Human Target: Christopher Chance (1×12)

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Es war einmal ein Mann. Er hieß Christopher Chance (Mark Valley) … In Flashbacks von Chance & Co. kommt in dieser Episode die bisher nur häppchenweise angedeutetene Ereignisse aus Chances Vergangenheit an die Oberfläche. Das Finale erzählt seine Geschichte anhand einer sehr gut orchestrierten Mischung aus Action und ruhigen Momenten, aus gegenwart und Vergangenheit, als in den ersten Sekunden das Büro von Chance & Co. gestürmt wird. Es sind alte Bekannte, die unser Trio nach einem Human Target-Style komisch-spannenden Schlagaustausch gefangen nehmen.

Der Bösewicht, ein damaliger Kunde von Chances altem Boss möchte die wahre Geschichte um Katherine Walters Tod und den nicht ausgeführten Auftrag hören. Und hier ist sie, die wahre Geschichte mit den wahren Namen der darin vorkommenden Figuren. Oder doch nicht? Dem Spielchen mit dem Namen Christopher Chance, das Human Target seit ihrer ersten Episode spielt, findet im Finale seine Auflösung. Nein, Christopher Chance ist nicht der richtige Name unseres Helden. Sein richtiger Name ist … Junior. Nein, das ist nicht sein richtiger Name. So wurde er von seinem alten Boss (The Old Man) und den Kollegen genannt.

Wie ist dann sein richtiger Name? Nur FOX kann uns helfen diesen zu erfahren, wenn eine zweite Staffel bestellt wird. Und dieses mit Gaststars reichlich geschmückte Finale stellt die Weilchen dafür! Aber bevor wir Katherine Walters und Lavern kennen lernen, verbleiben wir bei dem Namen Christopher Chance. Dieser Name ist, wie wir vom alten Bodyguard Christopher Chance (Lee Majors), einer, den nur diejenigen tragen, die Menschen in Not helfen, wenn keiner mehr da ist, der helfen kann. Der Name wird immer weiter gereicht. Er bezeichnet eine Art fließende, übertragbare Identität, wenn man so will. Er weist nicht so sehr darauf hin, wer man ist, sondern was man tut.

Wenn man ihn einmal angenommen hat, hat man auch die Pflichten, die damit verbunden sind angenommen. Aber bevor unser Held sich mit dem, was hinter Christopher Chance, anfängt sich zu identifizieren, lernen wir ihn als Junior, dem Lieblingsauftragskiller des alten Mannes kennen. Und er lernt zwei Menschen kennen, die diese Tatsache zum ersten Mal als nicht wichtig erscheinen lassen. Oder ist es nicht das erste Mal gewesen? Denn obwohl es, Hollywood-Style, Chance von der Liebe auf den ersten Blick anscheinend führen lässt, muss man auf das Flüstern der Nebensätze lauschen, die uns mitteilen, dass Chance schon seit einer Weile, nach einem bestimmten Vorfall, den Glauben an seine Vaterfigur und den Sinn seines Jobs anfing zu verlieren.

In diesem Kontext ist die Bekanntschaft mit Katherine Walters (gespielt von der wundervollen Amy Acker) nur der entscheidende Stoß, auf den Junior gewartet hat, um Christopher Chance zu werden. Aber diese Verwandlung wirkt wie der Stoß eines Dorns in das Auge alter Verbündeten. Baptiste, der Lehrling, der ihn wie einen großen Bruder verehrt, nutzt die Gelegenheit erste Geige spielen zu dürfen, indem er den „Vater“ (The Old Man) nicht im Stich lässt und Chance Auftrag zu Ende bringt. Er tötet Katherine, aber schafft es damit auch nicht den Auftrag zu erfüllen, denn was der Kunde (Tim Omundson) – der Mann, der in der Gegenwart unser Trio gefangen hält – will, ist ein Buch, in dem anscheinend Geheiminformationen verschriftlicht sind, die die Welt aus dem Gleichgewicht bringen könnten.

Und dieses Buch ist ohne Spur verschwunden. Genauso wie Katherine oder hat sie jemand wirklich sterben sehen? Nicht wirklich! Dafür sehen wir, was für Schläge Guerrero (Jackie Earle Haley) austeilen kann in einer faszinierenden Kampfsequenz mit seinem damaligen Kollegen Junior. Also Guerrero war auch Auftragskiller, wie Chance und Baptiste? Aber wenn eine zweite Staffel kommt, dann werden wir definitiv mehr über ihn erfahren. Man denke nur an Baptistes Worte aus der gleichnamigen Episode! Da wir beim Thema Namen sind, kommt noch einer – Lavern Winston (Chi McBride)! Wie konnten uns die Autoren diesen Spaß bis zum Finale vorenthalten? Spaß beiseite: Chi McBride ist wieder einmal exzellent, auch in den ernsteren Momenten, die die keimende Freundschaft zwischen ihm und Chance vor sechs Jahren beleuchten.

Thema Namen: Chances Hund Carmine (genannt nach dem Co-Schöpfer des Human Target Comics Carmine Infantino) hat Chance von Katherine. Das war ihr kleiner Velpe. Süßes Detail. Nicht so süß ist die Tatsache, dass Winston am Ende entführt wird und Chance mit seinem alten Mann (Armand Assante), den wir endlich zu Gesicht bekommen, zusammenarbeiten muss, um das Buch zu beschaffen und Winston zu retten.

Ich finde es großartig, dass am Ende Human Target es schafft uns einen viel versprechenden Anfang zu präsentieren und ganze zwei Bösewichter einzuführen und dabei Chances Old Man sogar ambivalent darzustellen. Denn am Ende der Episode rettet er Chances Leben und sein Blick strahlt Überraschung und sogar Trauer aus, als Chance dann auf zielend abdrückt (Magazin ist aber leer)! Die Human Target-Autoren schaffen es lose Enden zu binden, aber gleichzeitig tun sie das mit Edwards Scherenhänden. Human Target mag übertrieben, Hollywood-Mainstream-Feeling verbreitend sein, aber die Serie macht nach wie vor Spaß und ich hoffe, dass sie eine zweite Staffel bekommt.

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