True Blood: It Hurts Me Too (3×03)

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Diese Woche setzt True Blood die Einführung neuer Figuren fort. Man arbeitet zwar an allen Fronten, muss jedoch aufpassen, nicht den Kopf zu verlieren. Nun, in It Hurts Me Too bildet das Kopfverlieren sowohl im übertragenen als auch im direkten Sinne das Kernstück der Episode… und das Verbindungselement zwischen den Stories der beiden romantisch involvierten Held(inn)en, Sookie und Bill, hängt an einer seidenen Teppichfaser.

True Blood kümmert sich darum, seiner blumigen, metaphorischen audiovisuellen Sprache gerecht zu werden. Franklins Job ist es, Sachen zu finden – mein Job besteht darin, hier für euch Details und Ereignisse zu finden und … aufzurollen. Wie einen Teppich, auf dem Eric das Blut des Werwolfs fließen lässt, nachdem er ihn umgebracht hat.

Wir verließen True Blood letzte Woche in Schussgeschwindigkeit. Bekanntlich bleibt für True Blood-Fans die Zeit bis zum nächsten Sonntag stehen – innerhalb der Serienerzählung anscheinend auch, denn wir dürfen in der Eröffnungsszene der Episode die Kugel aus Sookies Waffe in Slow Motion begleiten: bis … zu Erics Brust! Ja, er fängt die Kugel auf, denn ein lebendiger Werwolf könnte Informationen liefern. Oder auch nicht. Denn die Angst des Werwolfs vor dem unbekannten Master ist so groß, dass er kein Wort verlieren will und Eric nichts anderes übrig bleibt, als ihn vor Sookies Augen zu töten: I got your rug all wet.

Nach wie vor liegt in den Szenen zwischen Eric und Sookie das beste Erzählmaterial von True Bloods dritter Staffel. Was die Beziehung zwischen beiden noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass man Eric gegenüber Sookie keine romantischen Gesten vollführen lässt – das nämlich würde die Serie in eine Vampirerzählungsrichtung treiben, vor der man heutzutage die Nase voll hat. Trotzdem schaffen es die Autoren, der Beziehung der beiden mit jedem Gespräch eine neue Nuance hinzuzufügen. Nichtsdestotrotz  muss Eric wieder einmal mit den Augen rollen: anlässlich Sookies Entscheidung, in die Stadt zu gehen, deren Namen sie in den Gedanken des Werwolfs fand.

Eric selbst kann zwar nicht mitgehen, schickt ihr jedoch einen Werwolf-Bodyguard namens Alcide (Joe Manganiello), der mit seinesgleichen eine unangenehme Vorgeschichte zu teilen scheint und sich in der Werwolf-Bar (in True Blood haben alle eine Bar) für Sookie einsetzt, als sie versucht, Informationen zu beschaffen. Diese bekommen wir Zuschauer: denn Lorena – auf die man einen Teppich warf, um sie zu löschen – wird wieder aufgerollt (lebendig), und mit ihr Bills Vergangenheit. In mehreren Flashbacks erfahren wir, wie Bills Sohn starb und wie Lorena ihm eine Lektion über Liebe erteilte. Gefangen zwischen den eigenen Erinnerungen, King Russells Vorschlag, Sookie in einen Vampir zu verwandeln, und Lorenas (auch für mich als Zuschauer) unerträglicher Anwesenheit entscheidet sich Bill, Russells Jobangebot anzunehmen. Nur um Sookie zu schützen -oder versucht Bill, ein Spiel mit dem Feuer zu treiben? Geht er gar zur dunklen Seite über?

Schwer zu sagen, vor allem, wenn man sich die letzte Szene anschaut, die in die TV-Geschichte eingehen wird: Als Bill Lorena sagt, er werde sie nie lieben, hat er gleichzeitig Sex mit ihr. Vielleicht ist ‚Sex’ hier kein angemessener Ausdruck, wenn jemandem der Kopf um 180 Grad verdreht wird: Beim Close-Up bekommt der Zuschauer den Eindruck, die Penetration fände von hinten statt, aber als die Kamera sich entfernt und uns aus der Obersicht einen Blick auf die Szene werfen lässt, sehen wir Lorenas Körper in „normaler“ Lage. ‚Twisted’ wäre hier wohl ein richtiger, aber milder Ausdruck… Ein passendes Wort übrigens auch, um zwei andere Stories zu erwähnen, nämlich Franklins Rolle im Ganzen und Sams Verwandtschaftsgeschichte.

Während die zweite uns Zuschauer langsam die Augen rollen (bzw. verdrehen) lässt, dürfen wir gespannt sein, was Franklin mit Tara vor hat – abgesehen von heißem Sex. Apropos Sex: Als offizielles Mitglied vom Team „Pam“  möchte ich auf die kurze Szene hinweisen, in der Jessica Pam bei ihrem Spiel mit Yvetta unterbricht, und zitieren: Did you call the hypothetical hardware store and get the theoretical chainsaw? Nachdem sie aufgelegt hat, widmet sich Pam wieder ihrer Beschäftigung und verschwindet aus dem Bild, indem sie zwischen Yvettas Beine abtaucht: Lie back, sweetheart, and think of Estonia. Schnitt auf einen Kirschkuchen, von dem gerade ein Stück abgeschnitten wird… Let’s twist again!

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