True Blood: Night on the Sun (3×08)

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Night on the Sun hat eine Sonnen- und eine Schattenseite. Die Exzesse (egal in welcher Hinsicht) ist eigentlich eine der True Blood-Qualitäten, aber in dieser Episode droht man die Exzesse zu exzessiv werden zu lassen. Es ist klar, man kann nicht alle Handlungsstränge und alle Figurengeschichten zu irgendeinem Punkt führen, an dem sie komplett zusammenlaufen. Figuren brauchen ihre autonomen Geschichten, um das Serienuniversum komplett erscheinen zu lassen.

Aber die Voraussetzung dafür ist doch, dass sie den Zuschauern interessant und spannend erscheinen. Gut, ich weiß, in True Blood hat alles eine Bedeutung, aber muss es wirklich sein, dass man als eine metaphorische Beschreibung vom menschlichen Dasein, möglichst viele der Beteiligten Figuren in unterschiedliche Geschöpfe verwandelt. Oder hat es einen anderen Grund? Im Moment droht sich True Bloods Welt in eine Märchenwelt zu verwandeln, in der kaum Menschen, nach der üblichen Definition, existieren. Langsam verliert man den Faden, wer Werwolf, Fee, Hexe, Formwandler, Vampir etc. ist und welche Wichtigkeit welcher Figur beigemessen wird.

Crystal und ihre Familie scheinen nicht „normal“ zu sein und nachdem in dieser Episode Jesus Lafayette einen Besuch wegen seiner aus der Anstalt geflohenen Mutter abstattet, wird uns angedeutet, dass Lafayette auch irgendwelche Kräfte besitzen soll? Nicht mich falsch verstehen – ich hab nichts gegen Fantasy- und Märchenwelten. Aber wir müssen uns fragen, wohin uns das Ganze führt? Handelt es sich nur um erzählerische Exzessen oder um eine Aussage über eine Welt, in der zu einem gewissen Zeitpunkt in der Ereigniskette  des eigenen Lebens jede/r nicht „normal“ ist? Bevor man sich den Kopf zerbricht, wozu natürlich Leser/Zuschauer herzlich eingeladen sind, zurück zu der Ausgangsprämisse von True Blood: Zu der Bill-Sookie-Romanze. Das ganze Hin und Her mit den beiden wirkt einfach ermüdigend in den Episoden, wie dieser, wo es zum Hauptthema erhoben wird.

Im Krankenhaus macht Sookie Schluss mit Bill und die Tränen nehmen kein Ende. Wenn man sich den Spaß macht und sofort nach der Szene bis zu den letzten Minuten vorspult, würde man denken, sie stammen aus einer Episode Staffel früher oder ein paar Episoden später. Wenn man auch die Schluss-machen-Szene in all ihrer nicht vorhandenen Dramatik akzeptiert, frage ich mich, können die Autoren nicht mal eine Episode abwarten, bevor man sie wieder auf True Blood-Art wieder zusammenbringt? Die Trennung ist zu schön, um wahr zu sein und True Blood könnte neue Wege für Sookie erkunden, aber das wird uns nicht gegönnt. Kann sein, dass es einfach ein subjektiver Eindruck ist, aber die Beziehung der beiden wirkt schon seit langer Zeit weder romantisch, noch sexy, noch irgendwas…

Anna Paquin hat generell herzlich wenig damit zu tun, denn die Szenen, die ihr gegeben werden, spielt sie sehr überzeugend. Aber man bekommt langsam das Balast-Gefühl, was Bill betrifft. Als würde er ihr um den Hals hängen. Oh, und der Grund für die kurze Trennung: Wir können kein normales Leben zusammen haben! War das das Ziel? Hat man uns seit der allerersten Episode in die Irre geführt? Wollten die beiden doch ein weißes Haus, grünen Garten und weißen Zaun? Vielleicht wollten einfach die Autoren mit Sookies plumper Erklärung ihre Ratlosigkeit ausdrücken, ihren gemischten starken Gefühlen in Worte fassen zu können.

Was ist, wenn es für ein Gefühl keine Worte gibt? Das scheint auch Taras Problem zu sein, denn sie will wie immer über die Geschehnisse nicht sprechen, aber diese suchen sie heim. Und Franklin ist tatsächlich tot?! True Blood kennt keine Gnade. Auch nicht für Talbot, der von Eric getötet wird. Nachdem Eric Russells Vertrauen erneut gewinnen kann, bietet er sich an, Talbot zu vergnügen, während The King seinen Geschäften nachgeht. Vergnügen heißt in True Blood wirklich Vergnügen. Wir bekommen eine heiße Szene zwischen den beiden zu Gesicht und Talbot wird mittendrin, von hinten … in die ewigen Jagdgründe geschickt.

Das rettet wiederum Bills Leben, denn in demselben Augenblick ist Rissell dabei ihn zu erledigen, aber Talbots Tod ruft ihn zurück. Bill und Jessica (nach Bills Schnelligkeit-Nahkampf-Trainingseinheit) kämpfen gegen Werwölfe, während Samantha Fox aka Debbie aka Looks-like-Roadkill und Sookie in „bitch fight“ involviert werden. Leider überlebt die „were-bitch“ (Erics Worte) Debbi schon wieder… Und Bill und Sookie sind wieder vereint, in der einen Hinsicht. Ob auch in der anderen, wird sich noch zeigen.
Warum sagt Hadley, alles sei ihre Schuld? Wenn wir schon so früh einen Showdown zwischen Russell und Eric bekommen würden, was ist dann das Endgame?

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