Chuck: Guys, I know Awesomeness (Review zu 3×01, 3×02, 3×03)

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Ein Warnhinweis als Erstes, damit Unwichtiges gleich abgehakt ist: Das Folgende ist für Nicht-Chuck-Fans und solche, die gar eine Abneigung gegen ihn hegen, nicht geeignet. O.k.! Nun, da ich mir einen monströsen Kaffebecher hingestellt, den The Big Lebowski-Soundtrack angeworfen und in Vorfreude auf den heutigen Subway-Besuch Bademantel und Sonnenbrille bereit gelegt habe, kann es losgehen. Thank you, NBC!

Ob die Quoten und die Deals bzw. der „neue“ Chuck eine vierte Season bringen werden, wird nicht Gegenstand dieses Artikels sein: Dieses Review soll einfach den entspannten Genuss beim Zuschauen der ersten drei Episoden der dritten Staffel widerspiegeln. Für Chuck-Neueinsteiger fasse ich hier die Beschreibung des amerikanischen Kollegen Alan Sepinwall zusammen: It’s funny. It’s exciting. It’s dramatic when it needs to be. It has great guest stars. It has great music. It is, simply, fun. So, jetzt werde ich euch, wie gewohnt, das gedankliche Hin und Her aufnötigen, das das Rezipieren solch äußerst unterhaltsamer TV-Produktionen in mir hervorruft. Soll heißen: Ich kann leider keine chronologische Nacherzählung der Ereignisse aller drei Episoden liefern, sondern werde verschiedene Sachen, die awesome und weniger awesome sind – ganz wenige -, herauspicken und kommentieren.

Nach langer Pause und vielen Meldungen über Chuck macht man sich natürlich Gedanken, wie wohl die neue Staffel aussehen mag – ich verspürte auf den letzten Metern ein wenig Sorge, ob Chuck es schaffen würde, mich so mitzunehmen wie bisher. Und dann… ertönt Kenny Rogers’ “Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)“ aus dem Soundtrack meiner Lieblingskomödie The Big Lebowski. Anschließend geht Chuck im Bademantel zu Buy More, um dort einzukaufen: Awesome. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatte mich die Serie wieder.

Ab dann galt: entspannen, mit breitem Lächeln fast drei Stunden nicht mehr aufstehen… und sich von Stücken wie “Model Homes”, Frightened Rabbit’s “Backwards Walk” (Chuck und Sarah auf dem Bahnsteig), “Young Adult Friction” von The Pains of Being Pure at Heart, David Lee Roth’s “Just Like Living in Paradise” (Carinas Theme) oder “Eye of the Tiger” by Survivor (Chuck und Casey) verwöhnen lassen. Ganz von allein gelangen wir zu zwei wichtigen Punkten: den Gaststars und den Popkultur-Referenzen.

Von The Big Lebowski über Rocky III – als Chuck und Casey boxen, muss man an das Ende dieses Films denken – zu The Godfather: das extreme Close-Up, in Chuck vs. the three Words, von Millbarges blutiger, kaputter Brille und Karls Toast, als er wünscht, dass sein erstes Kind ein „masculine child“ wird, kann man durchaus als The Godfather-Referenzen sehen. Außerdem ist der Name des Bösewichts in “The Spy Who Loved Me” Karl Stromberg, wie hier die von Vinnie Jones verkörperten Figur heißt. Leider hatte Vinnie Jones nicht viel zu tun, aber dass die Autoren ihn seine Verlobte “Smoochie” nennen lassen, was schon … awesome. – Apropos Verlobte: Mini Anden als Carina ist wieder da – der Windmaschine der Serie, die im Buy More situiert ist, wird alles abgefordert, da sie jetzt auch noch in Chucks Hof eingesetzt werden muss.

Carina und Sarah als Freundinnen? Könnte klappen, aber ich glaube nicht, dass die Autoren das vorhaben – obwohl zwischen den beiden eine gewisse Chemie existiert. Vermutlich bin ich einfach von der Unterwäsche-Szene Anden-Strahovsky geblendet. Die Serie hat sich zum Glück nie gescheut, die Vorzüge ihrer weiblichen Stars in den Vordergrund treten zu lassen. Bevor ich mir aber eine Diskussion über die Korrektheit einer solchen Vorgehensweise (Hollywood-Schönheitsideale etc.) einhandle, möchte ich etwas anmerken: Chucks Awesomeness liegt genau im verspielten Auflösen solcher Problematiken. Zuerst dürfen wir Carina (und Sarah) beim Anziehen zuschauen und kurze Zeit später ist die die Windmaschine zum Glühen brindende Mini Anden mit Joshua Gomez’ Morgan im Bett. Die beiden wälzen sich genüsslich in… Star Wars-Bettwäsche: Awesome or what?

Auch zufrieden stellend: Emmett Millbarges (Tony Hale) Tod in Slow Motion zu den Klängen von Wilson Phillips’ “Hold On”. Dazu Caseys Erklärung an Chuck, dass Millbarge zu einem „Large Mart“ nach Alaska gegangen sei.

Unschwer kann man NBCs Ausstrahlungspolitik nachvollziehen, denn die drei Episoden hängen zwar nicht unbedingt zusammen, machen aber ihren Job, indem sie nicht einfach auf den Reset-Button drücken, sondern geschickt die Sarah-Chuck-Beziehung unter ein umgekehrtes Zeichen stellen: Chuck will ein Leben voller Action und Sarah ein normales Leben, das sie nie hatte. Am Ende von Chuck vs. the three Words bekommen wir und auch Sarah die Auflösung: Chucks Begeisterung über seine Fähigkeiten und sein Bestreben, ein richtiger Spy zu werden, führt dazu, dass er doch nicht mit Sarah flieht. Motiviert ist diese Enstcheidung nicht aus Egoismus oder Selbstliebe, sondern aus Liebe zu ihr: er will Menschen helfen, wie sie ihm immer gesagt hat. Seine Rede, als er im Safe eingesperrt beinahe vergast wird, ist einfach nur süß. Die Aufnahmen davon sind Carinas Abschiedsgeschenk für Sarah, die sie mit Tränen in den Augen betrachtet.

Man kann die drei Episoden aufteilen in: Chuck vs. the Pink Slip als die Wiedereinführung von Figuren, Stimmung, Buy More etc., während  die zweite der Chuck-Sarah Problematik nachgeht und die dritte, “Chuck vs. the Angel De La Muerte”, so ziemlich Caseys Bühne ist – obwohl ich von ihm nicht viel brauche, um begeistert zu sein: Ein verächtliches Grunzen reicht! Aber Adam Baldwin als Casey, der in der zweiten Episode Carinas Onkel spielt und viel, viel reden muss bei seinem Toast – grandios! Außerdem als Anti-Held in der lateinamerikanischen Republik unter dem Namen ‚Engel des Todes’ – awesome! Erinnerte mich ein bisschen an seine Firefly-Episode!

Leider sah man der Serie die Sparmaßnahmen an: Adios, Anna Wu. Außerdem „glänzten“ die einzelnen Episoden mit der Abwesenheit entweder des Buy More oder der Awesomes (Ellie und Devon). Ich hoffe nicht, dass man Captain Awesome verschwinden lässt und tatsächlich für tot erklärt: das wäre gar nicht awesome! Den Namensgeber ihrer Vorzüge sollte die Serie nicht wegschicken.
Die vielen Awesomes könnten zu viel des Guten werden? No way!

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