Supernatural: Changing Channels (5×08)

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O.k., alle Supernatural-, Grey’s Anatomy-, CSI-, Knight Rider- etc. -Fans aufgepasst! Hier kommt eine fantastische Zusammenfassung des US-TV-Programms und vor allem des Donnerstagabends. Supernatural setzt sich mit der Konkurrenz auseinander und bringt gleichzeitig die eigene Mythologie auf den Punkt.

Town to town, two-lane roads
The family biz, two hunting bros
Living the lie just to get by
As long as we’re moving forward
There’s nothing we can’t do
Together we’ll face the day
You and I won’t run away
When the demons come out to play
Together we’ll face the day

Ja, das ist das Eröffnungslied von Changing Channels bzw. der Versuch der Rekonstruktion des faszinierenden Vorspanns, den ich immer und immer wieder gucken muss!

War diese Episode nicht brillant? Trotz Parodie dürfte sie sogar Grey’s Anatomy-Fans begeistert haben. Hat Grey’s Anatomy etwas mit Supernatural gemeinsam, abgesehen vom Konkurrenzverhältnis am Donnerstagabend?
Seriously?

Changing Channels ist die dritte Episode, die den Trickster auf den Plan bringt – und ich muss sagen, dass schon “Tall Tales” und “Mystery Spot”  zu den besten Supernatural-Episoden gehörten. So nun auch Changing Channels. Sie erinnert vor allem an “Mystery Spot”, wo der Trickster Sam dazu zu bringen versuchte, Deans bevorstehenden Tod zu akzeptieren. Sie war zum Wegschmeißen komisch, aber gleichzeitig sehr dunkel und Richtung weisend. Die Donnerstagsepisode zauberte nicht nur geniale Comedy, sondern brachte auch hinter jedem Spaß eine ernste Aussage über die beiden Brüder und ihr Leben! Changing Channels ist nicht im Geringsten (o.k., it is!) nur Anhäufung von TV-Parodien, sondern eine klare Aussage über den Stand der Dinge in der Supernatural-Mythologie. Vielleicht brachte sie sogar Licht am Ende des apokalyptischen Tunnels: Erzengel Gabriel auf der Seite der Winchester-Brüder? Klingt interessant!
Seriously?

‘Supernatural’ is filmed before a live studio audience. Wtf? Es fängt mit einer Sitcom an, in der Dean, umgeben von grellen Farben und geblümten Tapeten, sich unter dem Dauerlachen des Publikums einen Monster-Burger bastelt und Sätze von sich gibt wie:
“I’m gonna need a bigger mouth.” Das Publikum lacht hysterisch und Sam trifft ein. Auf Sams Frage, ob er seine Recherche erledigt hat, öffnet sich eine Tür und ein Mädchen in Unterwäsche bittet Dean zurückzukommen, um weiter zu „recherchieren“! Dean guckt in die Kamera und sagt seine catch phrase: “Son of a bitch!”

Zap! Dann kam der beste Vorspann dieses Jahres mit glückstrahlend harmonisierenden Brüdern auf einem „tandem bike“ und „motor scooters“ – das muss man selbst gesehen haben, denn jede Beschreibung wäre untertrieben!
Seriously?

Zap! Es fing vor zwei Tagen an. Ein „heißer“ Doktor geht zusammen mit einer „heißen“ Kollegin in den Fahrstuhl, und kaum dass sich die Türen geschlossen haben, fallen sie übereinander her. Die Kamera schwenkt nach rechts und wir sehen einen höchst konzentrierten Dean, der sich das Krankenhaus-Drama „Dr. Sexy M.D.“ reinzieht – übrigens haben die Tapeten dieselben Muster wie in der Sitcom, nur die Farben sind bleicher: das normale Supernatural-Bild eben. Angeblich war Dean beim Zappen dort hängen geblieben: zumindest lautet so seine Rechtfertigung Sam gegenüber, der ihm über einen seltsamen Vorfall berichtet.

Es handelt sich um einen Bärenangriff. Oh, sorry, es war kein Bär, sondern The Incredible Hulk – und zwar nicht der von Eric Bana oder Edward Norton, sondern der TV-Hulk von Lou Ferrigno! Irgendwie musste ich noch mehr lachen, als Dean den Sheriff danach fragte, wie ein Bär einen Mann in dessen eigenem Haus treppauf verfolgen könnte, und letzterer ganz ernsthaft meinte, Bären seien manchmal richtig angepisst! Die Brüder kommen also auf den Gedanken, dass es sich um den Trickster handeln muss (Sam findet Pralinenpackungen am Tatort); während Dean ihn sofort erledigen will, plädiert Sam dafür, mit ihm zu reden:
“A bloody, violent monster, and you want to be Facebook friends with him?”
Seriously?

Nicht ganz, aber warum nicht zuerst fragen und dann „schießen“? Ein Vorfall wird gemeldet. Die Winchesters eilen zu einem verlassenen Gebäude – keine Polizei, kein Tatort: Zap!

Und wir landen bei ABC. Dean und Sam tragen weiße Kittel und befinden sich mitten in… Deans Lieblingsserie (es war also doch nicht nur Channel Changing) „Dr.Sexy M.D.“ Sofort erkennt Dean “sexy, earnest” Dr. Ellen Piccolo (Ellen Pompeo or what?), die direkt zu Sam geht und ihm eine schallert!
Seriously? sagt sie und nennt ihn „brilliant coward“, bevor sie ihm noch eine verpasst!
“Seriously” – und sie geht davon. Ja, Krankenhausdramen können weh tun! Diese Szene enthielt ganze zwei Seasons von Grey’s Anatomy. “The Trickster trapped us in TV land”, sagt Sam. Im Seattle Mercy Hospital: einer Kombination von Seattle Grace und Mercy West aus Grey’s Anatomy! Und was für ein Soundtrack – übrigens haben Grey’s Anatomy und Supernatural dieselbe Music supervisor(in), Alexandra Patsavas!
Seriously?

Damit nicht genug der Grey’s-Referenzen: Dean und Sam treffen auf den Ghost (der im Original von Jeffrey Dean Morgan aka John Winchester gespielt wird). Hier könnte man Morgan als einen doppelten Ghost auftreten lassen – Johns und der aus Grey’s! “This show has ghosts too? Why?” Eine der besten Fragen der TV-Seasion, Sam!

Und letztendlich treffen die Brüder auf Dr. Sexy (sah es so aus, als würde Dean auf ihn stehen?!). Dean entlarvt ihn als den Falschen im falschen Film, als den Trickster, der mangels Kenntnis der Original-Serie, wo Dr. Sexy Cowboystiefel trägt, in Turnschuhen auftaucht. Er sagt den Brüdern, dass sie die nächsten 24 Stunden in der “idiot box” verbringen und ihre Rollen spielen müssen!
Klatsch! Sam trifft wieder auf Dr. Piccolo:
“You are the finest cerebro-vascular neurosurgeon I have ever met, and I have met plenty.”
Seriously?

Ja, Sam muss auch gleich zum Einsatz, denn Dean als arroganter Arzt wurde von einem unglücklichen Patienten angeschossen. Übrigens erinnert die Jazz-Musik während der OP eher an Nip/Tuck als an Grey’s Anatomy.
Zap!

Dean und Sam mittendrin in der japanischen Game-Show „Nut Cracker“.  Nicht gut! Beide müssen Fragen des durchgedrehten japanischen Moderators beantworten und wenn die Antwort falsch ist, dann… nun ja: werden die Nüsse leiden. Erste Frage an Sam: “What was the name of the demon you chose over your own brother?” Da er kein Japanisch kann, resultiert das Ganze in klingenden Bällen: Sam’s nuts get cracked. Viel lustiger in der Szene sind die mehrmaligen Slow Motion-Wiederholungen.  Während er sich erholt, ist Dean dran. Aber plötzlich stürmt Castiel herein – und bevor er die beiden retten kann, wird er weggezappt:
“Mr. Trickster does not like pretty boy angels.” Seriously?

Die Frage an Dean: “Would your mother and father still be alive if your brother were never born?”  Was für eine Frage! Wie aus dem Nichts schafft es die Serie, das Ernste und das Wichtige mit dem Trivialen und Slapstickartigen zu verbinden: Absolute Glanzleistung auf allen möglichen Metaebenen. Wer sagte noch gleich, Supernatural sei eine Serie zum Nebenbeischauen? Während des Bügelns, or what?
Seriously?
Shut the fuck up!

Sehr interessant ist hier die Tatsache, dass Dean, den Nut-Hammer fürchtend, in einem Ausbruch auf japanisch die Frage mit „Ja!“ beantwortet. Den Untertiteln nach zu urteilen. Also: Antwort richtig und beide Brüder froh! Wenn sie nur wüssten, was Deans (japanisch sprechendes) Unbewusstes gerade von sich gab!

Schnitt. Werbung. Der folgende Werbespot war wirklich in der Werbepause der Supernatural-Ausstrahlung enthalten: I’ve got genital herpes! Die Bilder (Ratiopharm-Look) zeigen eine Frau mittleren Alters, die diesen Satz sagt, dann einen alten Mann und dann … Sam Winchester. Er spielt zusammen mit Dean und anderen Männern Basketball und muss gemäß Deans Einflüsterungen mit einem unvergesslichen Gesichtsausdruck denselben Satz in die Kamera sagen: “I’ve got genital herpes.”  Ja, nach dem Tripper letzte Woche kann man sagen, dass Jared Padalecki ein bisschen zur Zielscheibe der Autoren geworden ist.
Zap!

Zurück zu Deans: “Son of a bitch.”
Cas taucht wieder auf, um den beiden mitzuteilen, dass das Wesen zu mächtig für einen Trickster ist. Und bevor er fortfahren kann, wird er wieder weggeschafft: der Trickster betritt die Bühne. Was für eine Seifenoper! Wie auch in den anderen zwei Episoden enthalten Tricksters Eigenschaften eine Lektion für die beiden Brüder. Diesmal aber wird es richtig ernst: Er will dass sie ihre Rollen auch im echten Laben spielen, nämlich als Gefäße für Luzifer und Michael.
Zap!

CSI lässt grüßen. Tatort, High-Angle-Aufnahmen und die beiden Brüder in dunklen Anzügen und Sonnenbrillen, mitten in der Nacht. Dean dreht komplett durch, da er Krimi-Procedurals hasst. Aber unter dem The Who-ähnlichen Sound schaffen es die Brüder, in kürzester Zeit die schlimmsten One-Liner des CSI-Franchises rauszuhauen inclusive Kommentare über “no-talent d-bags”, die nachts Sonnenbrillen tragen:
Sam: Well I say, jackpot!
Dean: Well I say, no guts, no glory.
Sam: Get that guy a Tums.
Dean: Gutter ball.

Und die Sonnenbrillen gehen rauf und runter. Vor allem Jared Padaleckis Caruso-Schauspiel ist einfach  grandios! Die beiden glauben, den Trickster erledigt zu haben, da sie ihn unter den anwesenden Figuren ausfindig machen und ihm einen Holzpflock ins Herz jagen.
Seriously?

Falsch gedacht! Denn Sam verschwindet – und als der besorgte Dean in den Impala steigt, um nach ihm zu suchen, zeigt sich, dass Sam der Impala ist… ein Sampala, gewissermaßen… Knight Rider!!!  Das Musikthema setzt ein und das rote Licht vorn wandert von links nach rechts.
Nach kurzer Unterhaltung zwischen dem Sampala und Dean schlussfolgern beide, dass der Trickster kein Trickster sein könne, und beschließen, ihm eine Falle zu stellen. Als Dean Gegenstände in den Kofferraum tut, fühlt sich der Sampala komisch …

Kommen wir zum ernsten Teil: Der Trickster ist der Erzengel Gabriel, der immer schon wusste, dass Sam und Dean die Entscheidung herbeiführen sollten, und sie zu bestimmten Handlungen zu verleiten versuchte. Als ihm die Streitereien im Himmel zu viel wurden, ging er in eine Art „Witness Protection“. Laut Gabriel geht es hier nicht um das Ende der Welt, sondern um zwei Brüder, die einander lieben, aber Rivalen sind:
“Michael [aka Dean], the big brother, loyal to an absent father.”
“Lucifer [aka Sam], the little brother, rebellious of daddy’s plan.”
O.k. endlich bringt es jemand auf den Punkt. Danke, Gabriel!

Als Dean am Ende Gabriel aus dem Feuerkreis befreit, in dem sie den mächtigen Engel gefangen halten, unterstellt er dem Erzengel schlichtweg Angst, zu der eigenen Familie zu stehen!

Dean wünscht, sie würden in einer TV-Serie leben. Sam schließt sich an. Und dieser Wunsch korrespondiert direkt mit dem Vorspann, der über eine Harmonie zwischen den beiden Brüdern fantasiert, die so nie da war, die sich aber beide immer zutiefst gewünscht haben. Am Ende muss man den Hut ziehen: nicht nur vor den Supernatural-Autoren, sondern vor allem vor Jared Padalecki und Jensen Ackles, die eine unglaubliche Performance ablieferten und erneut unter Beweis stellten, wie gut sie als Schauspieler auch Comedy meistern können.

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