Hawaii Five-0: Ki’ilua (2×10)

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Willkommen zur bisher besten Episode der zweiten Staffel. Eigentlich hat sie alles, was das Hawaii Five-0-Fanherz begehrt, und die Mischung stimmt – von Action bis zum Heiratsantrag. Die idyllische Szene am Anfang, als Chin seiner Ex-Verlobten erneut den Antrag macht und sie „ja“ sagt, täuscht allerdings bezüglich dessen, was noch kommt. Die Episode vergeudet keine Zeit und setzt mit hohem Tempo ein, das auch durchgehalten wird. Zunächst sieht alles danach aus, dass Steve (Alex O’Loughlin) separat vom Team einer alten Freundin helfen muss, während seine Kollegen den Mord an einer Journalistin untersuchen: Bethany Morris hat mit ihren Nachforschungen offenbar einen großen Konzern in Schwierigkeiten gebracht.

Alles klingt nach einem gewöhnlichen Episodenablauf… wenn Steves alte Freundin nicht eine gewisse Jenna (Larisa Oleynik) wäre und der Mord an Bethany Morris (Kaytlin Borgen) nicht weiter reichende Folgen hätte, als zunächst angenommen. Ich weiß nur nicht, ob sich die Autoren einen Gefallen taten, als sie uns damals sehen ließen, dass Jenna Wo Fat (Mark Dacascos) half. Denn dadurch erwartet man buchstäblich, dass ihre Falle für Steve zuschnappt, und das Element der Überraschung verpufft.

Trotzdem aber sind die Szenen sehr intensiv gestaltet, was man der Serie hoch anrechnen muss! Jenna kommt zu Steve und bittet ihn, mit ihr nach Nordkorea zu gehen, um das Lösegeld für ihren Verlobten Josh zu bezahlen. Steve ist natürlich sofort bereit zu helfen – und ab geht es in den Dschungel. Mir gefiel die grün-graue Tönung des Bildes, die ausgeblichenen Farben, die den Handlungsstrang dominieren. Damit stellt man nicht nur einen starken Kontrast zu den gewohnten bunten, „schönen“ Bildern der Serie her, sondern die kreierte Atmosphäre erinnert an die alten Vietnamkrieg-Action-Filme, wo alle drei Minuten Fäuste, Kugeln und andere schwere Geschütze flogen.

Damit die Action-Mischung vollkommen ist, braucht man noch einen Hubschrauber, Marine-Soldaten und Rock’n‘Roll. Die persönliche Note macht hier den Spaßfaktor aus – von political correctness wird dezidiert abgesehen: Es geht darum, Steve aus Wo Fats Gefangenschaft zu retten! Denn Chin und Kono finden sehr schnell heraus, dass sich die tote Journalistin mit einer Frau namens Jane Woodley getroffen hat, aber das Foto zeigt… Jenna. Um Steve zu warnen, ist es zu spät, denn er hängt schon angekettet von der Decke eines Bunkers in Nordkorea herab und dient Wo Fat im Grunde als Sandsack.

Aber wir reden hier schließlich von Super-Steve: Nach all den Schlägen schaut er Wo Fat direkt und herausfordernd in die Augen und bricht in hämisches Gelächter aus. Das Blut-zur-Seite-Spucken mit dem verrückten McGarrett-Augenglänzen darf auch nicht fehlen! Übrigens fand ich die Entscheidung der Autoren sehr gut, sich einen etwaigen Zweikampf der beiden noch aufzusparen. Die Tracht Prügel und die Folter, die Steve hier von Wo Fat bezieht, verdoppeln den Wunsch des Zuschauers nach Rache. Außerdem gab Wo Fat bisher bei sparsamem Einsatz einen großartigen Bösewicht und Gegner ab, und so einen hebt man sich als kluger Drehbuchschreiber doch für den Schluss auf…

Wir können natürlich darüber streiten, ob Jennas Naivität, für die sie letztendlich mit ihrem Leben bezahlt, glaubwürdig ist – aber als Mittel zum Zweck funktioniert sie, indem sie das Team unter extremen Umständen zum Verlassen seiner Komfortzone zwingt. Danno (Scott Caan) mit Kalaschnikow im Dschungel – dafür würde man wohl so ungefähr jede Erklärung hinnehmen! Außerdem eilt Commander Joe White (Terry O’Quinn) zusammen mit Commander Gutches (David Keith) und zwei weiteren Mitgliedern des Seal Teams 9 sofort zu Hilfe; dank Joes altem Freund Frank bekommen sie eine Mitfluggelegenheit nach Nordkorea, denn Frank besitzt einen Hubschrauber.

Frank wird von einer Kultfigur aus der US-Musikindustrie gespielt, nämlich Jimmy Buffett – und die Serie ergreift die Möglichkeit einer Referenz, indem Danno ihn als “a margarita guy” bezeichnet (ein berühmter Song Buffetts heißt „Margaritaville“). Da Lori seit ihrer Ankunft stets von den Fans unter die Lupe genommen wird: Sie nimmt an einer der coolsten Sequenzen in der Episode teil, indem sie mit einem RPG vom Hubschrauber aus die Brücke in die Luft jagt. Am Ende, nach der geglückten Rettungsaktion, umarmt Lori Steve spontan, so dass sein Blut an ihrer Wange klebt… Man kann die Lori-Steve-Zeichen deuten, wie man will: Ich nehme Loris blutverzierte Wange gern in Kauf als eine Metapher für die kommende Attacke auf Wo Fat. Schließlich erinnert der Anblick an einen Indianer auf dem Kriegspfad…

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