True Blood: I’m Alive And On Fire (4×04)

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True Blood setzt die Erzählung genau an dem Punkt fort, an dem wir Sookie (Anna Paquin) und Eric (Alexander Skarsgard) letzte Woche zurückgelassen haben. Der Erzählstrang um den gedächtnislosen Eric bleibt nach wie vor das Interessanteste in der vierten Staffel. Einen Teil dieses Erzählstrangs bildet der Hexenzirkel um Marnie – und an ihm wiederum ist Marnie selbst erwähnenswert, während Lafayette, Jesus und Tara als gestresste Beobachter den Hintergrund der Marnie-Szenen bilden. Übrigens: Man muss Alexander Skarsgard und Fiona Shaw ein großes Kompliment für ihre Leistungen aussprechen.

Erics Zustand sorgt sowohl für Komik als auch für eine gewisse Tragik, für tiefe Melancholie. Die erste Szene, als er quasi „high“ vom Feenblut fröhlich um Sookie herumschwirrt, ihr gar auf den Po klapst, steht in direktem Gegensatz zu einer späteren Szene, als er Sookie darum bittet, ihn in seiner Schlafstätte nicht allein zu lassen. Beide Szenen wirken wie die zwei Enden eines Seils, auf dem Eric ahnungslos über den Abgrund tanzt.

Bei diesem Tanz wird Sookie nach und nach zu seiner Partnerin und macht es sich zur Aufgabe, ihn nicht abstürzen zu lassen. So holt sie Alcide zu Hilfe und lässt ihn in Wolfsgestalt die Umgebung nach Eric durchsuchen. Tagsüber, wohlgemerkt! Denn Eric ist tatsächlich da draußen – oder besser gesagt, da drin. Er badet in der glühenden Sonne und scheint glücklicher als je zuvor. Wir erleben einen Eric, der lächelt – und dieses Lächeln hat mit dem gewohnten Sarkasmus nichts zu tun. Es ist rein, von Licht erfüllt, wie das Blut einer Fee. Ein Lächeln auf die Lippen vieler Fans dürfte die kleine Nackter-Oberkörper-Auseinandersetzung zwischen Alcide und Eric gezaubert haben!

Auch Anna Paquin in Sookies Rolle meistert die gemeinsamen Szenen mit Eric sehr gut, so dass sie dem Melodramatischen fern bleiben; das gilt für ihr Unterbinden des Du-weißt-schon-was-Messen zwischen Alcide und Eric ebenso wie für ihren schon erwähnten ‚Seiltanz‘ mit Eric – der übrigens beinah mit einem Kuss geendet hätte, wenn nicht Bill an der Türschwelle stehen würde. Sookie widersetzt sich seinen Versuchen, ihr Haus durchsuchen zu lassen bzw. selbst hineinzugehen. Vielleicht kommt Sookie ja doch noch aus ihrer Cheerleader-Rolle heraus?

Bill wiederum kann in seiner Rolle als Portias „Freund“ nicht umhin festzustellen, dass sie seine Ur-Ur-Urenkelin (so ungefähr) sein muss, und beendet die Beziehung kurzerhand. Da wir bei Enthüllungen sind: Bei Luna erwartet auch Sam eine. Luna hat eine kleine Tochter, und Lunas Ex ist ein eifersüchtiger Werwolf. Was hat man auch Anderes zu erwarten in Bon Temps? Und Sam dachte vor nicht allzu langer Zeit, er sei etwas Besonderes, Außergewöhnliches… Mittlerweile wäre es in Bon Temps außergewöhnlich, ein einfacher Mensch zu sein. Die Entdeckung, die Sams Bruder Tommy macht, erweist sich allerdings als deutlich schmerzvoller.
Auch Terry kann eine grausame Enthüllung nicht übersehen. Das Baby schreibt mit rotem Stift an die Wand: “baby not yours”, und Arlenes rote Haare stehen zu Berge…

Auch Jason scheint kein „einfacher“ Mensch mehr zu sein. Er schafft es, seinen Vergewaltigerinnen zu entkommen, aber Felton folgt ihm – nur um von Jason im Arnold-Schwarzenegger-Style im Wald erledigt zu werden. Jason flieht vor Crystal und hoffentlich auch vor der Belanglosigkeit. Sieht so aus, als würde er sich demnächst in einen Panther verwandeln! Jessica und Hoyt fahren zufällig die Straße entlang, an deren Rand Jason liegt, und können ihn bergen.

Nan ist wegen Erics Verschwinden ziemlich unzufrieden mit Bill, während er seine Besorgnis in Sachen Hexen nicht verbergen kann. Sie wiegelt jedoch ab mit der Erklärung, dass das letzte Problem, bekannt als „The Spanish Massacre”, ungefähr 400 Jahre zurückliege. Vermutlich genau dorthin werden wir, zusammen mit Marnie, in ihrem Traum versetzt: Marnie sieht die Frau, die in der letzten Episode auf ihre Beschwörung hin auftauchte. Sie wird gerade von der spanischen Inquisition verbrannt, und wie ein Echo wiederholt Marnie die letzten Worte der mächtigen Hexe.

Fiona Shaw meistert auch in dieser Episode perfekt den Wandel von rasender Wut (durch die Verbindung zur Hexe) in eine verwirrte ältere Dame, die hektisch nach dem passenden Buch sucht, um einen Fluch rückgängig zu machen – und die sonst einfach nur mit ihrem harmlosen Hexenzirkel in Ruhe gelassen werden möchte. Als sie von unsichtbarer Hand auf das richtige Buch hingewiesen wird, versucht sie den Fluch in Pams (Kristin Bauer) Anwesenheit aufzuheben. Als Marnies Augen mit den Flammen des Feuers aus ihrem Traum wieder Funken zu sprühen beginnen, bekommt es Pam auch ab: Ihre Haut beginnt sich von ihrem Gesicht abzulösen, und sie flieht in heller Panik. Man kann nur gespannt sein, wie es mit der Auseinandersetzung zwischen Vampiren und Hexen weiter geht: Werden wir erfahren, wo ihre Wurzeln liegen?

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