True Blood: I Wish I Was the Moon (4×06)

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Man muss den True Blood-Produzenten immer wieder das Kompliment aussprechen, dass es ihnen mit Sorgfalt und gleichzeitig mit spielender Leichtigkeit gelingt, eine heilige Dreieinigkeit aus dem Titel, dem Abspannsong und der Thematik der Episode zu kreieren. I Wish I Was the Moon lässt vom Anfang an nicht die geringste Täuschung darüber zu, dass es ruhig zugehen wird. Obwohl sich nach dem spektakulären Anfang der Erzählfluss kurz beruhigt, zieht man das Tempo ab Mitte der Episode ziemlich an und bewegt sich gegen Ende in Vampirgeschwindigkeit von einem Schauplatz und einem Erzählstrang zum nächsten. Was damit gemeint ist? Die kleinen Fragezeichen, eine Art Mini-Cliffhanger, mit welchen mehrere Szenen enden.

Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir zuerst einen Blick in Sookies (Anna Paquin) Wohnzimmer werfen. Denn auf dem dortigen Sofa geht es heiß her zwischen Eric (Alexander Skarsgard) und Sookie! Die Situation wird um so heißer, als Bill (Stephen Moyer) das Zimmer betritt und in eine handgreifliche Auseinandersetzung mit Eric gerät, die nur  vor Augen führt, wie viel stärker Eric ist als sein „King“ Bill. Sookie verhindert Bills Tod, indem sie Eric die King-Sheriff-Verhältnisse erklärt. Der Rest der Story ist Bon Temps-Romantik unter dem Vollmond: Eric lässt sich von Bill gefangen nehmen, und Bill fordert von Nan „true dead“ für den ehemaligen Sheriff. Eigentlich wird nicht klar gemacht, ob sich Nan mit der Entscheidung der Vampirführung bei Bill zurückmeldet oder ob Bill einfach nicht abwarten kann, aber wir sehen ihn in der Bereitschaft, die Höchststrafe auszuführen.

Und Eric? Er sagt zu Pam, dass er nicht zu seinem früheren Dasein zurück wolle. Er ist bereit, „true dead“ zu empfangen, wenn Bill dafür verspricht, sich in seinem Namen bei Sookie dafür zu bedanken, dass Eric durch sie „true love“ erfahren konnte… Bill setzt zum tödlichen Schlag an und — Schnitt.

Nahezu jeder Plot endet ab sofort mit einem Cliffhanger.  Arlenes Baby und die unheimliche Puppe überleben den Hausbrand; mit den Augen des kleinen Mikey sehen wir eine Unbekannte, die ihm zuwinkt, bevor sie verschwindet. Tommy entdeckt seine neuen Formwandlerqualitäten und wird zu Sam, während Luna, die uns die Story über das Sichverwandelnkönnen in andere Menschen vermittelt hatte, nun selbst davon betroffen wird. Sie schläft mit Sam / Tommy und wird danach von ihm aus dem Haus geworfen, als die Wandlung wieder beginnt. Sam findet seinen Bruder bewusstlos. Noch am Leben?

Ob Tara am Leben bleibt – nun, auf diese Frage erhoffen sich viele Zuschauer ein Nein als Antwort. Ihre Freundin sucht sie in Bon Temps auf; der Rest ist Herzausschütten als Vorspiel. Dafür versteht Pam keinen Spaß mehr: Nachdem sie Bill auf Erics letzten Wunsch hin befreit hat, greift sie Tara an und — Schnitt.

Alcide und Debbie bleiben nach wie vor Randerscheinungen, während der andere Randplot um Jesus und Lafayette seinen Höhepunkt erreicht. Jesus’ Großvater sorgt dafür, dass Tio Luca ab sofort auf die beiden aufpasst. Who the f… is Tio Luca? Gute Frage, Lafayette! Nun, Tio Luca ist der Geist, der von ihm Besitz ergriffen hat. Damit sind wir bei dem zurzeit mit Abstand interessantesten Plot angelangt, nämlich der Marnie-Antonia-Erzählung. Das Timing der Autoren ist dieses Mal sehr gut; in dieser Episode ergreift Antonia endgültig Besitz von Marnie, nach Flashbacks, die uns Antonias Qualen und ihre Rache verbildlichen. Einer der Vampir-Sheriffs, den wir in der Rückblende Antonia vergewaltigen sahen, bekommt als Erster Antonias / Marnies Macht zu spüren. Fiona Shaw spielt nach wie vor sowohl Marnie als auch Antonia hervorragend, und ihr Lächeln auf dem Monitor lässt etliches Blut gefrieren – auch das von Vampiren.

Aber zurück zum heißen Teil. Die Episode fängt heiß an und endet auch so! Zunächst knistert es zwischen Jason und Jessica im Wald. Er verspürt Panik darüber, sich bei Vollmond in einen Werpanther verwandeln zu müssen, und Jessica bleibt an seiner Seite, um ihn zu beruhigen. Das Gespräch zwischen den beiden handelt davon, was es heißt, „special“ zu sein, anders zu sein – oder sich zu wünschen, jemand anders zu sein. Jessica würde das Vampirsein für ihr Menschenleben nicht aufgeben wollen, denn es macht aus ihr etwas Besonderes. Und Jason? Jessica teilt ihm mit, dass auch er besonders sei, weil… nun, weil jede Frau im Umkreis von mehreren Kilometern mit ihm schlafen wolle. Inklusive Jessica. Interessant, wie sich diese Beziehung weiter entwickeln wird.

Man könnte nun vorhersagen, wie sich die Geschichte zwischen Eric und Sookie entwickeln und wie sie enden wird – jetzt, da Bill Eric aus Liebe zu Sookie und / oder anderen melancholischen Gründen hat laufen lassen. Auch Eric und Sookie treffen im Wald aufeinander, dem Treffpunkt in dieser Episode… und sie endet unter dem Vollmond auf giftgrünem Rasen. Wird Eric für immer der neue Eric bleiben? Was wird aus der Beziehung, falls der frühere Eric zurückkehren sollte? To be continued…

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