Sanctuarys erste Staffel: Bruchstücke fremder Geschichten

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Im Grunde genommen ergaben sich auf den ersten Blick (link) zu viele Probleme, die Sanctuary bekämpfen musste, um sich zu einer soliden Erzählung und vor allem zu einer soliden Unterhaltung zu entwickeln. Es fehlte an Hintergrund bei der Sanctuary-Mythologie. Sanctuary sah Mitte der Staffel immer noch wie ein zusammengewürfeltes Puzzle aus, das keine konkrete Form annehmen konnte und wollte. Man fand keine Balance zwischen dem coolen Videogame-Look, der Definition eines Endziels seiner Figuren und den intelektuell-philosophischen Fragestellungen, was Humanität wirklich ausmacht.

Sanctuary warf Episode um Episode mit Ideen um sich, bis man sich entschied in welche Richtung man gehen wollte. Letztendlich wurde (vermutlich) die richtige Entscheidung getroffen und die Narration bewegte sich (wie mittlerweile dramaturgisch üblich) von dem Monster der Woche zu einer mythologischen Auseinandersetzung. Zuerst gab man aber den Hauptfiguren etwas mehr an Hintergrund, um ihre Motivation für den Kampf gegen „das Böse“ zu untermauern. Die mysteriöse Helen mit ihrem Mona Lisa-Lächeln gewann mehr und mehr an Form und wir erfuhren, dass ihr langes Leben das Ergebnis eines Experiments zur viktorianischen Zeit war und sie zu einer Gruppe von brillanten Wissenschaftlern gehörte, die sich „The Five“ nannten und die Welt verändern wollten.

Das Ergebnis ihres Experiments mit einem Extrakt an sehr altem Vampirblut war, dass sie sich selbst veränderten. Zu dieser Gruppe gehörte Ashleys Vater und Helens Ex (Christopher Heyerdahl als John Druitt), den wir als Bösewicht und Jack the Ripper kennenlernten. Einer dieser Fünf ist auch Nicola Tesla, der als mächtiger Vampir das Ziel verfolgt eine Armee von Gleichgesinnten zu gründen. Angesichts der Tatsache aber, dass die Sanctuary und die ganze Welt von der Geheimorganisation namens Cabal bedroht werden, über die wir herzlich wenig Informationen bekommen, müssen alle ihre Spielchen vergessen und sich zusammen tun, um aus einer ehemaligen Geiheimstadt der Vampire ein Fläschchen mit dem uralten Vampirblut zu holen.

Dieses Blut soll (auf welche Art und Weise auch immer – habe ich nicht ganz verstanden) das von The Cabal geplanten Genozig an Menschen und „Abnormals“ (mit anderen Worten – Mutanten, die andere Bezeichnung dient hier dem Zweck Sanctuary von Dark Angel unterscheiden zu können) stoppen.

Man könnte sagen, dass diese erste Staffel hauptsächlich Helens Figur gehörte und dem Etablieren einer Grundlage für den Konflikt diente, der in der zweiten Staffel ausgetragen werden wird. Dann wird sich, meiner Meinung nach, der Blickwinkel von Helen auf Ashley und Will verschieben, da Ashley im Bann des Bösen gefangen ist und Will, Watsons Worten zufolge, derjenige ist, der sich um das Zusammenpuzzeln des Endspiels kümmern muss.

Übrigens das wird auch Zeit, denn den beiden Figuren konnte man in der ersten Staffel nicht wirklich was abgewinnen. Mindestens ich nicht. Obwohl ich den Dreieck Mutter-Tocher-Möglicher Liebhaber ziemlich gelungen fand. Dieser Dreieck wurde im Finale zu einem Viereck, denn Will kam dem neuen Mitglied (Rolle: smokin’ hot babe) des Teams Clara sehr nah. Endlich mal ein Kuss in der Sanctuary. Ob es dabei bleibt, wird die zweite Staffel zeigen, die nicht nur was romantische Beziehungen betrifft eine Menge Arbeit vor sich hat, um aus Sanctuary eine „gute“ Serie zu machen.
To Be Continued.

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