True Blood: I Got a Right to Sing the Blues (3×06)

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Im Vergleich zu der zweiten Staffel, wo man etwas mühsam nach vorne kam, treibt jetzt True Blood, wie ein Hund (oder soll ich besser Wolf sagen?) die Herde, die Handlung stetig voran und wenn man an einem kleinen Höhepunkt, wie in dieser Episode, angelang ist, dann ist Zeit für … Slow Motion. Seit dem Erfolg von The Matrix wurde die Darstellung einer actionreichen oder emotional sehr intensiven Szene in Slow Motion immer beliebter und True Blood bedient sich auch der verlangsamten Bilder in der Eröffnung von I Got a Right to Sing the Blues.

Sookie wird in Russells Haus gebracht und während alle den Plast von The King of Mississippi betreten, schwenkt die Kamera von einer Figur zur anderen und wieder zurück. Durch die Slow Motion können wir jedes Stückchen an Gefühlsregung jedes einzelnen Beteiligten betrachten. Sehr wichtig hier ist die Anordnung der Figuren im Raum und die Wahl des Raums für die Inszenierung dieser wichtigen Auseinandersetzung, in der mehr geschieht, als damals in zwei ganzen Episoden der ersten Staffel. Die ausgeprägte runde Form der Eingangshalle unterstützt den rundum Blick, den die Kamera hier gewährleistet und die Treppen an den Seiten dienen dazu, zusätzliche Dynamik in das Geschehen und das Bild selbst zu bringen.

Sie ermöglichen eine diagonale Bewegung, die die schnellen horizontalen Schwenks durchbricht. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Bill, der Sookie zu retten und Russell umzubringen versucht, den Weg auf der Diagonale wählt und unseren Blick auf sich zieht. Denn Bill (Stephen Moyer) ist in dieser dritten Staffel das Sinnbild für ihre Beschaffenheit. Sie präsentiert uns die Figuren auf ihrer Suche nach Liebe und Kontrolle über ihr „Leben“ und ihr ständiges Versagen sie zu finden bzw. zu behalten. True Blood spielt mit den Schwankungen zwischen Macht und Ohnmacht. King Russell erweist sich hier als eine Schlüsselfigur: Do not defy me! I am your KING! In den vergangenen Episoden haben die Autoren es geschafft so gut wie jede Figur in Verbindung mit Russell zu bringen.

Wie wir sehen, weigert sich Eric Sookie (Sookies Imitation von Eric, nachdem sie das schon mit Bill tat, ist übrigens großartig!) zu helfen und versucht ein eigenes Spielchen mit Russell (Denis O’Hare) zu treiben, indem er nicht nur seinen Befehlen gehorcht und ihm hilft das Jawort von Queen Sophie Ann zu holen (es erweist sich, dass Eric stärker las sie ist, weil älter), sondern auch mit Russell zu flirten versucht. Wir haben mehrmals die Inszenierung von den beiden, alleine im Bild, Seite an Seite, so dass eine leichte Berührung zustande kommt. Man kann wirklich sagen, das Denis O’Hare und Alexander Skarsgard diese Episode an sich reißen.

Und die Episode, abgesehen von der Eröffnungssequenz, ist um bestimmte Pärchen strukturiert, wie Eric und Russell, Bill und Lorena, Sookie und Russell, Tara und Franklin, Lafayette und Jesus, Jason und Crystal etc. Übrigens das Frage und Antwort-Spielchen zwischen Russell und Sookie ist nicht nur amüsant, sondern auch womöglich sehr wichtige Begegnung für die Gesamthandlung, da es sich dabei um die einzige Szene zwischen zwei Figuren handelt, die keine romantisch-sexuelle Untermalung besitzt. Wir erfahren zwar nichts Neues über Sookie, aber sie erfährt über Bills Nachforschungen.

Über Russells Pläne dürfen wir auch während seiner Unterhaltung mit Eric Wind bekommen. Russell sieht die Vampire mit Hitlers Worten als „master race“. Er sagt, dass Adolf mit der Idee Recht hätte, nur nicht mit seiner Wahl der Rasse. In Verbindung mit der Tatsache, dass Russell zu Sookie sagt, er sein nicht der König aller Vampire und damit, dass er unbedingt die Queen heiraten wollte, kann man sich vorstellen, was das Endziel ist: Sookies Frage nach dem König aller Vampire nächstes Mal mit „Ja“ beantworten zu können. Für die Zuschauer stellt sich die Frage, welches Crystals Geheimnis ist und warum sie das Beisammenliegen mit Jason im Wald, nachdem sie in der Luft geschnüffelt hat, abbrechen musste.

Besteht eine Verbindung zwischen ihrem Verlobten, den sie später Jason präsentiert, und dem V-Handel? Daraus würde sich dann eine Verbindung zu Lafayette ergeben, der in dieser Episode auch romantisches Hin und Her erlebt. Nach einem zögerlichen Annähern mit Jesus kommt es zu einem Kuss und dann wäre es in Lafayettes Haus zu vielleicht noch mehr gekommen. Aber die beiden werden von den Meth-Dealern unterbrochen, die auf Lafayettes Auto losgehen. In der folgenden Auseinandersetzung bekommt Jesus mit, welche Nebenbeschäftigung seine Flamme nachgeht und verschwindet. Aber nach den Erzählungen über seine unbekannte Herkunft kann man wie im Falle von Crystal, auch hier davon ausgehen, dass Jesus mit dem Übernatürlichen involviert ist.

So kommen wir zum nächsten Pärchen, zu Bill und Lorena, die ziemlich viel Screentime bekommen, um ihre Haß-Liebe-Beziehung mit „true blood“-Tränen zu rekapitulieren. Und während Lorena mit Weinen und Foltern beschäftigt ist, schafft es Tara Franklin in Sicherheit zu wiegen und ihm anschließend den Schädel zu zerschmettern? Das Ende von Franklin? Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hab damit gerechnet, dass Franklin eine wichtigere Rolle erfüllen sollte. Wie dem auch sei, Tara kann fliehen und befreit Sookie, die selbstverständlich nicht ohne Bill gehen will. In der letzten Szene sehen wir, wie Lorenas innigster Wunsch in Erfüllung geht und sie ihre Zähne in Sookies Hals gräbt: To be continued…

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