True Blood: Everything is Broken (3×09)

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True Blood mag eine sehr blutige dritte Staffel abliefern, aber der Abgang von Figuren wie Franklin oder Talbot ist streng genommen sehr verständlich. Andernfalls nämlich drohte der Serie ein Überschuss an Figuren, deren Geschichten gehegt und gepflegt werden wollen. Man muss der HBO-Produktion zu Gute halten, dass sie nicht davor scheut, zahlreiche neue Figuren einzuführen und sie auf unterschiedliche Art und Weise in den schon vorhandenen Handlungssträngen unterzubringen bzw. neue anfangen zu lassen.

Trotzdem ist es sowohl zeitlich auch erzähltechnisch kaum möglich, jede Figur und jeden Nebenplot spannend zu gestalten: deutlich ablesbar am Unmut der True Blood-Fans über den Sam-Tommy-Plot, der in Everything is Broken darin mündet, dass ein völlig außer sich geratener Sam Crystals Vater vor allen Merlotte’s-Gästen brutal verprügelt. Dasselbe gilt für die erzähltechnisch vernachlässigte Jessica, die immerhin eine sehr gefühlvoll inszenierte kleine Unterhaltung mit Hoyt bekommt.

Bei allem Unmut über diese Nebenplots und über Jasons grundlegend tollpatschiges Getue darf man jedoch nicht vergessen, was True Blood damit erreicht: nämlich einen Hintergrund zu kreieren, der einem Ameisenhaufen gleicht. Die Vorwärtsbewegung des Hauptplots erhält ihre Spannung genau dadurch, dass sie sich auf viele Schicksale auswirkt – und umgekehrt durch jenen Hintergrund beeinflusst werden könnte. Ich vermute zum Beispiel, dass Lafayettes (Nelson Ellis) Geliebter Jesus eine wesentliche Rolle spielen wird.

Bevor Eric (Alexander Skarsgard) und Pam (Kristin Bauer) fliehen können, taucht in Fangtasia Nan Flannigan höchstpersönlich auf. Sie hat viele schwer bewaffnete … Vampire Starship Troopers dabei. Zum ersten Mal bekommen wir The Authority zu sehen, die per Live-Cam Erics Verhör beobachten. True Blood hat sich hier für die in heutigen Serien übliche Lösung entschieden, uns die Puppenzieher als gesichtslose Einheit zu präsentieren. Eigentlich hätte man vermutet, dass nach den Steigerungen von Bill über Eric zu The Queen, The Magister und The King eine weitere übermächtige Figur auftaucht, aber True Blood setzt auf den übermächtigen Apparat.

Um den Verdacht, The Magister getötet zu haben, von sich abzuwälzen, erzählt Eric die ganze Wahrheit – und noch mehr: Er stellt eine interessante historische Verbindung her, indem er nicht nur Russells (Denis O’Hare) Teilnahme an den Nazzi-Operationen bestätigt, sondern ihn auch in Verbindung mit den Azteken, dem Römischen Imperium und der Olmec Zivilisation bringt. Währenddessen wälzt sich King Russell in Talbots Blut und schwört Rache: und die ist, wie Quentin Tarantino einmal gesagt hat, das beste Motiv, das Geschichtenerzählern zur Verfügung steht.

Und was ist mit der Liebe? Nach einer Post-Sex-Duschszene mit Bill und Sookie – obligatorische Nahaufnahmen von blutig im Abfluss verschwindendem Wasser inklusive – widerfährt Bill ein unerwartetes Erlebnis: In Weiß gekleidet erwacht er an dem Ort, wo Sookie war und wo er nun auf Claudine und auf die Macht des Lichtes trifft. Sie sagt ihm, was Sookie ist. “I know what you are“, berichtet er Sookie – wir aber erfahren es nicht. Noch nicht.

Dafür stellt sich heraus, dass auch Hadleys Sohn Hunter Gedanken lesen kann.  Alles vererbt sich – und Eric wollte nicht, dass Pam seinen Schmerz erbt. Deswegen hat er ihr nie von seiner Vorgeschichte mit Russell erzählt. Skarsgard und Bauer spielen die Szene hervorragend, als er ihr mitteilt, für sie sei die Zeit gekommen, einen Vampir, ein Kind zu erzeugen.

The Authority wiederum beschließt, alles unter den Teppich zu kehren, und gibt Eric den Auftrag, Russell zu töten – allein: The Vampire League will sich heraushalten. Aber kann sie das? Denn während der Live-Nachrichten taucht Russell im Fernsehen auf. Vor laufender Kamera reißt er dem Nachrichtensprecher die Wirbelsäule heraus und teilt ganz Amerika die Wahrheit über die Vampire mit: Mine is the true face of vampires! Why would we seek equal rights? You are not our equals. We will eat you after we eat your children.
Now, time for the weather. Tiffany?
Für die verbleibenden Episoden wird definitiv stürmisches Wetter erwartet!

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