Bones: The Bones on the Blue Line (5×15)

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The Bones on the Blue Line ist eine erschütternde Episode oder eine Episode der kleinen aber feinen Gefühlserschütterungen, wie ihr wollt. Das Erdbeben am Anfang der Episode ist die metaphorische Beschreibung dieser Erschütterungen bzw. es ist der Auslöser einer Kettenreaktion, die zu einem knienden Sweets (John Francis Daley) mit einem Verlobungsring in der Hand führt. Der Fall der Woche mit dem blinden Opfer Martin Aragon, der zu Lebenszeiten sein tägliches Brot damit verdiente, Briefe für andere zu verfassen, sei es Behördenbriefe, sei es aber Liebesbriefe, unterstreicht noch mehr die emotionalen Untertöne, die eigentlich in jeder Bones-Episode mitschwingen.

Martin hat an sich keinen gefährlichen Beruf, aber das Land der Liebesbriefe erweist sich als eine seismische Zone. Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen – das Verfassen Liebesschriftstücke im Auftrag anderer kann schnell aus einem Blue Line ein Thin Red Line machen. Aber genug Abschweifungen, zurück zur Episode und zur Problematik des zwischen den Zeilen Geschriebenen. Denn das ist, was zwischen all den interessanten wissenschaftlichen Fakten die japanische Reporterin Riku Iwanaga (Seiko Matsuda) in Bones’ (Emily Deschanel) neuem Buch liest und Bones danach befragt, da Riku ein ausführliches Review zum Bestseller verfassen möchte.

Und so erfahren wir, im Zuge von Rikus „Ermittlungen“, dass Angela (Michaela Conlin) Bones bei all den emotionalen und sexuellen Abschnitten große Hilfe leistet. Ich erwähne es nur einmal, obwohl es in der Episode öfters vorkommt: Page 187! Es geht um Hodgins (TJ Thyne) „thing“ oder mit seinen Worten „The thing, that I do!“ Scheint ein faszinierendes „thing“ zu sein, über das jetzt die ganze Welt erfährt und somit Angela Hodgins nie los wird, es sei denn, wie er selbst sagt, sie ist zusammen mit jemandem, der nicht lesen kann.

Irgendwie schaffen es die Autoren in dieser Autoren-Episode jedes Jeffersonian—Mitglied (abgesehen leider von Cam) in den Vordergrund zu heben. Sogar die Laboraushilfe Daisy Wick (Carla Gallo). Carla Gallo liefert eine großartige Performance und zusammen mit John Francis Daley bekommen sie definitiv einen Platz in der TV-Galerie der „besonderen“ Pärchen. Obwohl so pathetisch, erweicht der Moment, in dem Sweets auf den Knien Daisy einen Heiratsantrag macht, einem das Herz. Genauso das die Episode abschließende Gespräch zwischen Bones und Booth (David Boreanaz) über die Suche des Menschen nach seiner besseren Hälfte.

The Bones on the Blue Line ist der überführende Beweis, dass Bones sich von einer Serie über die toten Körper und ihre Geschichten zu einer über die Geschichten des noch schlagenden Herzens entwickelt hat.

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