True Blood: If You Love Me, Why am I Dyin’? (4×03)

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Der Titel der Episode ist gleichzeitig der Titel des Boxing-Ghandi-Lieds, das auch in der Szene zwischen Jesus, Tara und Lafayette zu hören ist. Die ersten Takte allerdings erklingen schon vor dem Schnitt in Sookies Haus. Auf den ersten Blick ist es eine traurig-melancholische Frage, aber die HBO-Serie schafft es, im echten True Blood-Style mehr aus ihr zu machen: Das ganze Beziehungschaos in Bon Temps wird mit einer Prise Humor zum genüsslichen Primetime-Schmaus gezuckert. Die Prise nun, die die Episode aus dem gelegentlichen True Blood-Einheitsbrei herauszaubert, heißt Eric Northman (Alexander Skarsgard).

Wie schon im letzten Review erwähnt, kann man an dem Erzählstrang über Erics Amnesie kritisieren, wie offensichtlich man ihn damit Sookie (Anna Paquin) näher bringen will. Nichtsdestotrotz beweist If You Love Me, Why Am I Dyin’?, dass diese Erzählung funktioniert. Die Szenen mit dem gedächtnislosen Eric sind durch und durch gelungen; Skarsgard erzeugt sowohl subtilen Situationshumor als auch einen Hauch von Trauer. Geschickt pendelt er zwischen dem Treuen-Hund-Blick und der Gier des Tieres hin und her, zwischen Verlorensein und der Möglichkeit, alles „neu“, anders zu sehen: ohne die Belastung der Erinnerungen.

I hate my life, sagt Jessica (Deborah Ann Woll) zu Bill, als sie seinen Rat sucht wegen ihrer „Untreue“ Hoyt gegenüber. Eric kann sein Leben gar nicht hassen, denn er kennt es nicht! Am Anfang erklärt er Sookie (oder besser gesagt – Snooki!), er wisse zwar, was er sei, aber nicht, wer. Außerdem ist der „neue“ Eric höflich… auf seine Art. In dieser Episode nimmt die Handlung um Erics Gedächtnisschwund die meiste Screentime ein, durchmischt mit den kleinen, aber feinen Auftritten von Jessica und Pam (Kristin Bauer) – was dem Ganzen gut tut. Man kann nicht umhin, Deborah Ann Woll und Jim Parrack (Hoyt) ein Kompliment für die Szene auszusprechen, in der sie ihm die Wahrheit sagt – und sie ihn dann wieder vergessen lässt. Die Szene korrespondiert direkt mit der Gefühlsmischung der Haupterzählung: Erinnern und vergessen.

Sookie hat einen Freund nicht vergessen, der ihr mehrmals geholfen hat. Die von den Fans erwartete Wiederkehr Alcides findet in dieser Episode statt, als Sookie ihn aufsucht und darum bittet, einen Unterschlupf für Eric zu finden. Die Positionen sind jetzt umgekehrt: Nun muss Sookie auf Eric aufpassen. Dasselbe sagt ihr Pam, als sie von der Sache mit Eric erfährt. Sie vermutet sogar eine Verschwörung, hinter der Bill stecken soll.

Alcide (Joe Manganiello) ist offenbar mit seiner Ex Debbie zusammen, die ihre Vergangenheit samt Sucht mit Hilfe der Religion hinter sich gelassen hat und ein besserer Mensch geworden ist. Nun, Sookie hat ein viel zu gutes Gedächtnis, was Debbie betrifft – und beendet schlagartig den Besuch.

Zum Glück macht True Blood, was Andys, Sams und Tommys Plots betrifft, nur kurze Abstecher, während Tara, Lafayette und Jesus etwas mehr zu tun bekommen, genauso wie Jason. Der Titel If You Love Me, Why Am I Dyin’? passt am besten zu Jasons Situation. Aber es ist nicht so, wie er denkt. Er liegt nicht im Sterben, sondern liegt da, um neues Leben zu erzeugen. Jason (Ryan Kwanten) war von der ersten True Blood-Minute an mit nacktem Oberkörper und in Frauengesellschaft zu sehen, aber das Schicksal kann ironische Wendungen nehmen. Jetzt liegt er gefesselt im Bett, auf dem Weg, sich in ein anderes Wesen zu transformieren und Vater vieler, vieler Hot Shot-Kinder zu werden!

Crystal darf sich als erste über ihn hermachen, während die restliche weibliche Hot Shot-Bevölkerung ungeduldig Schlange steht. Pam ist nicht so geduldig und gibt Tara, Lafayette und Jesus vierundzwanzig Stunden Zeit, um Marnies Hexenfluch rückgängig zu machen, ansonsten: If you don’t, I will personally eat, fuck, and kill all three of you. Bill wiederum ist hinsichtlich seiner neuen Position ziemlich aktiv, was Pams „heilige Dreifaltigkeit“ betrifft.

Ob Eric bald wieder zu seiner „Einheit“ zurückfindet – bzw. überhaupt finden will? In den letzten Minuten taucht Claudine auf und will Sookie ins Feenland zurückholen, nur um von Eric kurzerhand ausgesaugt zu werden: You just killed my fairy godmother! sagt Sookie.
Erics verlegene Antwort: Sorry… Für diese Episode aber braucht sich True Blood nicht zu entschuldigen.

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