Supernatural: Dark Side of the Moon (5×16)

Standard

Können die Winchester-Brüder ihren Weg zum Heldentum finden und die Welt retten, nachdem mehr oder weniger jeder die beiden im Stich lässt, kein Interesse an dem Ganzen hat oder einfach stirbt? Apropos Sterben: Dean (Jensen Ackles) und Sam Winchester (Jared Padalecki) sind tot! Und es ist kein Traum. Die beiden werden in ihrem Hotelzimmer von zwei Hunter-Morons erschossen. So eine Art Dank ihrer Mitmenschen für den Versuch die Welt zu retten. Obwohl kommt dieser Dank nicht mit Recht? Haben denn nicht die Winchester-Brüder in ihrem Versuch alle zu retten überhaupt die Sache so weit gebracht, dass sie alle retten müssen?

Damit ist eine fundamentale Frage innerhalb der Supernatural-Mythologie gestellt – Entspring nicht die Wahrheit, das tatsächliche Zustandekommen der Ereignisse nicht einem Verkennen (dieser Wahrheit)? Was ist damit gemeint? Um das zu illustrieren, kann man die Geschichte vom Treffen in Samara benutzen: Der Diener eines reichen Kaufmanns aus Bagdad stößt auf dem Markt mit dem Tod zusammen, der ihn böse anzublicken scheint: erschrocken kehrt er nach Hause zurück und erzählt seinem Herren: ‚Der Tod verfolgt mich, in der Nacht will er mich holen; leihe mir, o Herr, dein Pferd, ich will Tag und Nacht reiten und morgen in Samara sein. Dort wird mich der Tod gewiß nicht finden.‘ Der Herr leiht ihm also sein Pferd und geht dann selbst zum Markt.

Dort sucht er den Tod auf und spricht ihn an: ‚Warum hast du meinen Diener so böse angeschaut?‘ Der Tod aber antwortet ihm: ‚Es muß sich wohl um ein Mißverständnis handeln, dein Diener hat meinen Blick ganz falsch gedeutet: keineswegs wollte ich ihm drohen, ich war nur verwundert, ihn hier zu sehen, da ich doch morgen mit ihm in Samara verabredet bin!’ Die Entscheidungen, die in Supernatural von den Figuren getroffen werden, sind ganz persönliche und nicht von einer fundamentalen Erkenntnis oder fundamentaler Wahrheit hervorgerufen bzw. die Figuren nehmen an, dass es so ist, aber was ist wenn ihre Interpretation falsch war? Wenn ausgerechnet ihre Annahme von der Wahrheit letztendlich sie erst konstruiert hat? Haben die Winchster-Brüder nicht diesen Zustand hervorgerufen, durch das eigene Tun, in dem sich die Welt befindet?

Es geht um den eigenen Blick auf die Welt und unterschiedliche Ereignisse, um die eigene Reaktion darauf, ausgelöst von der subjektiven Annahme, was die Welt von einem erwartet. In dieser fünften Staffel haben wir gelernt, dass man vielleicht Erwartungen zu erfüllen versucht, die gar nicht da waren, aber durch den eigenen Versuch erst kreiert wurden. Denn was ist mit der einzigen möglichen objektiven Instanz, die die Wahrheit aussprechen kann, mit Gott? Er ist nicht da. Haben ihn seine Kreationen in eine Lage gebracht, die schlicht nicht zulässt das Richtige zu tun?

Da diese Lage durch das Verkennen der Wahrheit seiner Worte, durch eine subjektive Annahme zustande kam. Und eins der besten Sachen in Supernatural ist, dass die Position sowohl von Guten als auch von Bösen (falls die Unterscheidung so gemacht werden kann) oft absolut nachvollziehbar ist. Es kommt letztendlich auf die eigene Vorstellung vom gewissen Sachverhalt an. Damit bekommt die oft von Kripke angesprochene Opposition „Freier Wille vs. Schicksal“ eine

Und in The Dark Side of the Moon erfahren wir, dass der Himmel für die Menschen ihre eigene Vorstellung davon ist, ihre eigene Konstruktion. Die beiden Brüder erfahren das Paradies als eine Verkettung von Zeit und Ort ihrer besten Erinnerungen. Für Dean sind das innige Momente mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder. Für Sam sind es die Momente ohne die Familie. Und hier wird nach langer Pause wieder einmal der Konflikt zwischen den beiden aufgegriffen und wir sehen, dass Dean trotz allen Versöhnungen Sam immer noch nicht sein Weglaufen verzeihen kann. Genauso wenig kann Zachariah (Kurt Fuller) den beiden Brüdern verzeihen, dass sie ihn zur Lachnummer des Himmels gemacht haben: Also es ist persönlich! Aber Dean und Sam bekommen unerwartete Hilfe von einem Mix aus Superman und mexikanischem Wrestler. Es ist Ash!

Und Zufluchtsort findet man in dem Roadhouse! Ich hab in diesem Moment erwartet, dass Ellen und Jo auch dort auftauchen, aber stattdessen bekommen wir Pamela zu sehen, die genauso wie Ash (awesome – I’m cool with it!) den Brüdern verzeihen kann, dass sie wegen der beiden getötet wurde.  Sie genießt ihr Paradies. Wie Ash schnell erklärt, ist das Paradies kein Ort, sondern eine Anhäufung von Orten. Jeder bekommt seinen eigenen und mit wenigen Ausnahmen (wie Ash) kann man ihn nicht verlassen. Also eine ziemlich einsame Angelegenheit, genauso wie auf der Erde.

Ashs Zusammenfassung: Like Disney land, but without all of that anti-Semitism. Oh, und Ash hat einen Engel-Scanner gebaut, mit dem er die Engelkommunikationen (ein mehrstimmiges Flüstern, wie das im Vorspann bzw. Titelbild) überwacht. Das Zentrum dieser individuellen Paradiese ist der Garten Eden, wo die Brüder den Gärtner, den Engel Joshua unbedingt treffen müssen. Das sind Castiels Anweisungen, der die Brüder einmal aus dem Impala-Radio und dann aus einem Fernseher kontaktiert. Wie wir uns erinnern – er darf nicht mehr ins Paradies. Dafür darf Gott wo er hinwill. Und wie Joshua, der Dean und Sam aus Zachs Fingern befreit, mitten in so einer Art botanischem Garten (vermutlich die Winchesters Vorstellung vom Garten Eden) erklärt, befindet sich Gott tatsächlich auf der Erde und will nicht involviert werden. Die beiden sollen ihn in Ruhe lassen. Seine Nachricht: Back off. Alles sei nicht sein Problem. Schnitt und die Brüder befinden sich wieder am Leben und in ihrem Hotelzimmer. Ratlosigkeit nimmt die Oberhand. Die beiden Figuren mit Daddy-Issues – Dean und Cas – sind desillusioniert und resigniert.

Was macht Gott auf der Erde? Ist er alleine? Interessant wäre zu erfahren, wo er sich aufhält? Macht er das grundlos? Schwer zu glauben! Warum mag er die Winchester-Brüder so sehr, dass er sie so oft auferstehen lässt? Ist alles ein Test wie die ganze Garten-Metaphorik es vermuten lässt? Genauso wie Joshua ist auch Gott eine Art Gärtner und sein Garten die Erde. Und einen Garten soll man pflegen! Was ist wenn man zu müde dafür ist? Soll man das Unkraut zusammen mit den anderen Pflanzen verbrennen, wenn man zu müde ist um zu trennen? Gespannt auf die nächsten Episoden! Wirklich gespannt! Und Gott … wenn du wirklich keinen Plan hast, I’m not cool with it!

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s