Taking Hitchcock’s 39 steps one step further – Chuck über 2 ½ Staffeln auf Mission

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Ein klassisches Konzept, dass uns seit Hitchcocks The 39 steps bekannt ist: durchschnittlicher Typ wird verwickelt in ein fantastisches Netz der Verschwörung. Betrachtet man Chuck oberflächlich könnte man tatsächlich behaupten die Serie entspräche diesem Konzept in upgedateter Version – Chuck (Zachary Levi), ein „Nerd“ und „underachiever“ findet sich mit allen Geheimnissen des CIA und NSA in seinem Gedächtnis gespeichert zwischen seiner Familie (Ellie und Awesome; Sarah Lancaster & Ryan McPartlin), seinem Arbeitsplatz dem glorreichen Buymoria und der neuen Welt von Spionagemissionen und Heldentaten wieder.

Drei Jahre nach dem Start dieser Serie kann ich mit Sicherheit sagen, dass Chuck diesem anfänglichen Heldenkonzept längst entwachsen ist. Einzig der Memory Man aus Hitchcocks Film, der neben zahlreichen Fakten auch das Staatsgeheimnis der 39 Steps erinnert, hat gewisse Ähnlichkeiten mit Chuck, der sich zumindest im Moment für das Leben des flashenden Agenten entschieden hat.

Jetzt stehen uns grausame zwei Wochen bevor, in denen wir ohne unseren wöchentlichen Cocktail aus Chuckcharme, awsomeness, Caseysarkasmus und Jeffster auskommen müssen – ohne die Athleten der Olympiade in ihren Leistungen abzuwerten, aber ich glaube kaum, dass sie Chucks intermediale Referentialität ersetzen können. Allen Sportbegeisterten an dieser Stelle genießt das gerade begonnene Dauerprogramm.
Nutzen wir also diese Pause, um zurückzublicken auf eine der genussvollsten Serien der letzten Jahre.

Es sind tatsächlich schon zweieinhalb Jahre vergangen, seitdem Bryce das Intersect an Chuck gemailt hat und es hat sich viel verändert. Fulcrum ist besiegt nun droht „the ring“. Den ersten Cancellation-Buzz hat die Serie Gott sei Dank überlebt und Chuck steht kurz davor seine Stützräder zu verlieren, wie er das meistern wird, darauf dürfen wir gespannt sein.
So let’s tango to the past where it all began:

Bereits der Pilot im September 2007 war gespickt mit kleinen Gimmiks; wenngleich ich für Referenzen zu TRON (1982) und Zork І: The Great Underground Empire (1980) doch etwas zu jung bin, erinnere ich mich gerne zurück an Verfolgungsjagden à la Bourne Identity (Körper die durchs Treppenhaus fallen und kleine Autos die gerne eine Detour über die Treppe nehmen), sowie Vicky Vale.
Das ständige updaten bekannter Elemente – die Bibel, die den Schuss abfängt wird durch den Mitarbeiterausweis ersetzt (Chuck vs. The Helicopter) – macht eben den besonderen Charme dieser Serie aus.

Es ist die Gesamtkomposition der Serie, die mich seit über zwei Jahren fesselt, seine Charaktere, die visuelle Gestaltung sowie crossreferences am laufenden Band.
Sicherlich man mag die Charaktere etwas überzogen finden, aber sein wir mal ehrlich Realismus auf dem amerikanischen Fernsehmarkt? Eine klare Rarität, auf die Chuck gut und gerne verzichten kann. Da hab ich doch lieber leicht unrealistische, dafür wahnsinnig komische Momente mit Jeff, Lester, Anna, Big Mike, Morgan und Co.

Ein guter Zeitpunkt, um den nächsten Absatz der geliebten Buy More-Crew zu widmen, insbesondere den Nerd Herdern.
Morgan (Joshua Gomez) – der wohl liebevoll-unangebrachteste Side-Kick, den man haben kann.
Big Mike (Mark Christopher Lawrence) – das unschlagbare Vorbild in ‘I run my store by noticing as little as possible about it, besides when something happens to my marlin’.

Jeffster – Jeff (Scott Krinsky) und Lester (Vik Sahay), allein und als Kombi unschlagbar. Hoffen wir nicht, dass ihr Ruhm sie jemals entzweit, wie Lester prophezeit: “Yeah, sure it’s going to blow their minds, but uh, where does all this *lead*? Stadium, groupies, creative differences? And then what? Jeffster breaks up? That’s you and me, Jeff! And then what’s my fate? Some chambermaid finds me in some hotel room having accidentally asphyxiated while making love to myself! It’s not worth it!“ (Chuck vs. The best Friend).
Jeff überzeugt da lieber mit wohlgewählten Worten von Marshall Bruce Mathers. Im Allgemeinen sorgt er eher für verstörende Komik, über die wir im fiktionalen gut und gerne lachen.

An dieser Stelle ein kleiner Nachruf, auf verlorene Seelen:
Anna Melinda Wu (Julia Ling) – die beste weibliche Unterstützung der Nerd Herd. Ob Martial Arts oder Tangs Kopf verdrehen, ihre weibliche Energie, die vor allem Jeff immer wieder eingeheizt hat fehlt schon jetzt. (Hannah (Kristin Kreuk), ist trotz namentlicher Ähnlichkeit kein Ersatz.)

Harry Tang (C.S. Lee) – der disziplinierteste Buy More Mitarbeiter, dessen striktes Regelregime für die besten Western Showdown Sequenzen mit Chuck und Morgan verantwortlich war und der in kapitalistische Manier mit Sätzen wie „Do you know what five minutes means in Buy More dollars?“(Pilot) in die Seriengeschichte eingehen wird.

Emmett Milbarge (Tony Hale) – the great manipulator, der den Budgetkürzungen am Ende der zweiten Staffel zum Opfer fallen musste.

Buymoria: castle, Paralleluniversum und Kommandozentrale aller Komik.
Aber nicht nur die Buy More Gang sorgt für die nötigen Kontrapunkte zum Spionageplot, muss ich mehr sagen als awesome?
Nicht zu vergessen John Casey (Adam Baldwin), der seit der ersten Staffel als sarkastischer Eisblock glänzt und den wohl kaum etwas aus der Fassung bringt, außer vielleicht Carina (Mini Anden) und Hotelbetten in Prag. Regelmäßig sorgt er für oneliners, die einfach nicht mehr aus meinem Kopf wollen („Now that’s what I call moving some merchandise“ Chuck vs. The Tango)

Chuck und Sarah (Yvonne Strahovski) bewegen sich seit Beginn der Serie in spiegelbildlichen Richtungen, Schade und zum Glück haben sie ihren zentralen Mittelpunkt noch nicht gefunden. Während Chuck zu Beginn immer wieder Versuche startet Sarahs und seinen wahren Gefühlen den Weg frei zu räumen, tut Sarah alles, um ihren Job und seine Position nicht zu kompromittieren, so hat sich seit der letzten Staffel das Blatt gewendet. Chuck findet sich mehr und mehr in der Rolle des Agenten und Sarah gibt wohl erst einmal Daniel Shaw (Brandon Routh) als neuem Helden an ihrer Seite eine Chance. Klassisches Königskinderprinzip; hoffen wir, dass nicht einer ertrinken muss sondern, dass sie sich doch irgendwann finden können (nur bitte nicht allzu schnell, denn irgendwie könnte das das Ende…)

Schwer fällt es, alles in diesem Resümee zu berücksichtigen, zu viel Stoff in jeder Folge und die Wahrscheinlichkeit jede Referenz mitzubekommen ist schließlich auch beim zweiten Sehen nicht garantiert. Aus diesem Grund möchte ich mich kurz einigen Lieblingsszenen widmen bevor noch die neuen Entwicklungen der dritten Staffel betrachtet werden sollen.
Eine oder auch mehrere Lieblingsfolgen zu finden bei einer Serie wie Chuck, ist in etwa so einfach, wie sich vorzustellen Big Mike würde zum Frühstück auf einen Proteinshake umsteigen. Einige Folgen jedoch stechen hervor. Zu diesen Glanzlichtern gehört für mich in jedem Fall Chuck vs. The Predator – nicht zuletzt wegen der Interaktion zwischen Buy More – und Spy Crew. Hätte Captain Awsome noch einen Einsatz wäre ich fast verführt eine Lieblingsfolge zu haben.

Kurz zur Erinnerung: Buy More Burbank vs. Buy More Beverly Hills; Orion vs. everyone except Chuck und CIA&NSA liefern sich mal wieder eine Runde mit Fulcrum (dieses Mal in Gestalt von „Mummy“ Arnold Vosloo aka Fulcrum Agent Vincent Smith).
Emmett als einsamer Bewacher des Laptops, gegen Jeffster, Fulcrum und unser Agenten Trio.
Die Buy More Faust schlägt zurück mit ungeplantem Dominoeffekt, der in Kombi mit Vosloos Gastauftritt die Beziehung zu „The Mummy“ und „The Mummy Returns“ kreiert. Matrix trifft auf klassischen schwarz-weiß Krimi in Form von Orion: der Unbekannte Mann in langem Mantel und Hut. Und schöne Filmzitate, die den Tenor der Folge ironisch auf die Spitze treiben: „I love the smell of Burbank in the morning. It smells like victory“ („Apocalypse Now“).
Ganz zu schweigen vom Geschlossenen Auftritt der Burbank Crew in Overalls, um die Rache an der Beverly Hills Filliale „The Buy More way“ zu erledigen („the Untouchables“).

Casey und auch Sarah zeigen sich in dieser Episode von ihrer professionellen Agentenseite und getoppt wird die Folge dann am Ende mit einem kleinen Gruß an Mr. Cruise.
Awesome!!!

Während Chuck zu Beginn der Durchschnittstyp mehr oder minder „zufällig“ zum Spion wurde, trifft er die Entscheidung zum Ende von Staffel zwei und definitiv mit Staffel drei bewusst.
Mit der dritten Staffel wird Chuck langsam erwachsen. Eine notwendige Entwicklung der Storyline. Bisher schafft die Serie den Spagat zwischen Chuck als professionellen Spion und dem charmanten, nerdigen Typ, der nicht immer in seine Rolle findet.
Etwas kritisch sehe ich momentan Morgans Entwicklung, ich weiß er kann nicht stehen bleiben, während alle anderen Fortschritte machen, aber Morgan tatsächlich als „Tuck-your-shirt-in-guy“ und verantwortungsvollen Assistant Manager? Ich werde mich überraschen lassen, wie die Morgantransformation weiter verlaufen wird.

Die letzte gesendete Folge gehört in die Kategorie solide Folge. Nette Anspielungen auf Mission Impossible. Bei der Frage, ob die Suche nach der richtigen Vase an Indiana Jones angelehnt war oder doch an Lieder unserer Kindertage aus der Sesamstraße („One of these things is not like the other things“) setze ich mein Geld aufs Krümelmonster.
Schade, dass nicht Jeffster mehr Spionageeinsatz zeigen durfte, stattdessen haben sich Ellie und Morgan doch recht einfach zufrieden gegeben.

Hannah und Agent Shaw stehen konform mit dem Trend von Staffel drei; die Dinge ändern sich – mal ehrlich, diese „Paarung“ zum momentanen Zeitpunkt macht sogar mehr Sinn. Natürlich werden entweder Hannah oder Shaw, eventuell auch beide noch ein zweites Gesicht zeigen.

Sarah und Chuck müssen sich wohl einfach noch ein wenig verpassen, es wäre konträr zu Chucks Entwicklung, wenn er und Sarah gerade jetzt zusammen finden würden.
Kleines Rätsel dieser Folge: welche Beziehung besteht zwischen „The Ring“ und Fulcrum, zumindest teilen sie sich ein Hauptquartier, der Spekulationsraum bleibt offen.

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