The Cleaner – Eine „saubere“ Geschichte?

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Das Top-Drama von A&E The Cleaner kehrte zuletzt mit einer zweiten Staffel auf die US-Bildschirme zurück. Warum Top-Drama? Weil The Cleaner mit der ersten Staffel im Durchschnitt 4,2 Millionen Zuschauer zu begeistern wusste – davon waren 2,4 Millionen zwischen 25-54 Jahren alt und 2.2 Millionen gehörten zu der begehrten 18-49 Zielgruppe. Damit wurde die Serie zum größten Erfolg der A&E-Geschichte mit doppelt so vielen Zuschauern als Nero Wolfe und 100 Centre Street. The Cleaner wird von CBS Paramount Television in Zusammenarbeit mit Once A Frog Productions produziert. Ist The Cleaner wirklich so gut?

In der ersten Staffel war, für mich (wie immer ist ein Review nur meine Meinung), die Geschichte um William Banks (Top-Performance von Benjamin Bratt), immer hart an der Grenze zwischen Gut und Nicht-Gut: “not a cop. He’s not a superhero. He’s just a man with a Calling.” Das sagt uns der Vorspann. Und dieses „Calling“ bzw. die offenen Gespräche (eher Monologe) von Banks mit Gott schienen am meisten der Kritik zu missfallen. Und sieh einer an – da kann ich mich wieder mal nicht anschließen. Ich fand sie nicht nur teilweise sehr amüsant, sondern auch passend zu der Figur und ihrer Inszenierung. Nach all den schlimmen Dingen (Trennung von Familie wegen seiner Abhängigkeit, Gefängnisaufenthalt etc.), die Banks passiert sind, beschloss er aus Dankbarkeit Gott gegenüber, dass er wieder bei seiner Familie sein darf, Leuten in Abhängigkeit zu helfen und sie in die Entzugsklinik zu überführen. Auf dem ersten Blick – sehr pathetisch als Prämisse einer ganzen Serie!

Wären da nicht die Gespräche mit Gott, die das Ganze etwas untergraben und den Pathos in Selbstironie verwandeln. Die Fälle der Woche, diese Rettungsaktionen, sind sogar der Schwachpunkt der ganzen Serie – teilweise sehr künstlich und unglaubwürdig konstruiert. Als Procedural funktioniert The Cleaner nicht. Vielmehr gefallen mir die Figureninteraktion und die Inszenierung der Emotionen im Banks Familieleben. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Benjamin Bratt und Amy Price-Francis (wir kennen sie aus Californication und 24 – hier Williams Frau Melissa) ist grandios!

Die Problematik von zwei Menschen, die sich vom ganzen Herzen lieben, und immer wieder nicht zu einander finden können, ist sehr schmerzhaft, aber dafür glaubwürdig und rührend inszeniert.
The Cleaner ist zwar eine Geschichte über Menschen, die tief gefallen sind, über die Unerträglichkeit des Seins und gleichzeitig voller Wärme und Liebe. Die in braunen und sepia Tönen gehaltenen Bilder vermitteln dem Zuschauer noch stärker die Gefühlswelt von The Cleaner, denn letztendlich darum geht es hier.

Die erste Staffel endete mit einer herzzerreißenden Szene, als Melissa auf unbestimmte Zeit eine Trennung will, und William dann von seinen Kindern (Ben – Brett Delbuono und Lula – Liliana Mumy) wieder mal Abschied nehmen muss.
Und die Premiere der zweiten Staffel war mehr als gut. Die Gastdarsteller stahlen hier fast die Show. Williams „Kunde“ in dieser Episode ist der TV-Star Davis Durham (Gary Cole), der wider mal der Sucht verfallen ist. Dann aber bekommt die Geschichte eine andere Nuance als wir erfahren, dass bei seiner Frau (Jayne Brook) zuletzt Krebs festgestellt wurde. Paula Kmec (gespielt von keiner geringen als Whoopi Goldberg) taucht auf als die ehemalige Betreuerin von William und jetzige von der Familie Durham.

Wenn die Autoren diese Figur behalten, ist es auf jeden Fall eine Bereicherung für die Erzählung, nicht nur weil es Goldberg ist, sondern weil die Chemie zwischen ihr und Banks von der ersten Sekunde an vorhanden ist. Die Szenen zwischen William und Melissa sind weiterhin humorvoll, warmherzig und unglaublich tragisch. Da ich gerade „humorvoll“ erwähne – man achte auf die Strandszene in dieser Episode. The Cleaner bleibt eine schwere Kost, eine solide und gefühlvoll erzählte Geschichte, die sich aber in dieser zweiten Staffel auch mehr um die Nebendarsteller und Helfer von Banks –  Akani (Grace Park aus Battlestar Galactica) und Arnie (Esteban Powell) bemühen muss.

Trotzdem würde The Cleaner auf einem der großen Networks bessere Ratings einfahren, als manch andere Serie.

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