True Blood: Run (4×09)

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Kill Bill! So lautet Antonias Anweisung für Eric, mit dessen Kopf in dieser vierten True Blood-Staffel tatsächlich Hexenspiele gespielt werden. In dieser Episode nun sind die Sinne sämtlicher Beteiligten wie verhext und spielen verrückt. Sie sind nicht sie selbst! Oder doch? Run wirft nicht nur die Frage nach Identitäten auf, sondern auch nach Toleranzgrenzen, nach Akzeptanz von Identitäten und Tatsachen.

Run ist eine schnelle Episode, sie zirkuliert von Plot zu Plot und von Ereignis zu Ereignis in einem Herzschlag. King Bills Blut soll vergossen werden. Und das Blut kocht in Run. Blut verbindet in True Blood, gibt den Figuren Kraft – und manövriert sie gleichzeitig in komplizierte Situationen. Sie müssen Entscheidungen treffen. Aber macht es sie zu Monstern, wenn sie sich gegen gewisse Dinge entscheiden? Bringt das Vampirblut die Figuren direkt zu solchen Entscheidungen – oder gibt es ihnen nur den Mut, sich zu überwinden und  den Schritt zu tun? Warum bezeichnen wir Andere als Monster: wegen ihrer Natur, ihrer Identität oder weil sie uns Schmerz zugefügt haben? Ist Jessica ein Monster, weil sie Hoyt verließ oder weil sie ein Vampir ist? Ist Antonia ein Monster, weil sie alle Vampire vernichten will, oder wurde sie von Monstern zu diesem Monster gemacht? Welche Monster muss man tolerieren und welche nicht?

True Blood bringt diese Fragen zu einem Höhepunkt, als Antonia, Eric und die anderen Sheriffs, die sie zu willenlosen Lämmchen gemacht hat, die von Nan und Bill organisierte Toleranz-Konferenz angreifen. Aber bevor es zu diesem furiosen Ende kommt, rasen wir noch einmal zurück zum Anfang, an dem eine verzweifelte Jessica Nan ihr Herz ausschüttet. Nans Figur bekommt für meinen Geschmack zu wenig zu tun in True Blood, denn ihre Interaktion mit King Bill sorgt immer für sehr gute Szenen. Hier nun muss sie auf den King erst einmal warten. Warum? Weil er dabei ist, Sookie zu retten. Halt: war das nicht Alcide? Eigentlich ja, aber die übernatürlichen Kreaturen in True Blood reichen bzw. reißen sich Sookie in die / aus den Hände(n) wie bei einem Staffellauf.

Bill gibt Sookie Blut zu trinken, und die Sache ist erledigt. Aber nicht in ihrem Kopf und ihrem Herzen. In einer Traumsequenz setzt sie sich endlich mit der Staffellauf-Story auseinander… und findet die Lösung, in blutroter Unterwäsche vor den Augen der Rivalen Bill und Eric: Sie liebt beide und will beide! Also haben sie die Wahl, sich Sookie zu teilen und den jeweils anderen zu tolerieren oder zu gehen. Damit müssen Bill und Eric eine Entscheidung treffen, wenn auch vorerst nur in Sookies Traum. Die Frage ist: Wird Sookie auch im Wachzustand die Männer in ihrem Leben in den Griff bekommen?

Debbie wiederum hat sich nicht mehr im Griff. Als sie sieht, wie Alcide immer zu Sookie rennt, beschließt sie, dasselbe zu tun. Nachdem sie erneut mit V angefangen hat, taucht sie bei Sookie auf und versucht sich ihr zu nähern: sie wolle ihr helfen. Sookie liest nichts Anderes in ihren Gedanken und nimmt das Angebot an. Beide versuchen, Eric von Antonia zu befreien, aber der Versuch geht schief. Nun, nicht ganz. Sookie lauscht Taras (absichtlichen) Gedanken mit Antonias Pläne ab und eilt zu Hilfe.

Hilfe benötigen unterdessen Arlene und Terry, denn Lafayette aka Mavis (der Geist der verstorbenen Frau) entführt das Kind und verschanzt sich in Hoyts Haus, nachdem er / sie Hoyt mit geladener Waffe aus dem Haus zwingt. Jason und Andy (auf V) sind gefragt. Jason zum herbeigeeilten Jesus: When you guys role play, does Lafayette ever turn into a woman named Mavis? Jesus: I’m gonna forget you ever said that and head on in.

Dank Jesus kann Mavis wieder Frieden finden, und Lafayette verwandelt sich zurück in sich selbst. Tommy kann nicht er selbst sein, er läuft gleichsam Amok gegen sich: Wieder nimmt er Sams Gestalt an und geht zu einem Treffen mit Markus, während der echte Sam mit Luna und ihrer Tochter zelten geht. Das Treffen endet blutig, wie vieles Andere in dieser Episode. Jessicas blutige Tränen allerdings sind am Ende vergessen, denn Jason kommt vorbei. Eigentlich nur, um ihr den von Hoyt als Monster Box betitelten Karton zurückzugeben (worin sich ihre Sachen befinden, darunter ein Twilight-Buch und Taylor Swifts CD). Aber wenn das Blut einmal kocht, kann man sich dem Bann nicht entziehen… und beide enden auf einander in Jasons Truck.

Ob Sookies Schrei zu Bill – Run! – am Ende zu spät kommt, als Eric sich auf ihn stürzt? Auf jeden Fall scheinen die True Blood-Figuren nicht vor Entscheidungen und Problemen davonzurennen; vielmehr unternehmen sie gegen Ende dieser Staffel Lösungsversuche.

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