, als Chuck mit den Zähnen den Kugelschreiber aus Caseys Brusttasche herauszuholen versucht: awesome. Caseys durchgehende One-Liner in dieser Episode waren ebenfalls awesome. Kostproben: Bringing a knife to a gun fight! (Popkultur-Referenz zu The Untouchables), oder: Cry me a river!

Da wir bei Referenzen sind: Chuck beeindruckt Manoosh mit seiner Buchwahl von Brian K. Vaughan und Pia Guerras “Y: The Last Man.” Und NATÜRLICH Sarahs bauchfreies “Frak Off”-T-Shirt, das Manoosh als Battlestar-Galactica-Fan in den Himmel treibt. In diesem Himmel (damit ist die Bettszene mit Sarah gemeint) ertönt Calvin Harris’ “Merrymaking at My Place”. An der Musikfront wurde uns außerdem geboten: Amarillions “Datarock” (als Hannah in Nerd Herd-Uniform Buy More betritt), “Danny Trejo” von Plastillina Mosh (Chuck und Manoosh), The Clashs “Rock the Casbah” (als alle in Dubai eintreffen) und “40 Day Dream” von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros am Ende.

Das Lokal, in dem Chuck und Manoosh sitzen, heißt übrigens Two and a Half Amigos: Eine Anspielung nicht nur auf Two and a Half Men, sondern zugleich auf die ge-fake-te Freundschaft zwischen den beiden. Absolut awesome natürlich auch: Morgans ge-fakete Office-Einrichtung, um Hannah zu zeigen, wie sehr er auf europäische Kunst und Kultur steht. Schöner Seitenhieb auf die Europäer. Der französische Film, über den Morgan und Hannah reden und dessen Plakat wir an der Tür sehen, ist natürlich ge-fake-t – der Spaß verbirgt sich in der Tatsache, dass die Namen zweier Chuck-Autoren auf dem Plakat stehen (Matt Miller und Scott Rosenbaum).

Während Hannah auf Morgans Befehl hin von Jeffster (Jeff: “It’s my constitutional right to fornicate!”) gestalkt wird, gehen die Dinge an der Awesome-Family-Front den Bach runter, denn Devin kommt mit der ganzen Geheimniskrämerei nicht zurecht und Ellie wird mehr als ungeduldig. Captain Awesome als Couch Potato? Ellie: “It’s like I married Morgan!” Wow, not so awesome! Und es kommt noch viel schlimmer: Jeffster bekommen von Morgan (und indirekt auch von Ellie) den Auftrag, als Profi-Stalker Chucks Geheimnis zu lüften. Das dürfte höchst interessant werden…

“Chuck vs. the Nacho Sampler” war letztendlich keine feel good-Episode, aber – ich weiß, ich wiederhole mich – sehr wichtig für die Gesamtentwicklung der Serie. Sie endete mit einem Chuck, der, allein mit einer Flasche Johnny Walker (auf Caseys Empfehlung hin), über seinen Werdegang nachdenkt und mit seinen Schuldgefühlen ringt…
Nur noch eine Episode, bis Chuck wegen der Olympiade eine längere Pause einlegen wird. Frak Off, NBC!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s